Mit der Grow-Baureihe betritt Thok ein Segment, in dem die italienische Marke bisher nicht vertreten war: Gravelbikes ohne elektrische Unterstützung. Der Hersteller, der vor allem für E-Mountainbikes bekannt ist, stellt damit erstmals ein sogenanntes Bio-Bike vor. Präsentiert wurde die neue Plattform beim International Bike Festival in Misano.
Allen drei Varianten basieren auf dem gleichen Carbon-Monocoque-Rahmen mit innen verlegten Zügen. Thok spricht von einer „Race-Geometrie“, nennt jedoch keine konkreten Werte zu Reach, Stack, Radstand oder Lenkwinkel. Damit bleibt offen, wie sportlich oder langstreckentauglich die Sitzposition tatsächlich ausfällt.
Der Rahmen wird in den Größen M, L und XL angeboten. Angaben zum Gewicht, zur maximalen Reifenfreiheit sowie zu Befestigungspunkten für Taschen, Schutzbleche oder zusätzliche Flaschenhalter macht Thok bislang ebenso wenig. Gerade für Fahrerinnen und Fahrer, die ein Gravelbike für mehrtägige Touren suchen, wären diese Informationen nicht uninteressant. Auf den Bildern sichtbar ist lediglich ein ins Unterrohr integriertes Staufach. Modellübergreifend montiert Thok Schwalbe G-One R in der Dimension 45-622. Die 45 Millimeter breiten Reifen deuten auf einen Einsatzbereich hin, der Asphalt, festen Schotter und leichtere Naturwege abdecken soll.
Thok schreibt seinem Premieren-Gravelbike einen breiten Einsatzbereich zu. Die technischen Daten weisen zunächst auf einen sportlich orientierten Ansatz hin: Alle drei Modelle fahren mit Einfach-Kurbeln und groß abgestuften Kassetten – womit man sich aufgrund der vereinfachten Schaltlogik vor allem an Gravelbiker richtet, die es mit dem Geländeeinsatz ernst meinen. Mit 44, 42 beziehungsweise 40 Zähnen unterscheiden sich die Kettenblätter je nach Modell deutlich – das Pro mit dem größten Kettenblatt richtet sich entsprechend an die leistungsorientiertere Klientel.
Das Grow Pro markiert mit 4.990 Euro die Spitze der Baureihe. Es kombiniert eine elektronische Sram Force AXS mit einem GX-T-Type-Schaltwerk, Carbonlaufrädern von Zipp und einem integrierten Thok-Carbonlenker. Außerdem gehört ein Quarq-Leistungsmesser zur Serienausstattung. Thok positioniert das Pro als racingorientierte Variante. Ob das Gesamtkonzept diesem Anspruch auch im Fahrbetrieb gerecht wird, bleibt abzuwarten.
Das Grow Comp liegt mit 3.990 Euro genau in der Mitte und setzt ebenfalls auf eine elektronische AXS-Schaltung, allerdings mit günstigeren Sram Rival-Komponenten und Miche-Sterrato-45-Laufrädern, ebenfalls Carbon. Die 10-52-Kassette wird mit einem 42-Zähne-Kettenblatt kombiniert, den integrierten Leistungsmesser sparen sich die Italiener beim günstigeren Comp-Modell.
Mit 2.990 Euro liegt das Grow FR (First Ride) als Einstiegsmodell immer noch im soliden Mittelpreis-Bereich. Die Version kombiniert eine Sram Apex XPLR mit einem mechanischen Apex-Eagle-Schaltwerk, einer 11-50-Kassette und DT-Swiss-G1800-Laufrädern. Im Unterschied zu den beiden teureren Modellen verwendet Thok hier kein integriertes Carboncockpit, sondern einen FSA-Vorbau mit separatem A-Wing Pro AGX-Lenker von FSA.
Die neue Grow-Familie soll ab März 2027 im Fachhandel sowie online über Thok erhältlich sein. Zur Auswahl stehen insgesamt vier Lackierungen. Begleitend hat Thok die digitale Plattform „Thok Arcade“ aufgesetzt. Dort sollen Interessierte Inhalte zum Produktstart, interaktive Aktionen und Informationen zur Bestellmöglichkeit erhalten. Für die Kaufentscheidung dürften letztlich jedoch die noch offenen technischen Angaben und erste Praxiserfahrungen wichtiger sein. Thok behält sich zudem vor, Ausstattungsdetails bis zum Marktstart ohne vorherige Ankündigung zu ändern.

Chefredakteur
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.