Das alte Specialized Camber überzeugte als wahrer Tausendsassa mit geringem Gewicht und fühlte sich mit ein paar Optimierungen nahezu jeder Herausforderung gewachsen. Kann das Update noch eine Schippe drauflegen? Durch den beinahe fünfstelligen Preis lastet ein mächtiger Erwartungsdruck auf dem Top-Modell mit Kürzel S-Works. Specialized spendiert dem neuen Camber den identischen Carbon-Hauptrahmen, der auch beim Stumpjumper zum Einsatz kommt und kombiniert diesen mit einem eigenen Hinterbau, der knappe 112 Millimeter Federweg freigibt. Mit diesem Schachzug lässt sich das vordere Rahmendreieck bei drei aktuellen Modelle verwenden, wodurch das smarte SWAT-Kit (Detailbilder) auch hier zum Einsatz kommt. Im direkten Vergleich zum alten Camber fühlt sich die neue Version steifer und durch die kürzeren Kettenstreben etwas agiler an. Statt eines konventionellen Federbeins steckt jetzt ein neuer Brain-Dämpfer im Heck. Ein Feature, das wir aufgrund der ohnehin antriebsneutralen Kinematik nicht wirklich vermisst haben. Bei den Laufrädern macht Specialized keine Kompromisse und stellt das Camber auf 30 Millimeter breite Carbon-Felgen. Beim Blick auf die Waage stellt sich mit 11,8 Kilo ohne SWAT-Kit allerdings Ernüchterung ein. Brain-Dämpfer (471 Gramm) und Stumpi-Hauptrahmen machen das neue Camber ein halbes Kilo schwerer als früher.
Details, wie ein flacherer Lenkwinkel und robusterer Rahmen, rücken das Camber näher ans Stumpi auf Kosten eines höheren Gewichts. Der Brain-Dämpfer ist verzichtbar.
PLUS SWAT-Kit erhöht Alltagsnutzen, subjektiv höhere Steifigkeit im Vergleich zum Vorgängermodell
MINUS Extorbitant hoher Preis, relativ hohes Gewicht
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