Mit dem Flaanimal 5.0 hat die US-amerikanische Marke Rodeo Labs die mittlerweile fünfte Evolutionsstufe ihres vielseitigen Gravel- und Adventure-Bikes im Programm. Der Rahmen steht sinnbildlich für den Ansatz der kleinen Schmiede aus Colorado: maximale Vielseitigkeit, technische Kreativität und ein klarer Fokus auf echte Offroad-Abenteuer. Doch was macht das Flaanimal 5.0 so besonders?
Das Rodeo Labs Flaanimal 5.0 soll kein x-beliebiges Gravelbike, sondern eine Plattform für nahezu jede Art von Offroad-Abenteuer sein - ein durchdachtes High-End-Spielzeug mit Abenteuer-Genen. Die Mischung aus Stahl und Carbon, die enorme Reifenfreiheit und die konsequente Modularität machen es zu einem besonders vielseitigen Gravelbike, mit dem man Alltag, Gravel-Rennen und Bikepacking-Touren gleichermaßen in Angriff nehmen kann.
Im Kern bleibt das Flaanimal ein klassischer Stahlrahmen – allerdings mit einem modernen Twist. Rodeo Labs kombiniert hochwertige Stahlrohre mit einem Carbon-Steuerrohr und Sitzrohr, um Gewicht zu sparen und gezielt Steifigkeit zu erhöhen. Die nötigen Carbonrohre werden von einem Spezialisten in Japan verwoben und sollen besonders leicht bauen. Diese Hybridbauweise ist im Gravel-Segment nach wie vor selten und zeigt den experimentellen Ansatz der Marke. Ziel ist es, die Robustheit und das Fahrgefühl von Stahl mit den Performance-Vorteilen moderner Materialien zu verbinden. Die speziell geformten Sitzstreben aus Stahl sollen den Sitzkomfort auf langen Touren erhöhen. Alle Züge verlaufen innenverlegt im Rahmen. Gefertigt wird das Chassis des Rodeo Labs Flaanimal 5.0 nach einhundertprozentigen Vorgaben des Herstellers in Taiwan. Gegen Aufpreis kann der Kunde die Lackierung der Stahlrohre frei wählen.
Rodeo Labs beschreibt das Flaanimal 5.0 selbst als „Multi-Use Adventure Frameset“. Die Plattform ist konsequent auf Anpassungsfähigkeit ausgelegt. Mit diesen Attributen soll sich das Flaanimal sowohl als schneller Gravel-Racer als auch als Bikepacking-Gefährt aufbauen lassen:
Eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung war laut Hersteller die Kombination aus breiten Reifen und klassischem Tretlagerstandard. Die Lösung: ein speziell entwickeltes Yoke-Design an der Kettenstrebe, das zusätzlichen Platz schafft, ohne die Kompatibilität mit konventionellen Road- und Gravel-Kurbeln einzuschränken. Diese Konstruktion erlaubt die enorme Reifenfreiheit von bis zu 54 Millimetern, bringt aber auch zusätzliche Komplexität ins Rahmendesign. Eine aufwändige CNC-Nachbearbeitung spart auch in diesem Bereich Gewicht ein.
Zum Frameset gehört die hauseigene Rodeo Labs Spork 3.0 Carbon-Gabel, die nicht nur Gewicht spart, sondern auch funktional überzeugen will. Sie ist kompatibel mit Frontgepäckträgern und für Lasten bis zu 12,5 Kilogramm ausgelegt. Außerdem ist sie für die Aufnahme eines Nabendynamos vorbereitet. Damit kann das Flaanimal endgültig zum ernstzunehmenden Expeditionstool werden – egal ob auf mehrtägigen Touren oder ultralangen Rennen.
Dass das Flaanimal 5.0 nicht nur für Abenteuer, sondern auch für Wettkampf taugt, zeigt ein Blick in die Praxis: Das Bike wurde unter anderem beim legendären Ultra-Distance-Race Tour Divide erfolgreich eingesetzt und konnte dort in einzelnen Kategorien bereits Siege einfahren. Diese Dualität – Race-Performance und Expeditionstauglichkeit – macht das Gravelbike von Rodeo Labs besonders spannend.
Ein weiteres Highlight ist die hohe Anpassbarkeit des Aufbaus. Vom Singlespeed-Setup bis hin zum modernen 1x12-Antrieb sind zahlreiche Konfigurationen möglich. Die horizontal verschiebbaren Ausfallenden erlauben eine minimale Kettenstrebenlänge von 415 Millimetern. Auch unterschiedliche Laufradgrößen und Einsatzzwecke lassen sich mit wenigen Anpassungen realisieren. Die variable Geometrie und die modularen Dropouts unterstreichen: Das Rodeo Labs Flaanimal 5.0 will kein Spezialist, sondern ein Werkzeugkasten auf zwei Rädern sein.
Ich habe ein Faible für Marken, die einen eigenen Weg gehen und das spezielle Hybrid-Design des Rodeo Labs Flaanimal 5.0 Rahmens spricht den Tech-Nerd in mir an. Durchdachte Stahl-Elemente, gewobenes Carbon, viel Reifenfreiheit und Aufbau-Optionen: Der Rahmen hat alles, was ich von einem Gravelbike will. Schade, dass die Verfügbarkeit in Europa gar nicht so einfach ist. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur

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