„Eins der sportlichsten Gravelbikes, das es derzeit zu kaufen gibt“, urteilten die Tester der TOUR in einem früheren Test. Das Kürzel FF im Namen sagt alles. Es bedeutet Fast Forward. Die Bike-Konstrukteure trimmten das Backroad FF auf Vortrieb und verpassten dem Gravelbike eine sehr race-orientierte Geometrie, die eher an das Straßenrad Xlite angelehnt ist als an den Klassiker Backroad. Die racigen Geo-Werte gepaart mit einer tiefen Front strecken den Fahrer und verteilen viel Druck auf die Handgelenke. Kurzum: Ob dieses Marathon-Rennrad für eine Bike-Packing-Tour geeignet sein würde? Vermutlich nein.
Bei einer Körpergröße 178 cm wählte ich Größe M, was sich als passend herausstellte. M/L hätte die Fahrposition noch raciger gemacht. Nein, danke!
| Sitzrohrlänge | mm | 505 | 525 | 550 | 585 |
| Oberrohrlänge | mm | 546 | 564 | 582 | 603 |
| Steuerrohrlänge | mm | 134 | 153 | 171 | 195 |
| Steuerrohrwinkel | ° | 72 | 72,25 | 72,5 | 72,5 |
| Sitzwinkel | ° | 75 | 74,5 | 74,5 | 74,5 |
| BB-Drop | mm | 75 | 72 | 72 | 72 |
| Kettenstreben | mm | 420 | 420 | 420 | 420 |
| Radstand | mm | 1016 | 1030 | 1046 | 1067 |
| Max. Sitzhöhe (Stütze 360 mm) | mm | 795 | 815 | 845 | 875 |
| Reach | mm | 396 | 405 | 418 | 432 |
| Reach+ | mm | 576 | 585 | 608 | 622 |
| Stack | mm | 558 | 574 | 592 | 616 |
| Stack+ | mm | 643 | 659 | 677 | 701 |
| Überstandshöhe (100 mm vor BB) | mm | 796 | 817 | 837 | 868 |
| Stack/Reach-Ratio | – | 1,41 | 1,42 | 1,42 | 1,43 |
| Stack/Reach-Ratio+ | – | 1,12 | 1,13 | 1,11 | 1,13 |
| Gabelvorlauf (Offset) | mm | 48 | 48 | 48 | 48 |
| Laufrad Durchmesser | Zoll | 700C | 700C | 700C | 700C |
| Max. Reifenbreite | Zoll | 45 | 45 | 45 | 45 |
| Gabellänge | mm | 390 | 390 | 390 | 390 |
| Lenkerbreite | mm | 400 | 400 | 400 | 400 |
| Kurbelarmlänge | mm | 172,5 | 172,5 | 175 | 175 |
| Vorbaulänge | mm | 100 | 100 | 110 | 110 |
| Größen Empfehlung | cm | 174–181 | 179–186 | 183–193 | 191–200 |
| Systemgewicht | kg | 120 | 120 | 120 | 120 |
Hier sieht man die neue Lack-Option im Close-Up: Dirty Lemon. Wem das zu progressiv ist, kriegt das Bike auch in schickem Weiß. Lila und Pistazie sind auch zu haben. Für ein Modell die sehr eigenwillige Farbe Rotten Candy. Das Einstiegsmodell Rival XPLR AXS ist mit der 1x13 Rival-Funkschaltung von Sram ausgerüstet. Damit kam ich wunderbar zurecht. Mein Bruder litt unter Akku-Angst und lud die Schaltwerksbatterien alle zwei Tage auf. Da hat er etwas überreagiert. Dennoch: ein Auge sollte man drauf haben, will man nicht im Singlespeed durch die Gegend fahren, was mir bereits mehrfach passiert ist – allerdings nicht auf dieser Tour. Also Auge drauf: Eine LED am Schaltwerk zeigt den Akkustand an. Grün = voll/gut, Rot = gering, Rot blinkend = fast leer.
Das Rose Backroad FF ist in vier verschiedenen Ausstattungsvarianten zu haben. Die Unterschiede bestehen in der Schaltgruppe, Bremsen und Kurbel. Mein Testbike war mit Sram Rival ausgerüstet. Die Modelle drüber gibt es mit Shimano GRX (zweifach Kettenblatt), Sram Force und Sram Red als Topmodell für 7000 €. Außer dem Einstiegsmodell rollen alle auf Carbonfelgen. Bis zu fünf Farben stehen zur Auswahl: Sweet Plum (lila, Dirty Lemon (beige/gelb marmoriert), Supersonic Gray (weiß), Pistachio (lindgrün), Rotten Candy (Rosa mit schwarzen Haaren).
Gewichte: von 8,6 bis 7, kg beim Topmodell.
Grundsätzlich bin ich ein Fan von beschleunigungsstarken Carbon-Laufrädern. Das Backroad FF Rival ist allerdings als einziges FF-Modell mit Alufelgen ausgestattet. Darauf: 40er Schwalbe G-One R Performance mit dezentem, leicht rollendem Profil als Schlauchreifen. Die Kombi funktionierte gut und lieferte in dem recht sanften Gelände ausreichend Grip.
Da wird sich der Race-Graveller Backroad FF gewundert haben, als ich ihn mit Taschen behängte. Zweckentfremdung, könnte man sagen. Ich wählte Sattel-, Rahmen- und Oberrohrtasche von Cyclite aus Oberbayern, die sich auf hochwertige Bikepacking-Taschen spezialisiert haben. Hochpreisig, doch dafür auch sehr hochwertig. Ich war voll zufrieden.
Das Backroad FF Rival XPLR AXS ab 3650 € ist ein tolles Gravelbike. Punkt. Zu einem anderen Ergebnis kann man kaum kommen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist beeindruckend – eine Stärke des Versenders Rose. Das Rad muss sich vor niemanden verstecken, auch nicht vor der imagebeladenen Italo-Konkurrenz. Die Fahrposition ist gestreckt-sportlich, wie man es von einem Race-Gravelbike erwartet. Für lange Bike-Packing-Missionen empfiehlt sich der Flitzer weniger (was zu erwarten war), dafür fehlt der Komfort. Mir schmerzten am Ende des Tages die Handgelenke. Selbst schuld kann man da sagen. Dafür wurde ich belohnt mit viel Vortrieb, einem spitzigen Handling, schneller Beschleunigung und einer sehr schicken Optik. Wie heißt es so treffend: für Schönheit muss man bereits sein, ein bisschen zu leiden.
Dimitri Lehner, 1,78 Meter, BIKE Tester

Redakteur
Dimitri Lehner war Fallschirmjäger-Offizier, ist diplomierter Sportwissenschaftler und studierte an der renommierten Deutschen Sporthochschule Köln. Ihn fasziniert fast jede Disziplin des Funsports – Bewegung und Abenteuer prägen sein Leben. Seine neueste Leidenschaft: das Gravelbike. Damit fuhr er kürzlich von München an die Ostsee – und fand es herrlich. Und anstrengend. Herrlich anstrengend.