Das zentrale Signal der Neuheit: woom will E-Unterstützung schon für Kinder im Grundschulalter anbieten, ohne das Rad mit einem großen und schweren Akku zum Mini-E-MTB zu machen. Der Hersteller setzt stattdessen auf einen herausnehmbaren 123-Wh-Akku, eine einfache Bedienung und Unterstützung für Alltag, Schulweg sowie Familienausflüge.
Bei der E-Bike-WM für Jedermann im Paznaun war woom mit Kindern aus dem eigenen Kids Advisory Board am Start. Laut Hersteller meisterten die jungen Fahrerinnen und Fahrer die rund 26 Kilometer lange Strecke zwischen Ischgl und Galtür mit knapp 600 Höhenmetern auf woom E-Bikes. Die Veranstaltung bestätigte 2026 ihre Rolle als familienfreundliches E-Bike-Event, an dem auch Kinder teilnehmen können.
Bislang war das woom Explore e 5 im BIKE-Test als 24-Zoll-Modell für Kinder ab etwa sieben Jahren positioniert. Das neue EXPLORE BOOST soll diese Lücke nach unten schließen: Neben 24 und 26 Zoll kommt es auch in 20 Zoll. Damit richtet sich woom künftig an Kinder mit einer Körpergröße von ungefähr 115 bis 165 Zentimetern beziehungsweise im Alter von etwa sechs bis 14 Jahren.
Die neue Modellreihe ist also weniger ein klassisches E-Mountainbike für lange und harte Offroad-Touren. Vielmehr soll sie Kindern dort helfen, wo ein normales Fahrrad an Grenzen stößt: beim steilen Schulweg, auf längeren Familienausflügen oder bei Anstiegen, die bisher schnell den Spaß am Fahren genommen haben.
Auffällig ist das bewusst kompakte Akku-Konzept. Statt großer Akkus mit 250 bis 400 Wattstunden setzt woom auf 123 Wh. Das klingt im Vergleich zu Erwachsenen-E-Bikes nach wenig Kapazität, folgt aber einem klaren Ansatz: Das Fahrrad soll auch ohne Unterstützung leicht und agil bleiben.
Der Akku lässt sich laut woom mit einem Handgriff herausnehmen, im Rucksack transportieren und über USB-C laden. Außerdem soll er unterwegs als Powerbank dienen können. Konkrete Angaben zu Gewicht, Reichweite, Motorleistung und Preis hat woom bei der Premiere noch nicht veröffentlicht.
Eine Besonderheit des woom EXPLORE BOOST soll das sogenannte Hill-Kill-Feature sein. Erkennt das System einen steilen Anstieg, liefert es automatisch zusätzliche Motorleistung. Wird das Gelände flacher, soll sich die Unterstützung wieder reduzieren.
Das Konzept ist interessant, weil es eine typische Alltagssituation von Kindern adressiert: Nicht die gesamte Strecke ist anstrengend, sondern oft nur der eine steile Abschnitt auf dem Weg zur Schule, zum Sportverein oder zum Treffpunkt mit Freunden. Die Unterstützung soll dort helfen, ohne das Fahren selbst zu ersetzen.
woom verspricht ein bewusst reduziertes Bedienkonzept ohne überladene Anzeigen am Lenker. Die Konzentration soll beim Fahren bleiben. Für Eltern sind dagegen Steuerungsfunktionen über eine App vorgesehen:
Diese Kombination aus einfacher Bedienung am Rad und Kontrolle per App ist bereits vom bisherigen woom Explore e bekannt. Beim neuen EXPLORE BOOST will woom den Ansatz nun auch für kleinere Laufradgrößen und jüngere Kinder weiterentwickeln.
Das neue E-Bike dürfte vor allem für Familien interessant sein, bei denen Kinder regelmäßig längere Distanzen fahren, aber noch nicht die Kraft oder Ausdauer für jeden Anstieg mitbringen. Dazu zählen etwa:
Entscheidend wird sein, ob woom das Versprechen des leichten Gesamtpakets im Serienmodell einlösen kann. Denn gerade bei Kinder-E-Bikes zählt nicht nur die Reichweite. Ein schweres Rad ist für kleine Fahrerinnen und Fahrer beim Rangieren, Anfahren oder Tragen schnell ein Nachteil.
Das woom EXPLORE BOOST soll ab Januar 2027 im woom Onlineshop und bei ausgewählten Handelspartnern erhältlich sein. Geplant sind drei Größen: 20, 24 und 26 Zoll.
Mit dem frühen Einstieg ab 20 Zoll positioniert sich woom klar gegen die Logik vieler erwachsener E-MTBs. Statt maximaler Akku-Kapazität und großer Reichweite stehen geringes Gewicht, kindgerechte Kontrolle und mehr selbstständige Mobilität im Vordergrund.

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