Preis-Leistungs-HammerDas Cube Nuroad C:62 EXC

Josh Welz

 · 13.05.2026

Cube Nuroad C:62 EXC: Carbonpaket aus Rahmen, Cockpit, Sattelstütze und Laufräder, dazu Antrieb und Bremsen der Sram Force AXS E1-Linie. Preis: 3.399 Euro.
Foto: Georg Grieshaber

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Mit dem Nuroad C:62 EXC liefert Cube eine Kampfansage an die Gravel-Oberklasse. Ein federleichter Carbonrahmen trifft auf die exklusive 13-fach SRAM Force AXS – Technik-Träume werden hier bezahlbar.

Fazit

​Das Cube Nuroad C:62 EXC* ist das derzeit eines der attraktivsten Gesamtpakete für sportliche Gravel-Piloten. Für 3.399 Euro bieten die Oberpfälzer eine Ausstattung, die normalerweise erst jenseits der 5.000-Euro-Marke beginnt: kabellose 13-fach-Schaltung, Carbon-Laufräder und ein integrierter Powermeter. Wer auf maximale Performance bei minimalem Gewicht schielt und keine Lust auf teure Upgrades hat, findet hier sein Ziel. Ein echtes Statement-Bike.

​Bevor wir in die Details zum Cube Nuroad C:62 EXC einsteigen, geben wir eine Überblick über die Nuroad-Produktpalette und machen einen kleiner Ausflug in die Nomenklatur der Oberpfälzer.

Bei Cube steht „Nuroad“ (ohne Zusatz) für die Aluminium-Modelle und „Nuroad C:62“ für die Carbon-Varianten. Die Modellkürzel ziehen sich bei Cube wie ein roter Faden durch fast alle Kategorien und geben Aufschluss über die verbaute Schaltgruppe und die Wertigkeit der Komponenten.

Die Top-Modelle

SLT (Super Light Technology)

Das Beste vom Besten. Hier verbaut Cube das geringste Gewicht und die teuersten Komponenten (meist SRAM Red AXS oder Shimano Dura-Ace/GRX Di2 Niveau). Oft mit hochwertigen Carbon-Laufrädern und integriertem Carbon-Cockpit.

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SLX (Super Light Cross)

Die „gehobene Mittelklasse“ bis Oberklasse. Hier findest du meist elektronische Schaltungen (SRAM Force oder Rival AXS / Shimano GRX Di2) – der Sweetspot für ambitionierte Fahrer, die moderne Technik ohne den „Luxus-Aufschlag“ der SLT-Serie wollen.

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Die Mittelklasse

Race

Der Klassiker. Hier steht die Performance im Vordergrund, meist realisiert durch die bewährte Shimano GRX 2x12 Gruppe. Es ist das Modell für alle, die eine feine Abstufung der Gänge und eine große Bandbreite für Straße und Gelände suchen.

EXC

Dieses Kürzel steht oft für eine „Exzellent“-Ausstattung, die knapp über dem Pro-Modell liegt. Häufig kommen hier langlebige Komponenten zum Einsatz, die für viel Fahrerlebnis bei moderatem Gewicht sorgen.

EX

Das „X“ steht meist für 1-fach Antriebe (kein Umwerfer vorne). Diese Modelle sind für technischeres Gelände oder Puristen gedacht, die eine einfache, intuitive Bedienung und weniger Defektanfälligkeit bei allen Witterungen bevorzugen. In dieser Kategorie finden sich Bike mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis für Fahrer, die nicht den höchsten technischen Anspruch anlegen.

Die Einstiegs-Modelle

Pro

Das solide Arbeitstier. Hier werden meist mechanische Shimano GRX-Antriebe und andere verlässliche Komponenten verbaut. Hier findet man einen sehr attraktiven Preispunkt, ohne bei Geometrie oder dem Rahmen deutliche Abstriche machen zu müssen.

One

Das Basismodell. Es markiert den preislichen Einstieg in die Nuroad-Welt. Ideal für Gelegenheitsfahrer oder Einsteiger, die ein robustes Budget-Bike für den Alltag und gelegentliche Touren suchen.

Sonderausführungen

FE (Fully Equipped)

Wie der Name sagt, kommen diese Bikes „voll ausgestattet“. Das bedeutet: fest installierte Schutzbleche, ein dezenter Gepäckträger, ein Seitenständer und eine vollwertige Lichtanlage (oft mit Nabendynamo). Das macht sie zu den perfekten Pendlerrädern („Commuter“).

Zwischen Tradition und Innovation

Das Cube Nuroad hat eine bemerkenswerte Wandlung vollzogen. Was vor Jahren als einfacher „Allroader“ begann, der eher einem Rennrad mit breiteren Reifen glich, hat sich zum ernstzunehmenden Offroad-Sportler entwickelt. Cube hat dabei die perfekte Rezeptur für sein Kuchenstück im Markt gefunden: Hochwertige Materialien kombiniert mit einer Geometrie, die niemanden überfordert, aber fordert.

