Race-Gravelbike mit 29 Zoll ReifenCanyon Grail CF SLX Generation 3

Jan Timmermann

 · 17.09.2026

So sieht es aus: Das neue, aerodynamisch optimierte Canyon Grail Race-Gravelbike mit fetten Reifen.
Foto: Max Fuchs
Das neue Canyon Grail Race-Gravelbike bietet Platz für bis zu 29 mal 2,25 Zoll breite Reifen. Die Koblenzer präsentieren damit ein topmodernes Carbon-Gravelbike für die prestigeträchtigsten Wettkämpfe des Planeten. Wir verraten was das neue Canyon Grail der Generation Drei kostet, wiegt und bietet.

Themen in diesem Artikel

Das neue Canyon Grail wurde bis in die letzte Carbonfaser auf die Ansprüche der jungen Gravel-Racing-Disziplin angepasst. Race-Gravelbikes kamen einen langen Weg. Als das Grail in seiner ersten Auflage 2018 am Start des Unbound Gravel Kurses stand, sollte die Gewinner-Zeit bei 10 Stunden und 44 Minuten liegen. Fünf Jahre später, das gleiche Event und die zweite Ausbaustufe des Canyon Grail: Diesmal brauchte der Sieger nur noch zehn Stunden und sechs Minuten. Dieses Jahr gingen die Profis des Canyon All-Terrain Racing Teams auf der dritten Generation des Grail auf die Strecke. Der allgemeine Performance-Sprung im Gravel-Racing wird anhand der Siegerzeit 2026 von nur noch neun Stunden und 14 Minuten mehr als deutlich. Race-Gravelbikes werden immer schneller. Zutreffen soll das auch auf das brandneue Canyon Grail.

Fazit

Bereits auf dem Papier wird deutlich, wie viel Gedanken Canyon ins neue Grail gesteckt hat. Eine optimierte Aerodynamik bei großer Reifenfreiheit ist meiner Meinung nach die Zukunft des Race-Gravelbikes und wird beim Grail der Generation Drei konsequent umgesetzt. Die zahlreichen Zusatz-Features und eine faire Preispolitik dürften die Kaufentscheidung für sportliche Gravelbiker erleichtern. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur

Das Canyon Grail Gen 3 im Detail

  • Einsatzbereich: Race-Gravelbike
  • Reifenfreiheit: 57 mm
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Gewicht: ab 7,8 kg
  • Preis: ab 2499 Euro
  • Besonderheiten: Rahmenstaufach, Cyclite-Taschensystem, Aufnahmen für Schutzbleche, Flex-Sattelstütze, zerlegbare Cockpit-Einheit

Aus dem Rennen in den Onlineshop

Für die Neuentwicklung des Canyon Grail steckten sich die Entwickler hohe Ziele. Tatsächlich wollten sie das neue Race-Gravelbike in allen relevanten Punkten besser machen. Im Vergleich zum Vorgänger sollte das Grail der Generation Drei mehr Reifenfreiheit, eine bessere Aerodynamik, eine optimierte Anpassungsfähigkeit und ein leistungsfähigeres Handling erschaffen. Einzig beim Systemgewicht war Canyon bereit im Abgleich mit der Generation Zwei kleine Kompromisse einzugehen. Um diese illustren Meilensteine zu erreichen, arbeiteten die Profi-Athleten und das Ingenieurs-Team eng zusammen. Immer wieder wurde auf Prüfständen, im Windkanal und in der Renn-Praxis getestet und ausprobiert.

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Das neue Canyon Grail Race-Gravelbike rollt mit einer Reifenfreiheit von 57 Millimetern auf die Rennstrecke. Damit passen auch 29 mal 2,25 Zoll breite Gravel-Reifen der neusten Generation ins Chassis. Dank den breitbandigen Gravel-Antrieben der aktuellen Zeit konnte der Umwerfer wegrationalisiert werden. Das Canyon Grail Gen 3 ist nur noch mit Einfach-Kettenblättern kompatibel. Für die richtig schnellen Kurse und die besonders fitten Beine ist das Bike darf dieses bis zu 52 Zähne haben.

