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Van Rysel hat mit dem RCR-G und dem EDR-G zwei Gravelbikes vorgestellt, die unterschiedliche Anforderungen bedienen. Beide Modelle teilen sich die Reifenfreiheit bis 50 mm und Carbon-Rahmen, unterscheiden sich aber in ihrer Ausrichtung. Die Entscheidung zwischen den beiden Bikes fällt leichter, wenn man den eigenen Einsatzbereich kennt.
Das RCR-G wurde für Wettkämpfe entwickelt. “Fast Gravel” nennen es die Van Rysel-Ingenieure. Der High-Modulus-Carbon-Rahmen wiegt 885 g bei Größe M ohne Lackierung, die Gabel bringt 415 g auf die Waage. Das komplette Bike erreicht in der SRAM RED AXS Ausstattung 7,7 kg. Diese Gewichtsverteilung macht sich bei Beschleunigungen und am Berg bemerkbar.
Die Aerodynamik stand im Entwicklungsprozess im Mittelpunkt. Van Rysel nutzte CFD-Analysen und Windkanaltests, um den Rahmen zu formen. Im Vergleich zum Vorgängermodell GCR spart das RCR-G 8,6 Watt. Dieser Vorteil wirkt sich besonders auf schnellen Abschnitten und bei längeren Asphaltpassagen aus, die in modernen Gravel-Rennen häufig vorkommen.
Die Geometrie orientiert sich an Rennrad-Standards. Das Handling reagiert direkt und präzise, was bei technischen Passagen und schnellen Richtungswechseln hilft. Der 27,2 mm Sattelstütze filtert hochfrequente Vibrationen, bleibt aber steif genug für kraftvolle Antritte. Die Integration des monocoque Cockpits bei der RED-Version reduziert das Gewicht weiter und verbessert die Aerodynamik.
Das RCR-G bietet drei Flaschenhalter-Aufnahmen und eine Bento-Box-Befestigung am Oberrohr. Diese Ausstattung reicht für Rennen bis zu mehreren Stunden Dauer. Für längere Touren mit Gepäck fehlen jedoch weitere Befestigungspunkte. Die Kettenblatt-Kompatibilität bis 50T im 1x-Setup und 52T im 2x-Setup ermöglicht verschiedene Übersetzungen je nach Rennstrecke.
Das EDR-G verfolgt eine andere Philosophie. Der Carbon-Rahmen nutzt ein Layup, das Komfort über lange Distanzen priorisiert. Das Gewicht liegt bei 8,75 kg für die GRX-Version in Größe M. Die 950 g Mehrgewicht gegenüber dem RCR-G fallen bei Mehrtagestouren kaum ins Gewicht, wenn dafür Komfort und Vielseitigkeit steigen.
Die integrierte Toolbox unterscheidet das EDR-G von den meisten Gravelbikes. Das System stammt vom Van Rysel EDR Rennrad und wurde für das Gravelbike angepasst. Der Stauraum im Rahmen bleibt auch bei vollgepackten Taschen zugänglich. Das Kit enthält einen kompakten Schlauch, ein Multi-Tool, zwei Reifenheber und eine Mini-Pumpe, die bis 4 bar aufpumpt. Diese Ausstattung ermöglicht Reparaturen ohne externe Werkzeugtasche.
Der Rahmen bietet mehr als 15 Befestigungspunkte für Flaschenhalter, Taschen und Zubehör. Diese Flexibilität macht das EDR-G zur Basis für Bikepacking-Aufbauten. Die Geometrie wurde auf Stabilität ausgelegt, besonders wenn das Bike beladen ist. Das Handling bleibt auch mit Gepäck berechenbar und sicher.
Der Deda Gera Lenker mit 24 Grad Flare gehört zur Serienausstattung. Die breitere Unterlenkerposition verbessert die Kontrolle auf technischen Abfahrten und rauem Untergrund. Die verschiedenen Griffpositionen helfen, Taubheitsgefühle und Schmerzen bei langen Fahrten zu reduzieren. Die Reifenfreiheit bis 50 mm erlaubt den Wechsel zwischen schnellen Slick-Reifen für Asphalt und breiten Profil-Reifen für loses Terrain.
Das EDR-G ist auch mit RockShox Rudy XPLR Federgabel erhältlich. Die 40 mm Federweg filtern Schläge auf rauem Untergrund und verbessern die Traktion. Das Gewicht steigt auf 9,7 kg bei der Force AXS Version mit Federgabel. Diese Variante kostet 3.499 Euro.
