Es gibt kaum etwas, das ein modernes All Mountain nicht können muss – egal, ob als Trailbike oder schon als leichtes Enduro. Gut pedalieren soll es und tourentauglich sein, verspielt und zu allen Späßen bereit in der Abfahrt aber auch hart im Nehmen, stabil und sicher in schnellen und rauen Abfahrten und trotz allem nicht allzu schwer. Eigentlich ist so ein Bike eine eierlegende Wollmilchsau, ein Fabelwesen, das es niemals geben wird. Doch die Bike-Schmiede Last will jetzt genau das geschafft haben.
Und irgendwie sind wir sehr versucht, ihnen aufs Wort zu glauben. Vor einigen Jahren noch völlig unbekannt, eroberte der Dortmunder Direktversender Last mit dem Enduro Coal und dem Trailbike Clay die Herzen der Tester im Sturm. Kein Wunder, schließlich waren die Bikes von Anfang an kinematisch sehr ausgereift, durchdacht in den Details, angemessen gepreist und mit einer Geometrie gesegnet, die einem einfach ein Grinsen ins Gesicht zaubern sollte.
Mit dem Last Glen stellen die Dortmunder nun ihr erstes Bike in 29 Zoll vor, dass alles noch etwas besser können soll, als seine kleineren Brüder und sich darüber hinaus speziell auch an große Fahrer richtet. Insgesamt bleibt Last seinem Erfolgskonzept aber natürlich treu. Die Kettenstreben sind mit 431 Millimetern in Rahmengröße L kurz, insbesondere für ein 29er, der Lenkwinkel ist mit 64,4 Grad ziemlich flach, der Reach fällt mit 457 Millimetern in L modern aus, der effektive Sitzwinkel ist mit über 75 Grad schön steil damit einem auch bergauf das Grinsen nicht vergeht.
Und das Gewicht von 12,5 bis knapp über 14 Kilogramm im downhill-orientierten Modell Glen Race mit Stahlfederdämpfer und schweren Reifen geht für ein 29er auch in Ordnung. Das kann die Konkurrenz teilweise trotz Carbonrahmen nicht besser. Doch die guten Nachrichten enden nicht hier.
Die 140 Millimeter Federweg im Heck des Glen werden von einer progressiven Kinematik verwaltet, die auch schon von Clay und Coal bekannt ist. "Sehr sensibel mit hoher Progression" lautete am Ende das lobende Urteil der Tester beim Clay. Laufruhe, Komfort und Verspieltheit sollten damit auch beim neuen Glen kein Gegensatz sein. Neu ist dagegen die mitwachsende Geometrie. Gerade in XL und der neuen Größe XXL für Fahrer um die zwei Meter Körpergröße wachsen Reach und Kettenstreben noch einmal beträchtlich. Der effektive Sitzwinkel wird ebenfalls steiler, um beim Klettern die gleiche, zentrale Position im Bike zu gewährleisten.
Auch bei der Austattung macht Last keine halben Sachen: Jedes Komplettbike kommt mit Sram Eagle-Schaltgruppe (GX bis X01) und hochwertigem Rockshox-Fahrwerk (Pike und Deluxe bis Super Deluxe und Coil). Langlebige Edelstahllager von Enduro Bearings im weltweit verfügbaren Standardmaß sind in jedem Modell.
Los geht's mit dem 13,5 Kilo schweren Last Glen Ride für 3499 Euro, das obere Ende der Fahnenstange ist mit dem 12,5 Kilo leichten und 5499 Euro teuren Glen SL erreicht.
Alle Infos zum neuen Last Glen auch auf der Website des Herstellers.

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