Inflite CF SLX 7 im TestCanyons konsequenter Crosser - stark reduziert!

Radtypen im Test: das Cyclocross-Rad Canyon Inflite
Foto: Skyshot GmbH / Markus Greber
Hart, direkt, agil und leicht: Das Canyon Inflite ist einer der letzten echten Crosser am Markt und gerade zum Schnäppchenpreis zu haben: 2.999 statt 4.499 Euro kostet der Carbon-Flitzer aktuell, hat aber für Tourenfahrer weiterhin ein paar entscheidende Haken. Hier kommt der Test vom CF SLX 7.

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Wenn man mit dem Rennrad auch mal über einen Feldweg brettern wollte, war noch vor zehn Jahren ein Cyclocrosser erste Wahl. Weil die Interessensgemeinschaft dafür damals wie heute groß war, hatte fast jeder Radhersteller eines im Programm. Viele waren alltagstauglich hergerichtet, mit breiten Übersetzungen, komfortablen Geometrien und Vorbereitungen für Schutzbleche und Gepäckträger.

Das waren im Grunde Vorläufer heutiger Gravelbikes, die mit den Wettkampfgeräten der Profis bis auf Namen und Reifen wenig gemein hatten. Insofern ist das Gravelbike als Kategorie schon ein Gewinn, weil es bessere Orientierung im Markt bietet. Das Cyclocross-Rennrad rutschte zurück in seine Wettkampfnische, die heute nur noch wenige Hersteller überhaupt bedienen.

Van der Poels Arbeitsgerät: Reinrassige Rennmaschine

Einer davon ist Canyon aus Koblenz, der den achtfachen Querfeldein-Weltmeister Mathieu van der Poel als besonders prominenten Crossprofi mit dem Inflite ausstattet. Mit Blick auf die Laborwerte macht das Rad alles richtig: Es ist leicht, ausreichend steif und komfortabel, besonders die leichten Laufräder stechen heraus; es wiegt 800 Gramm weniger als das gleich teure Giant Gravelbike Revolt, das wir im Rahmen unseres Allroad Tests zum Vergleich gefahren sind.

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Die Note von 1,8 in unserem Schwestermagazin TOUR ist für ein Rad mit der günstigen Komponentengruppe Sram Rival sensationell gut. Aktuell (Sommer 2026) gibt’s das Rad noch dafür mit 30 Prozent Rabatt zu ergattern. Schon auf den ersten Metern wird aber klar, wie sehr sich das Konzept des Inflite von klassischen Gravel-Konkurrenten unterscheidet. Die Sitzposition ist beim Canyon ausgesprochen sportlich, die Lenkung reagiert spontan auf jede kleinste Bewegung.

Zu hibbelig auf der Langstrecke?

Das ist auf engen und technischen Kursen von Vorteil und macht auf Anhieb Spaß. Auf gemütlichen Touren mit längeren Geradeauspassagen jedoch wird die Lust bald zur Last und das nervöse Fahrverhalten nervt auf Dauer. Auch grobes Geläuf erfordert viel Konzentration und gut zupackende Hände, weil sich das Rad von jedem Kiesel aus der Spur bringen lässt.

Die vom Cyclocross Reglement in der Breite begrenzten Reifen in 33 Millimeter wirken für heutige Verhältnisse im Gelände fast absurd schmal; der hohe Druck, der nötig ist, um Durchschläge zu verhindern, ist der Fahrsicherheit nicht zuträglich. Viele moderne Gravelbikes mit um 50 Millimeter breiten Reifen sind da deutlich souveräner unterwegs. Auch bei hohem Tempo auf der Straße fehlt dem Inflite die Laufruhe. In schnell gefahrenen Kurven macht sich der hohe Schwerpunkt bemerkbar – das Tretlager sitzt fast zwei Zentimeter höher als die Allroad- und Gravel-Konkurrenz von Giant und Parlee (hier im Test), um Bodenkontakt mit Kurbeln und Kettenblatt zu vermeiden.