Die Federgabel macht Sinn für Fahrer, die häufig auf technischen Trails unterwegs sind oder Komfort über Geschwindigkeit stellen. Für schnelle Mixed-Surface-Rides bleibt die Starrgabel die bessere Wahl, da sie direkter reagiert und weniger Gewicht mitbringt.
Das RCR-G passt zu Fahrern, die an Gravel-Rennen teilnehmen oder trainieren. Die Aerodynamik und das niedrige Gewicht spielen ihre Stärken bei hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten aus. Typische Einsätze sind Wettkämpfe zwischen 80 und 200 km mit hohem Tempo auf gemischtem Untergrund. Das Bike funktioniert auch für schnelle Feierabendrunden und intensive Trainingsfahrten.
Das EDR-G wurde für lange Touren entwickelt. Bikepacking-Trips, Mehrtagestouren und Ultradistanz-Events sind die Kernbereiche. Das Bike trägt Gepäck stabil und bietet genug Komfort, um mehrere Tage im Sattel zu verbringen. Die integrierte Toolbox und die vielen Befestigungspunkte machen das EDR-G autark. Auch für Einsteiger ins Gravel-Fahren eignet sich das EDR-G besser, da es fehlerverzeihender reagiert und mehr Komfort bietet.
Beide Bikes bewältigen Asphalt, Schotter, Waldwege und leichte Trails. Die Unterschiede zeigen sich in den Details. Das RCR-G läuft auf schnellen Schotterpisten und Asphalt am besten. Die Aerodynamik bringt hier messbare Vorteile. Auf technischen Singletrails mit vielen Wurzeln und Steinen stößt das Race-Setup an Grenzen, besonders bei längeren Abfahrten.
Das EDR-G fühlt sich auf rauem Terrain wohler. Die komfortorientierte Abstimmung und die Option der Federgabel erweitern den Einsatzbereich. Sandige Passagen, Kopfsteinpflaster und lange Schotterpisten meistert das EDR-G mit weniger Ermüdung. Auf Asphalt läuft es etwas langsamer als das RCR-G, der Unterschied fällt aber nur bei sportlichem Tempo auf.
Das RCR-G startet mit der Rival AXS Version bei 3.199 Euro. Diese Variante wiegt 8,6 kg in Größe M und nutzt Aluminium-Laufräder. Die Force AXS Version kostet 4.199 Euro, wiegt 8,2 kg und kommt mit VR 35 Carbon-Laufrädern. Das Topmodell mit RED AXS und integriertem Carbon-Cockpit liegt bei 6.599 Euro und wiegt 7,8 kg. Alle RCR-G Modelle nutzen SRAM XPLR Schaltgruppen. >> hier erhältlich
Das EDR-G beginnt bei 2.199 Euro mit Shimano GRX 610 Schaltung und DT Swiss G1800 Laufrädern. Das Gewicht liegt bei 8,75 kg. Die Force AXS Version mit VR32 Carbon-Laufrädern kostet 3.199 Euro und wiegt 8,85 kg. Die Federgabel-Variante mit Force AXS schlägt mit 3.499 Euro zu Buche. >> hier erhältlich
Van Rysel ließ das EDR-G von 30 Testern über 25.000 km fahren. Die zweijährige Entwicklungsphase umfasste verschiedene Fahrertypen und Einsatzbereiche. Die Ultradistanz-Fahrerin Juliette Coquert testete das Bike auf einer selbstversorgten Europa-Tour über 10.000 km. Dieses Feedback floss in die finale Version ein.
Das RCR-G entstand in Zusammenarbeit mit Fahrern des Decathlon CMA CGM WorldTour Teams. Mehrere Prototypen mit unterschiedlichen Carbon-Layups wurden getestet. Die Fahrer bewerteten Steifigkeit, Reaktionsfreudigkeit und Kontrolle. Das finale Layup balanciert diese Eigenschaften für Renneinsätze.
Beide Modelle kommen am 24. August 2026 auf den Markt. Van Rysel wird vor dem Launch weitere Informationen zur regionalen Verfügbarkeit veröffentlichen. Die Bikes werden in den Größen XS bis XL angeboten, die Rival AXS Version des RCR-G gibt es auch in XXS.

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