Schneller dank breiter Reifen

Im Sinne des All-Terrain Racing Teams ist ein Race-Gravelbike dann besonders schnell, wenn es einen geringen Luftwiderstand mit der Option auf breite Reifen vereint. Das neue Canyon Grail soll sowohl bei 35 als auch bei 45 Kilometern pro Stunde Fahrgeschwindigkeit weniger Luftwiderstand besitzen als seine wichtigsten Konkurrenten. Natürlich verglich Canyon das neue Race-Gravelbike auch mit seinem direkten Vorgänger. Nach den Messungen im Windkanal soll das Grail der Generation Drei selbst mit 15 Millimeter breiteren Reifen noch aerodynamischer durch den Wind gleiten als das Grail Generation Zwei. Tatsächlich machen die Breitreifen auf dem Luftwiderstands-Prüfstand nur einen geringen Unterschied:

BikeReifenbreiteWiderstand bei 35 km/h
Grail Gen 240 mm115,7 W
Grail Gen 340 mm110,0 W
Grail Gen 345 mm109,4 W
Grail Gen 355 mm113,6 W

Modelle und Preise

Canyon bietet das neue Grail in drei verschiedenen Varianten an. Jede Variante wird mit jeweils zwei Ausstattungs-Optionen verfügbar sein. Die CF-Modelle sollen vor allem mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis glänzen, müssen jedoch ohne Rahmenstaufach und dem neuen Pace-Lenker auskommen. Mit einer nicht ganz so tiefen Carbon-Gabel und einem etwas breiteren Steuerrohr machen die Grail CF auch kleine Abstriche bei der Aerodynamik. Die Rahmen der CF SLX Baureihe bieten die meisten Rahmenfeatures und ein leistungsfähigeres Carbon-Layup. Die Topmodelle mit dem CFR-Kürzel verzichten auf Anschraubpunkte für Schutzbleche, werden jedoch aus den leichtesten Carbon-Fasern aufgebaut. In diesem Setup sollen Gewichte ab 7,8 Kilo möglich sein. Insgesamt stehen sechs preisattraktive Modellvarianten zur Auswahl:

  • Canyon Grail CF 7: 8,5 kg / 2499 Euro
  • Canyon Grail CF 7 Speed: 8,4 kg / 3499 Euro
  • Canyon Grail CF SLX 7 Di2: 8,6 kg / 4499 Euro
  • Canyon Grail CF SLX 8 AXS: 8,2 kg / 5499 Euro
  • Canyon Grail CFR Di2: 8,4 kg / 6999 Euro
  • Canyon Grail CFR AXS: 7,8 kg / 7999 Euro

Neue Geometrie für mehr Schotter-Speed

Ein schnelles Race-Gravelbike ist ohne ein gutes Handling und einen angenehmen Langstrecken-Komfort Nichts wert - das weiß man natürlich auch bei Canyon. Deshalb verpasste man dem neuen Grail auch ein Update bei der Geometrie. Der Reach schrumpft leicht um drei Millimeter, die Kettenstreben wachsen derweil für eine höhere Fahrstabilität um ganze zehn Millimeter. Ein 15 Millimeter tieferer effektiver Stack-Wert soll dem Grail ab sofort einen noch sportiveren Charakter verleihen. Darauf verspricht auch die neue Cockpit-Ergonomie einzuzahlen. Je nach Rahmengröße baut die Lenker-Vorbau-Einheit 370 bis 420 Millimeter breit, besitzt 17 Prozent Flare und 120 Millimeter Drop. Den neusten Erkenntnissen zu Effizienz und Ergonomie folgend, wird das Canyon Grail der dritten Generation durchgehend mit kürzeren Kurbeln ausgestattet.

Die aerodynamische Carbon-Sattelstütze des neuen Canyon Grail wird selbstverständlich mit einer im Rahmen versenkten Klemmung fixiert. Aero-Sattelstützen sind nicht unbedingt für Sitzkomfort bekannt. Um das zu ändern versieht Canyon die neue VCLS-Aero-Stüze mit einem abgedeckten Elastomer-Element, das die Carbon-Struktur verschlanken und trotzdem Stabilität bieten soll. Laut den Koblenzern braucht es im Vergleich zur Vorgänger-Stütze nun 25 Prozent weniger Kraft, um die Sitzzone flexen zu lassen - ein Unterschied, der sich mit mehr Sitzkomfort bezahlt machen soll.

Es lebe die Systemintegration

Das neue Grail Race-Gravelbike wäre kein Canyon, wenn es nicht über eine Vielzahl an Zubehör- und Usability-Features verfügen würde. Im Unterrohr der CF SLX und CFR Rahmen sitzt ein Staufach. An dessen Deckel klammern sich schön aufgeräumt eine CO2-Kartusche und ein Minitool sowie wahlweise ein Tubeless-Reparatur-Kit und eine Minipumpe. Ein dritter Flaschenhalter findet unter dem Unterrohr Platz. Bei den CF und CF SLX Modellen können an Gabel und Rahmen Schutzbleche montiert werden.

