Die Entwickler von Rocky Mountain inhalieren den Spirit von Vancouvers Northshore-Trails. Nicht umsonst liegt das Hauptquartier nur eine Straße entfernt vom Startpunkt legendärer Trails (nun gut, diese Straße ist fünf Kilometer lang). Für diese Leute ist klar, dass ein Mountainbike dazu da ist, um in den Bergen zu biken – und nicht Forstwege zu vermessen. Beim Instinct 930 hat man sich deshalb bemüht, im Kriterium "Fahrspaß" zu punkten. Draufsitzen, wohlfühlen, Spaß haben. Zugegeben, die komfortable Sitzposition fordert nicht zum Bergrennen auf. Der Lockout-Hebel am Lenker hilft, die Schwächen der Kinematik zu kaschieren, denn bei offenem Fahrwerk schaukelt das Instinct stark. Sei’s drum, sobald man den Dämpfer auf Abfahrt stellt, offenbart das farblich perfekt abgestimmte Carbon-Chassis seine Bestimmung. Im Trail fühlt es sich pudelwohl, lediglich die Manitou-Gabel bockt etwas bei schnellen Schlägen. Mit dem Ride-9-System kann man Geometrie und Kinematik auf Fahrstil und Terrain anpassen. Den Preis/Leistungstipp überlassen die Entwickler anderen. Das Ausstattungsniveau liegt tief, zeigt sich aber funktionell.
Fazit: Fahrspaß als Versprechen: Das Instinct macht richtig Laune im Trail und bergab. Draufsetzen und Gas geben. Bergauf hemmt das hohe Gewicht.
Die Alternative: Wer 27,5-Zoll-Laufräder lieber mag, der findet sie beim Modell Thunderbolt. Das 730 MSL für 3300 Euro ist ähnlich ausgestattet wie das Instinct. 120 Millimeter Federweg verpassen dem Bike einen spürbar agileren Charakter.
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