Die C:62-Serie stellt dabei die Speerspitze dar. Der Name bezieht sich auf das spezielle Herstellungsverfahren, bei dem 62 Prozent Carbonfasern im Verbundmaterial verwendet werden. Das Ziel: Weniger Harz, mehr Faser, weniger Gewicht. Für das Modelljahr 2026 hat Cube den Rahmen weiter optimiert. Besonders die Reifenfreiheit von nun bis zu 50 mm zeigt, dass Cube die Signale des Markt wahrgenommen und umgesetzt hat. Das Nuroad ist nun endgültig bereit für grobes Gelände, ohne seine Wurzeln als schnelles Langstreckenrad zu verleugnen.

Die Optik des EXC-Modells in „carbon´n´crisscross“ unterstreicht diesen technischen Anspruch. Das rohe Carbon-Finish wirkt edel und funktional zugleich, während die vollständige Integration der Züge durch das neue One-Piece-Carbon-Cockpit für eine cleane Silhouette sorgt, die man sonst meist bei teureren Bikes findet.

So fährt sich das Cube Nuroad C:62 EXC

Das Carbonmodell C:62 punktet mit einer Sattelstütze aus Carbon, die flexen kann und dadurch Unebenheiten spürbar glättet. Allerdings ist die Stütze mit 350 Millimetern recht kurz, was es für größere Fahrerinnen und Fahrer erschweren kann, die passende Sitzposition einstellen zu können. Erst ab Rahmengröße L verbaut Cube eine längere 400-Millimeter-Variante. In den Labormessungen erreicht das Carbon-Cube beim Heckkomfort einen guten Wert: 134 Newton pro Millimeter. Das Bike vermittelt dabei ein sicheres Fahrgefühl im Gelände, bleibt dank des geringeres Gewicht trotzdem agil und hängt gut am Gas. Beim Antritt und im Wiegetritt spürt man die hohe Steifigkeit im Tretlagerbereich. Der Stack-Reach-Wert liegt bei 1,52, die Sitzposition ist moderat sportlich. Dazu kommt ein flacher Lenkwinkel und langer Radstand. Bei schnellen Abfahrten auf losem Schotter liegt das Rad damit sehr sicher, in engen Kurven und winkeligen Trails wirkt es aber auch mal etwas sperrig.

Technik-Feuerwerk: Schaltung und Ausstattung

Cube verbaut die SRAM Force XPLR AXS E1 in der 13-fach-Konfiguration – ein bedeutender Schritt in Sachen Bandbreite und Abstufung im Vergleich zu den klassischen 12-fach-Systemen. Das hilft, auf schnellen Asphaltpassagen die richtige Trittfrequenz zu finden, ohne im steilen Gelände auf Rettungsringe verzichten zu müssen.

Zusätzlich spendiert Cube dem EXC einen serienmäßigen Powermeter in der Kurbel – für ambitionierte Fahrer ein hilfreiches Werkzeug zur Trainingssteuerung, das bei fast allen anderen Herstellern in dieser Preisklasse mühsam nachgerüstet werden muss. Die Newmen Advanced G.34 Carbon-Laufräder runden das Paket ab. Sie sind leicht, stabil und unterstützen das agile Einlenkverhalten des Rades massiv.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Preis: 3.399 Euro >> hier erhältlich
  • Rahmenmaterial: C:62 Carbon
  • Rahmengrößen: XS (50cm), S (53cm), M (56cm), L (58cm), XL (61cm)
  • Gewicht: ca. 8,2 kg (Herstellerangabe)
  • Antrieb/Schaltung: SRAM Force XPLR AXS E1, 13-fach (kabellos-elektronisch)
  • Bremsen: SRAM Force AXS E1, hydr. Scheibenbremsen (160/160 mm)
  • Reifen: Schwalbe G-One R Pro, Tubeless Easy, 45 mm (bis zu 50 mm möglich)
  • Laufräder: Newmen Advanced G.34 Carbon, Tubeless Ready

Einschätzung zum Preis-Leistungs-Mix

In einer Branche, in der die Preise in den letzten Jahren oft nur eine Richtung kannten, ist das Cube Nuroad C:62 EXC ein Lichtblick. Kein anderes Rad am Markt bündelt einen hochwertigen Carbonrahmen mit einer SRAM Force 13-fach Gruppe, einem Powermeter und Carbon-Laufrädern für unter 3.500 Euro.

Cube schafft es hier, die Lücke zwischen der gehobenen Mittelklasse und den echten Profi-Modellen fast vollständig zu schließen. Das Bike eignet sich für Racer, die an der Startlinie eines Gravel-Events stehen wollen, ebenso wie für sportliche Genussfahrer, die sich an feiner Technik erfreuen. Wer auf die prestigeträchtigen Namen mancher US-Marken verzichten kann, bekommt hier technisch mehr geboten als bei manchem Konkurrenten in der 5000-Euro-Liga.

Josh Welz

Josh Welz

Chefredakteur

Josh Welz ist studierter Sportjournalist und prägt als Chefredakteur die publizistische Ausrichtung der BIKE. 2016 griff Welz den E-Trend auf und entwickelte den Titel EMTB. Entsprechend bewegt er sich gerne zwischen den Welten. Da seine Begeisterung für knackige Trails aber größer ist als sein Trainingsfleiß, schlägt das Pendel häufig in Richtung „E“ aus.

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