Ein Highlight ist die neue Kooperation mit dem Taschen-Spezialisten Cyclite. Canyon bietet fürs Grail entsprechend angepasste Oberrohr- und Rahmentaschen an, die ebenfalls aerodynamisch gestaltet sind und sich fest mit dem Chassis verschrauben lassen. Das neue Pace Bar Aero-Cockpit verfügt über eine integrierte Aufnahme für GPS-Halterungen und Lichtanlagen. Natürlich werden die Leitungen vollständig intern geführt. Damit sich das Bike beim Transport dennoch klein verpacken lässt, kann die Lenker-Vorbau-Einheit in drei Einzelteile zerlegt werden ohne die Hydraulik aufzumachen. Zusammengehalten wird der Lenker über große Überlappungs-Segmente und eine vierfache Verschraubung.

Carbon-Laufräder an Bikes für unter 3500 Euro

Am neuen Grail zeigt Canyon auch neue Aero-Laufräder mit hauseigener Carbon-Felge. Diese kommen bereits an Modellen ab 3499 Euro zum Einsatz. Der Canyon GR 50 CF Laufradsatz baut - nomen est omen - 50 Millimeter tief und besitzt eine breite Felgeninnenweite von 27 Millimetern. Er basiert auf bewährten DT Siwss 350 Dicut Naben und Aerocomp II Speichen. Die Carbon-Laufräder verlangen nach mindestens 35 Millimetern Reifenbreite und sind im Profil auf die Aerodynamik bei 45 Millimeter breiten Reifen optimiert. Laut internen Messungen soll sich der GR 50 CF bei den schnellsten Gravelbike-Laufrädern am Markt einreihen.

Entscheidend: Der richtige Luftdruck

Apropos breite Reifen und Felgen: Zusammen mit dem neuen Grail präsentiert Canyon auch eine Aufklärungs-Arbeit zum optimalen Reifendruck am Gravelbike. Hier herrsche laut Canyon noch viel Nachholbedarf. Erkenntnisse aus dem Rennrad-Bereich zeigen, dass ein 23 Millimeter breiter Reifen bei acht Bar dieselbe Härte besitzt, wie ein 32 Millimeter breiter Reifen bei nur vier Bar. Je größer das Luftvolumen, desto genauer müsse der Reifendruck außerdem bestimmt werden. Konkret beeinflusst eine Varianz von 0,5 Bar einen auf zehn Bar aufgepumpten 23-Millimeter-Reifen nur um etwa fünf Prozent, während ein 50-Millimeter-Reifen bei zwei Bar durch dieselbe Abweichung um 25 Prozent beeinflusst wird. Laut Canyon befüllten viele Gravelbiker ihre Reifen immer noch so als seien sie auf schmaleren Gummis und Felgenbreiten unterwegs. So torpedierten sie ihre Leistung und Sicherheit auf dem Rad.

Der optimale Reifendruck am Gravelbike liege laut den Studien verschiedener Laufradersteller bei rund 20 Prozent SAG. Diese Größe ist von Federelementen an Mountainbikes bekannt und beschreibt die Einsinktiefe im Stillstand bei einem durch den Fahrer belasteten Bike. Primäre Abhängigkeiten bestünden natürlich vom Fahrer- und Bike-Gewicht sowie von der Reifen- und Felgenbreite. Sekundär sei der Reifendruck auch von Tubeless- oder Schlauch-Setup und dem Karkassenaufbau abhängig. Auf dem Vorderrad lasteten 45, auf dem Hinterrad 55 Prozent des Gewichts. Der SAG könne nach Bedarf auch leicht variiert werden, zum Beispiel auf 23 Prozent beim Wunsch nach mehr Komfort sowie nassem Untergrund oder auf 17 Prozent für ein etwas schnelleres Fahrgefühl. Weil das Thema Reifendruck so komplex ist, integriert Canyon zusammen mit Pirelli ein Hilfestellung in die Canyon-App, die Kunden die Suche nach dem optimalen Druck erleichtern soll.

Wie seht ihr das: Was macht ein Race-Gravelbike wirklich schnell? Wäre das neue Canyon Grail vielleicht eine Option für euch? Schreibt es uns in die Kommentare!

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Redakteur

Jan Timmermann ist ein Mountainbiker aus echtem Schrot und Korn. Dabei deckt sein Interesse von Marathon- bis Trailbikes und von Street bis Gravel fast alles ab. Getreu dem Motto „das Leben ist zu kurz für langweilige Fahrräder“ hängt Herz des Technik-Redakteurs jedoch vor allem an Bikes mit Charisma. Nebenbei leitet Jan auch noch das Fitness-Resort unserer Radsport-Marken.

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