Was ist es nun, das Virtue 3? Ein All Mountain oder ein verkapptes Trailbike? Unser Testlabor beantwortet die Frage nicht: Rahmengewicht, -steifigkeit, Antriebseffizienz und Federkennlinien sind unauffällig und nicht eindeutig. Also los zum Praxistest: Es braucht nur eine Runde auf der Teststrecke am Gardasee, um zu wissen, was das Virtue will. Die sportliche Sitzposition drängelt einen förmlich zum Gasgeben bergauf. Das Gabel-Lockout für den Zwischen-Sprint immer in greifbarer Nähe. Die Körperspannung muss man bergab aufrechterhalten, hier fühlen sich die Federwege nach weniger an, und in der Tat muss man die Kampflinie wählen, um Federweg rauszukitzeln. Lange Kettenstreben und ein großer Radstand halten bei Tempo die Spur. Der Vollcarbonrahmen geht auf Kosten der Ausstattung: Die Deore-Schaltung ist nicht konkurrenzfähig, vom teuersten Rad im Testfeld darf man mehr erwarten.
Fazit: Das Virtue besitzt trotz 135er-Gabel einen sportlichen Charakter. Schwache Garantieleistung und günstige Ausstattung kosten das Carbon-Bike Punkte.
Die Alternative: Mit Rock-Shox-Pike-Gabel, DT-Swiss-Laufrädern, Reverb-Stealth-Stütze und Shimano-XT-Schaltgruppe ist das Virtue 2 deutlich hochwertiger ausgestattet. Es kostet auch deutlich mehr: 4599 Euro.
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