Adrian Kaether
· 09.04.2026
Das Amflow PL Carbon (hier im Test) schlug als erstes Bike mit dem Super-Motor DJI Avinox auf der Eurobike 2024 ein wie eine Bombe. Seitdem dreht sich die E-MTB Welt mit einem anderen Tempo. Jetzt schiebt Avinox die neuen Motoren M2 und M2S mit nochmal mehr Power hinterher und auch die dazugehörige Bike-Marke Amflow bleibt nicht tatenlos.
Mit dem PR Carbon reagiert Amflow auf einen häufig geäußerten Wunsch aus der Community: Erstmals kombiniert die Marke einen werkzeuglos entnehmbaren Akku mit dem Avinox-Antriebssystem. Das bedeutet konkret: Der 800-Wh-Energiespeicher lässt sich unkompliziert aus dem Unterrohr entnehmen und separat laden – ideal für alle, die ihr Bike im Keller oder der Garage abstellen. Gleichzeitig bleibt die Schnellladefunktion erhalten. Das war bei dem bislang einzigen Bike mit entnehmbarem Akku und Avinox Motor von Rotwild (hier im Test) nicht der Fall.
Beim Amflow PR Pro lässt sich der Akku mit dem 12 Ampere Lader zügig wieder befüllen, die Standard-Version nutzt ab Werk einen normalen 4 Ampere Lader. Alternativ kann wohl auch ein zusätzlicher 600 Wattstunden-Akku auf dem Unterrohr befestigt werden, der für zusätzliche Reichweite dann einfach umgesteckt wird. Details dazu liegen uns noch nicht vor.
Beim Fahrwerkskonzept setzt Amflow auf einen klassischen Viergelenker mit liegendem Dämpfer. Der moderne Carbon-Rahmen soll nur 2,9 Kilo wiegen – bloß 500 Gramm mehr als bei der Variante mit festem Akku. Das Komplettgewicht der Bikes liegt laut Amflow bei nur 22 Kilogramm. Mit entnehmbarer Batterie, Mittelklasse-Parts und 800 Wh zu dem Preis wäre das richtig stark.
Das Amflow PR rollt ab Werk vorne rollt vorne auf 29, hinten auf 27,5 Zoll. Die Idee dahinter: Die Laufrad-Kombination soll Laufruhe und Agilität optimal vereinen. Ein Flip-Chip in der Kettenstrebe ermöglicht den Wechsel zwischen den Laufradgrößen, ohne den Schwerpunkt des Rahmens zu verändern. Außerdem ist der Lenkwinkel umfangreich mittels verschiedener Lagerschalen anpassbar. 40 Geometrie-Konfigurationen sollen so möglich sein.
Amflow bietet das PR Carbon in zwei Ausstattungsvarianten an, die sich vor allem beim Antrieb unterscheiden. Das PR Carbon Pro (5.899 Euro) ist mit dem neuen Avinox Top-Motor M2S ausgestattet. Diese Version bietet bis zu 150 Nm Spitzendrehmoment und bis zu 1500 Watt Leistung. Geschaltet wird elektronisch mit der S1000 Transmission gebremst mit Maguras Gustav Pro. Das Fahrwerk kommt aus Fox Performance Serie und bietet 160 Millimeter vorne und 150 Millimeter hinten. Das Schnellladegerät ist hier inklusive.
Noch günstiger ist das PR Carbon (4.499 Euro) Diese Basis-Version setzt auf den günstigeren Avinox M2-Motor mit bis zu 125 Newtonmetern und bis zu 1100 Watt Spitzenleistung. Immer noch mehr als beim bisherigen Avinox M1 und der war schon so stark, dass man die Power auf dem Trail oft drosseln musste. Für die meisten Einsatzbereiche sollte also auch der M2 mehr als ausreichen. Preislich ist das PR Carbon ohne Pro mit elektronischer S1000 Transmission und Fox AWL Fahrwerk besonders interessant positioniert. Die Laufräder bei beiden Bikes kommen von Amflow selbst – Alu-Felgen mit 30 mm Innenweite, SAPIM E-Light-Speichen und Schwalbe Magic Mary/Albert oder Maxxis Assegai/DHR II-Bereifung.
Schon die bisherigen Amflows waren keine Ladenhüter. Jetzt zündet Amflow die nächste Stufe: Entnehmbarer Akku, Vollcarbon und ein krasser Preis. So bekommt man schon für deutlich unter 5000 Euro das komplette Paket aus überbordender Motorpower, moderner Elektronik und praktischer Akku-Entnahme. Gerade letzteres haben sich sicher viele für die Amflow-Bikes gewünscht. Eine wertige Ausstattung mit Fox-Fahrwerk und Elektro-Schaltung gibt’s noch Als Goodie obendrauf. Erst ab Ende 2026 soll das Rad verfügbar sein. Wenn es auf dem Trail auch nur halbwegs performt, dann dürfte die Luft für die etablierte Konkurrenz in Zukunft ganz schön dünn werden. - Adrian Kaether, Redakteur Test & Technik

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