G-One RS Pro und G-One RX ProSchwalbe kündigt 32-Zoll-Reifen für Gravelbikes an

Josh Welz

 · 21.09.2026

Schwalbe steckt seinen Claim im Gravel-Revier frühzeitig ab und kündigt jetzt bereits zwei 32-Zoll-Reifen für das Frühjahr 2027 an.
Foto: Schwalbe

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Schwalbe bringt mit dem G-One RS Pro und G-One RX Pro erste 32-Zoll-Gravelreifen. Die Technik verspricht Vorteile auf grobem Terrain, steht aber erst am Anfang ihrer Marktentwicklung.


​Unser Fazit zu Schwalbes 32-Zoll-Vorstoß

Schwalbes G-One RS Pro und RX Pro machen 32 Zoll im Gravelmarkt erstmals konkret greifbar. Die Reifen adressieren ein nachvollziehbares Performanceversprechen, bleiben aber Teil eines noch unreifen Gesamtsystems. Ob sich das Format verbreitet, entscheiden nicht nur Rennerfolge, sondern insbesondere die Komponenten-Zulieferer.


Schwalbe erweitert seine Gravelreifen-Familie um ein Format, das bislang vor allem über Prototypen, individuelle Rahmenbauten und vereinzelte Renneinsätze sichtbar wurde. Der G-One RS Pro und der G-One RX Pro sollen ab April 2027 im Fachhandel erhältlich sein, jeweils in den Dimensionen 50-686 und 55-686. Passende Schläuche sind ebenfalls angekündigt.

Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem 32 Zoll im Gravelbereich deutlich an Aufmerksamkeit gewinnt. Ein etablierter Standard ist die Größe jedoch noch nicht. Reifen, Laufräder, Gabeln und Rahmen müssen als Gesamtsystem neu entwickelt und aufeinander abgestimmt werden. Gerade beim Gravelbike ist der 32-Zoll-Trend deshalb noch ausgesprochen jung.

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Zwei Profile, ein neues Format

Mit dem G-One RS Pro und G-One RX Pro überträgt Schwalbe zwei bekannte Gravelprofile auf die neue Laufradgröße. Der RS Pro zielt auf einen schnellen, rollorientierten Einsatz, der RX Pro auf wechselhaftes und anspruchsvolleres Terrain.

Zu Gewicht, Karkassenaufbau, Gummimischung, Tubeless-Freigaben oder empfohlenen Felgeninnenweiten nennt Schwalbe bislang keine Details. Das unterstreicht den frühen Entwicklungsstand: Der Reifen ist nicht einfach eine weitere Größe, sondern Bestandteil eines neuen Systems. Aber offenbar will der Reifenhersteller aus dem Bergischen Land frühzeitig seinen Claim abstecken.

Noch kein Marktstandard

Die Kennung 686 steht für den Felgensitzdurchmesser und damit für einen deutlichen Schritt über die im Gravelbereich übliche 622er-Felge hinaus. Mit dem größeren Außendurchmesser wachsen auch die Anforderungen an Fahrwerks- und Rahmenkonstruktion.

Die Größenbezeichnung ist erklärungsbedürftig: Gravelbikes mit 622er-Felgen werden je nach Reifenbreite als 28 oder 29 Zoll eingeordnet. 32 Zoll setzt hingegen auf einen tatsächlich größeren Felgensitzdurchmesser von 686 Millimetern.

Beim Unbound Gravel 2026 gewann Robin Gemperle das 563 Kilometer lange XL-Rennen auf einem Scott-Prototypen mit einem 50 Millimeter breiten 32-Zoll-G-One-RX-Prototyp. Auch der Deutsche Leon Kaiser fuhr beim hochkarätig besetzten 226ERS UCI Gravel World Series-Rennen in Girona ebenfalls auf einem 32-Zoll-Gravelbike zum Sieg. Das ist ein relevanter Belastungstest für das Konzept, ersetzt aber keine breite Marktvalidierung.

Schwalbe rechnet damit, dass erste 32-Zoll-Gravelbikes bereits zum Herbstbeginn 2026 als Serienbikes auf den Markt kommen (und als OEM-Zulieferer sollten sie das auch ganz sicher wissen). Die serienreifen Reifen folgen mit Abstand im April 2027. Bisher kann man 32-Zoll-Gravel-Rahmensets und Custom-Bikes nur vereinzelt von Nischen-Herstellern kaufen.

Was der größere Durchmesser bringen soll

Das wichtigste Argument für 32 Zoll ist das Überrollverhalten. Ein größeres Laufrad trifft flacher auf Steine, Wurzeln und Auswaschungen. Es soll dadurch weniger stark abgebremst werden und auf rauem Untergrund ruhiger laufen. Gerade auf langen, schnellen Schotterpassagen bringt das mehr Stabilität, Sicherheitsgefühl, Traktion und Komfort.

Dagegen stehen die konstruktiven Nachteile. 32-Zoll-Laufräder passen nicht in bestehende Gravelbikes. Hersteller müssen unter anderem Kettenstreben, Gabelhöhe, Steuerwinkel, Tretlagerposition und Überstandshöhe neu ausbalancieren. Besonders bei kleinen Rahmengrößen wird das schwierig.

Auch die rotierende Masse steigt. Größere Felgen, längere Speichen und voluminöse Reifen bedeuten mehr Gewicht und beeinträchtigen dadurch Beschleunigung und Agilität. Es bleibt also eine Abwägung der Vor- und Nachteile.

Für Handel und Kundschaft bleibt zudem die Teileversorgung ein Thema. Ersatzreifen, Schläuche, Laufräder und geeignete Gabeln müssen verfügbar sein, bevor ein alltagstaugliches System entstehen kann. Mehrere Hersteller arbeiten an Komponenten, doch der Markt befindet sich weiterhin in einer frühen Aufbauphase.

Die wichtigsten Infos im Überblick

  • Modelle: Schwalbe G-One RS Pro und G-One RX Pro.
  • Größen: 50-686 und 55-686, also 50 beziehungsweise 55 Millimeter Breite auf 686er-Felgen.
  • Verfügbarkeit: Ab April 2027 im Fachhandel, passende Schläuche inklusive.
  • Ausrichtung: RS Pro für schnelle Gravel-Einsätze, RX Pro für anspruchsvolleres Terrain

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Josh Welz

Josh Welz

Chefredakteur

Josh Welz ist studierter Sportjournalist und prägt als Chefredakteur die publizistische Ausrichtung der BIKE. 2016 griff Welz den E-Trend auf und entwickelte den Titel EMTB. Entsprechend bewegt er sich gerne zwischen den Welten. Da seine Begeisterung für knackige Trails aber größer ist als sein Trainingsfleiß, schlägt das Pendel häufig in Richtung „E“ aus.

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