Florentin Vesenbeckh
· 02.07.2024
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Das Update des Orbea Rise für das Modelljahr 2025 konnte in vielerlei Hinsicht überzeugen. Nur der Preis schockte viele Interessenten. Denn bei der Vorstellung im Mai war der Einstieg mit 7999 Euro empfindlich hoch angesetzt. Jetzt schicken die Spanier neue Modelle hinterher. Ein neuer Alurahmen bekommt sämtliche Updates der Carbonvariante spendiert. In Alu geht´s künftig bei 5499 Euro los. Und auch ein günstigeres Carbonmodell kommt. Das M20 gibt´s ab 6599 Euro. Die neuen Bikes sollen ab Juli 2024 verfügbar sein >> z.B. bei Liquid Life.
Mehr Motorleistung, ein größerer Akku für mehr Ausdauer, potenter in der Abfahrt und mehr Variabilität: Orbea schickt dem neuen Rise große Versprechen voraus. Schaut man auf das Datenblatt, bestätigen sich die meisten dieser Punkte direkt. Mit stärkerem EP801 RS Motor, wahlweise 420 oder 630 Wattstunden im Akku und einem LT-Modell mit mehr Federweg ist das Rise für das Modelljahr 2025 kaum mehr wiederzuerkennen.
Wie beim Vorgänger setzt Orbea auch beim neuen Rise auf die Hardware eines Shimano-Motors und würzt sie mit einer eigenen Software. Der neue EP801 RS Gen2 liefert nun auf Wunsch die vollen 85 Newtonmeter des Shimano-Aggregats, beim Vorgänger waren es maximal 60 Newtonmeter. Damit ist das neue Rise auf dem Papier stärker bestückt als alle Light-E-Bikes mit Fazua, TQ oder Bosch SX.
Entscheidender Unterschied des Orbea-Antriebs zum klassischen EP801 von Shimano ist eine progressivere Kraftentfaltung und geringere Maximalleistung. Nur bei hoher Fahrerleistung bekommt der Biker auch viel Schub. Das soll das Fahrgefühl natürlich wirken lassen und die Reichweite verbessern. Sich faul den Berg hochschieben zu lassen, soll trotz voller 85 Newtonmeter nicht funktionieren. Doch in technischen Uphills soll der neue Antrieb nahezu mit klassischen Power-Motoren mithalten können.
Wie bei Orbea üblich, tragen die Alu-Modelle das Kürzel “H” für “Hydro” im Namen, während die Carbon-Modelle mit “M” gekennzeichnet sind. Der Alu-Rahmen soll 3,5 Kilo wiegen, die Carbon-Variante 2,2 Kilo. Mit einem Mehrgewicht von 1,3 Kilo werden die Alu-Modelle des Rise so richtig leicht also nicht mehr ausfallen. Ebenfalls spannend: Mit Blick auf die verschiedenen Ausstattungsvarianten liegt der Aufpreis für den Carbonrahmen nur im mittleren dreistelligen Bereich.
Neben den bereits beim Launch des Bikes vorgestellten Carbon-Varianten M-LTD, M-Team und M10 gesellt sich neu ein M20 mit Kohlefaserchassis hinzu. Außerdem gibt es die Modelle H10 und H20 mit Alu-Rahmen. Drei neue Modelle also? Nein, es sind sogar fünf. Denn auch die günstigeren Rise gibt es fast alle wahlweise als SL (140 mm Federweg) oder als LT-Variante mit 160/150 Millimetern Hub.
Für die Ausstattung gilt, wie bei allen Orbeas: Über den Online-Konfigurator MyO können die Parts auf persönliche Bedürfnisse und Vorlieben angepasst werden. Die neuen Modelle sind ab Werk alle mit dem 630er-Akku konfiguriert, können auf Wunsch aber auch auf den 420er downsized werden.
Die LT-Variante hat den Spaß auf dem Trail im Fokus. Im Vergleich zum Vorgängermodell ist das neue Rise LT deutlich stärker auf die Abfahrt ausgerichtet. Mit 160/150 Millimetern Federweg vorne und hinten bietet es jeweils einen Zentimeter mehr Federweg. Zudem ist die Geometrie nun länger und flacher gestaltet. Passend dazu gibt´s das Rise LT ausschließlich mit 36er-Gabel, die günstigsten Modelle in Carbon und Alu kommen jeweils mit Dämpfer ohne Ausgleichsbehälter.
Das Rise SL ist mit seiner gewichtsoptimierten Ausstattung und 140 Millimetern Federweg ideal für Tourenfahrer und Mountainbiker, die vorwiegend in moderatem Gelände unterwegs sind. Die Abfahrt rückt etwas in den Hintergrund. Orbea stattet die SL-Variante neben 34er-Gabeln von Fox mit Dämpfern ohne Ausgleichsbehälter und dünnwandigen Reifen mit geringem Profil aus.
Das Rise SL H20 ist das günstigste Modell der neuen Serie. Für 5499 Euro gibt´s ein Fox-Fahrwerk aus Float Performance Dämpfer und 34 Float AWL Gabel. Geschalten wird mit einem Shimano SLX/XT-Mix, die Zweikolbenbremsen stammen aus dem Deore-Regal.
Als Orbea das neue Rise präsentiert hat, mussten wir kräftig schlucken. Einstiegspreis: 7999 Euro! Da schaffen die neuen Modelle Abhilfe und das aufgebohrte Rise ist jetzt erschwinglicher. Gut so! Allerdings ist das Mehrgewicht des Alu-Rahmens mit 1,3 Kilo üppig. Das ebenfalls neu präsentierte M20 könnte als günstigste Carbon-Variante eine spannende Alternative sein. - Florentin Vesenbeckh, Ressortleiter Test und Technik beim EMTB Magazin

Redakteur CvD