Roko Bike 24 TrailLeichtes Kinder-MTB für Offroad-Abenteuer

Florentin Vesenbeckh

 · 28.03.2026

Da ist das DIng! Roko Bike stellt mit dem 24" Trail ein gelungenes Hardtail für motivierte Bike-Kids auf die schnellen Reifen.
Foto: Georg Grieshaber

Wenn der Nachwuchs die ersten Trails erobert, zählt jedes Kilo und jedes Detail. Das Roko 24 Trail verspricht, genau hier neue Maßstäbe zu setzen. Wir haben uns das leichte Mountainbike für Kinder genauer angesehen.

​Für viele Eltern ist die Suche nach dem perfekten Kinder-Mountainbike eine Herausforderung: Es soll robust genug fürs Gelände sein, aber leicht genug, damit die Kids nicht den Spaß am Uphill und längeren Strecken verlieren. Außerdem sollte es preislich nicht übers Ziel hinausschießen - schließlich sind die Kleinen viel zu schnell aus dem edlen Bike herausgewachsen. Das Roko 24 Trail positioniert sich genau in der Mitte zwischen robustem Gelände-Könner und leichtem Langstrecken-Ass. Ob das Hardtail mit Federgabel einen goldenen Mittelweg einschlägt, haben wir im Test herausgefunden.

Doch klar ist: Ein günstiges Fahrrad für Alltagsausflüge ist das Roko nicht. Mit einem Preis von 1069 Euro spricht es Kinder an, die gewisse Ambitionen im Bike-Sport haben und mit ihrem Flitzer auch Trails erkunden wollen. Laut Roko soll das Bie für Kinder zwischen ca. 115 cm und 135 cm Körpergröße passen. Eine realistische Einschätzung. Wir haben das Bike mit einer 130 cm großen Fahrerin getestet - hier passte es sehr gut.

Die Fakten zum Roko Bike 24” Trail

  • Laufradgröße: 24 Zoll
  • Alu-Rahmen
  • Federgabel mit 80 mm Federweg
  • 10-Gang-Schaltung
  • Gewicht: 8,8 Kilo (BIKE Messwert)
  • Preis: 1069 Euro
  • Vier Farben
  • Größenempfehlung: 115 - 135 cm

​​Leichtbau trifft Performance: Die harten Fakten

​Das Herzstück des Roko 24 Trail ist der extrem leichte Rahmen aus 6061 T6 Aluminium. Während herkömmliche 24-Zoll-Bikes, gerade mit Federgabel, oft in der 10- bis 12-Kilo-Klasse landen, spielt Roko in einer anderen Liga. 8,8 Kilo wiegt unser Testbike. Ebenfalls super: Die Polen verbauen eine sensible Luftfedergabel, die speziell auf das geringe Körpergewicht von Kindern abgestimmt ist. ​Oft scheitert der Fortschritt auf dem Trail am Material. Eine Federgabel, die bei 30 kg Fahrergewicht nicht anspricht, oder ein Bike, das fast halb so viel wiegt wie das Kind selbst, bremst die Motivation. Das Roko 24 Trail ist konsequent zu Ende gedacht: Von den kugelgelagerten Naben mit geringem Rollwiderstand bis hin zu den speziellen Kindersätteln.

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Im Test: Das Roko Bike 24” Trail

Im Testeinsatz konnte das Bike mit den angesprochenen Allround-Eigenschaften voll überzeugen. Die Federgabel funktioniert schon bei rund 22 Kilo Fahrergewicht richtig gut. Der Hub lässt sich auch im normalen Geländeeinsatz und bei nicht allzu radikaler Fahrweise gut nutzen und so liefert die gefederte Front ein spürbares Plus an Sicherheit auf Wurzelwegen und Trails.

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Die leichten, nicht zu extrem profilierten Reifen (Kenda Booster 2,2”) geben guten Vortrieb. Auch längere Strecken auf festen Untergründen gehen damit ohne Maulen von der Hand. Trotzdem sind Komfort, Grip und Dämpfung im Gelände gut. Doch hier wird klar: Für Bikeparks und Sprünge wurde das Bike nicht optimiert. Hier würden krassere Reifen und ein vollgefedertes Bike noch deutlich mehr Reserven und Sicherheit liefern. Diese HD-Features nagen erfahrungsgemäß aber deutlich an der Langstrecken- und Bergtauglichkeit von Kinder-Mountainbikes. Hier ist also eine realistische Einschätzung gefragt: Was soll das Kind mit dem Bike anstellen? Und stimmen Typ und Motivation des Kindes auch zu diesem Einsatzbereich?

Die hydraulischen Bremsen von Tektro verzögern gut. Wenn die Kinder auch mal längere Abfahrten meistern sollen, ist das enorm wichtig. Sonst sorgen schmerzende Finger für Frust. Die Bremshebel ließen sich im Test auch auf die kleinen Kinderhebel anpassen. Allerdings sind die Hebel sehr lang und müssen weit nach innen geschoben werden. Hier ist etwas Geduld und Einstellungsarbeit gefragt, um Schalt- und Bremsgriffe in die richtige Position zu bekommen. Durch die Moosgummigriffe ohne Schraubbefestigung wird das Setup etwas fummelig.

Die Microshift-Schaltung bietet eine sinnvolle Abstufung und ausreichend leichte Bergübersetzung. Allerdings fallen die Handkräfte beim Schalten etwas höher aus, als mit vergleichbaren Shimano-Schaltungen. Die Kinder konnten die Shifter im Test dennoch gut und intuitiv bedienen.

Stärken und Schwächen Roko Bike 24” Trail

Stärken

  • Leicht
  • Gelungene Geometrie und super Handling
  • Guter Mix aus Gelände- und Langstreckentauglichkeit

Schwächen

  • Lange Bremshebel erschweren ergonomische Einstellung
  • Microshift-Gangschaltung etwas schwergängig

​Fazit: Ein Investment in den Fahrspaß

​Mit einem Preis von knapp über 1.000 Euro ist das Roko 24 Trail kein Schnäppchen, aber jeden Cent wert für Familien, die regelmäßig im Gelände unterwegs sind. Es bietet eine gelungene Balance aus Sicherheit, Leichtigkeit und purer Trail-Performance. Besonders hervorzuheben ist die sensible Federgabel, die schon bei leichten Nachwuchs-Fahrern richtig fluffig arbeitet.

Florentin Vesenbeckh sitzt seit seinem zehnten Lebensjahr auf dem Mountainbike. Schon auf der allerersten Tour standen Singletrails im Fokus – und die gehören für ihn auch nach über 30 Jahren im MTB-Sattel zur Quintessenz des Bikens. Seine Jugend verbrachte er mit Wettkämpfen in verschiedenen Bike-Disziplinen und später prägten Jahre als Fahrtechnik-Coach seine radsportliche Vita. Beruflich stehen für den erfahrenen Testredakteur inzwischen E-Mountainbikes im Fokus. In den letzten Jahren testete der diplomierte Sportwissenschaftler und ausgebildete Journalist über 300 Bikes und mehr als 40 verschiedene Motorsysteme in Labor und Praxis.

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