Florentin Vesenbeckh
· 10.10.2023
Darf’s ein bisschen mehr sein? Wer diese Frage stets mit Ja beantwortet, kann bei den Bikes der Marke Cannondale künftig getrost auf das Kürzel LAB71 setzen. Hinter dem Codewort verstecken sich die Highend-Modelle der Marke, die von vorne bis hinten auf feinste Ausstattung setzen. Nachdem die Amerikaner diesen Schritt bereits vollmundig angekündigt hatten, steht jetzt das erste E-Mountainbike der Nobel-Serie bereit. Neben exklusiver Optik und Ausstattung, sticht auch der Preis heraus. 12.999 Euro werden für das Cannondale Moterra Neo LAB71 fällig. Der Rahmen mit Carbon-Hauptrahmen, sowie Geometrie und Kinematik sind dabei mit der letzten Evolutionsstufe des Moterra Neo identisch (Hier geht´s zum Test des Cannondale Moterra Neo Carbon 1). 29er-Laufräder, 150 Millimeter Federweg: So platziert sich das E-Bike voll im All-Mountain-Sektor.
Die wichtigste Änderung für die aktuellste Ausbaustufe des Cannondale Moterra Neo steckt im Unterrohr des E-Bikes: Boschs Smart System mit der dicken Batterie Powertube 750. Der Motor wurde leicht gedreht verbaut, damit der lange Akku mit 750 Wattstunden auch in kleine Rahmen passt. So sind auch Rahmen in Größe S mit den vollen 750 Wattstunden möglich. Apropos Motor: In der LAB 71-Variante werkelt nicht der klassische Performance Line CX von Bosch. Mit dem exklusiven CX Race geht Cannondale in die Vollen. Der limitierte Motor ist nicht nur etwas leichter, er hat zudem den besonderen Race-Modus implementiert. Dieser setzt den Schub besonders direkt und aggressiv frei und hat obendrein einen besonders langen Nachlauf. Im gemütlichen Toureneinsatz ist das nix - doch in technischen, besonders fiesen Uphills bringt das neue Möglichkeiten und macht richtig viel Spaß. Hier gibt´s unseren Test und alle Infos zu Boschs Power-Motor!
Bedient wird das LAB71-Moterra von der Bosch LED-Remote. Direkt vom Lenker lassen sich damit die U-Stufen, sowie die Ansichtsseiten des Displays wählen. Minimalisten können die LED-Remote auch eigenständig ohne Screen nutzen, denn hier werden U-Stufen und Akku-Stand über farbige LEDs angezeigt. Im Auslieferungszustand ist aber das volle Entertainment-Paket von Bosch installiert. Heißt: Über dem Vorbau prangt das Display Kiox 300. Auf diversen Ansichtsseiten, die via App personalisiert werden können, werden sämtliche Fahrdaten gut ablesbar angezeigt. Auch eine Navigationsansicht ist möglich. Die Option auf Boschs Systemcontroller im Oberrohr gibt es bei diesem E-Bike nicht.
Einmal mit Allem, aber ohne Kabel bitte! Die Ausstattung des Cannondale Moterra Neo LAB71 greift nahezu an jeder Stelle ins aller höchste Regal der Hersteller. Vor allem an Highend-Produkten aus dem Hause Sram haben sich die Produktmanager fleißig bedient. Das heißt auch, dass viele Parts ohne Kabel auskommen. Geschaltet wird über Funk mit der Sram Eagle XX Transmission, auch die Sattelstütze setzt auf Srams kabellose AXS-Technologie. Das Fahrwerk stammt von Rockshox, die Lyrik-Gabel aus der Top-Baureihe Ultimate. In Kombi mit dem Deluxe-Dämpfer ohne Ausgleichbehälter lag der Fokus auf geringem Gewicht. Ebenfalls von Sram kommen die außergewöhnlichen Carbon-Laufräder der Marke Zipp. Die 3Zero Moto setzen auf ein flaches Felgenbett, das Traktion und Komfort erhöhen soll. Für Verzögerung sorgen, wie könnte es anders sein, Sram Code Ultimate-Stopper mit der unauffälligen Stealth-Bauweise und robusten HS1-Bremsscheiben in 220/200 mm. Neben vielen Carbon-Parts (Lenker, Kurbeln) gibt´s eine hochwertige Frontleuchte von Supernova obendrauf. Für dieses Paket werden 12.999 Euro fällig. Das bisherige Top-Modell Moterra Neo Carbon 1, geht für 8499 Euro ausstattungstechnisch noch nicht in die Vollen. Gewichtstechnisch dürfte das LAB71-Modell einiges einsparen. Wer ein E-Enduro sucht, der wird bei Cannondale mit der LT-Variante des Moterra mit 170 mm Federweg glücklich.

Redakteur CvD