Spezialist statt Touren-Onkel

Das klingt nach Gemecker, doch ist das Canyon ein exzellentes Rad – für den Zweck, für den es bestimmt ist. Dann passt auch die Übersetzung mit Einfach-Kurbel und Rennrad-Kassette, die nur einen schmalen Geschwindigkeitsbereich abdeckt, darin aber sehr fein abgestimmt ist. Leichte Berggänge und schnelle Rollergänge fehlen komplett, was die Tauglichkeit für Tourenfahrten enorm einschränkt. Dass Befestigungsösen für Schutzbleche oder Gepäck ebenso fehlen, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Das alles wird Cyclocross-Enthusiasten weniger stören als vielmehr freuen, ebenso wie der markante Knick im Oberrohr, der mehr als nur Wiedererkennungswert hat. Er ist gezielt so geformt, damit sich das Rad gut schultern und tragen lässt, wenn es zu Fuß über Hindernisse wie Treppen oder Barrieren geht. Dass das Crossrad vom Gravelbike so gründlich verdrängt wurde, hat damit auch etwas Gutes: Nie waren Querfeldeinräder so gut auf ihre Disziplin abgestimmt wie heute

Das Canyon Inflite im Test-Überblick

Stärken

  • leicht
  • wendiges Fahrverhalten
  • spritzig im Antritt

Schwächen

  • eingeschränktes Übersetzungsspektrum
  • schmale Reifen (CX UCI Limit)
  • nervöser Geradeauslauf

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Das Canyon Inflite CF SLX 7 im Detail

  • Preis: 4499 Euro (aktuell auf 2999 reduziert - Sommer 2026)
  • Gewicht Komplettrad: 8,1 Kilo
  • Rahmengrößen: XS, S, M, L, XL, XXL (Testgröße gefettet)
  • TOUR-Note: 1,8

Geometrie

  • Sitz-/Ober-/Steuerrohr: 537/565/147 Millimeter
  • Stack/Reach/STR: 583/389 Millimeter/1,50
  • Stack+/Reach+/STR+: 633/557 Millimeter/1,14
  • Radstand/Nachlauf: 1015/64 Millimeter

Ausstattung

  • Antrieb/Schaltung: SRAM Rival AXS (1x12; 40, 10-36 Z.) | Note: 2,0
  • Bremsen: SRAM Rival (160/140 mm) | Note: 1,5
  • Reifen: Schwalbe X-One R 33 mm (eff.: 33 mm) | Note: 1,0
  • Laufräder: DT Swiss CRC 1600 Spline
  • Laufradgewichte: 1467/1864 Gramm (vorne/hinten)

Messwerte

  • Fahrstabilität: 8,24 N/mm | Note: 1,7
  • Komfort Heck: 123 N/mm | Note: 2,0
  • Komfort Front: 74 N/mm | Note: 2,0
  • Antritt/Tretlagersteifigkeit: 59 N/mm | Note: 1,3

Cyclocross-Bikes: 3 Alternativen zum Canyon Inflite

Cervélo R5 CX

Das Cervélo R5 CXFoto: CervéloDas Cervélo R5 CX

Das R5 CX wurde für und mit dem dreimaligen Cross-Weltmeister Wout van Aert entwickelt, beeindruckt mit wenig Gewicht und spielerischem Handling. Der Kundenkreis wird jedoch schon wegen des Preises überschaubar bleiben: Die günstigste Variante mit SRAM Force AXS kostet bereits fast 10.000 Euro.

Cube Cross Race

Das Cube Cross RaceFoto: Cube / Lars ScharlDas Cube Cross Race

Cube ist einer der wenigen Hersteller, die noch eine breite Palette an Crossern anbieten, darunter auch günstige Modelle. Das Cross Race gibt es in sechs Varianten und zwei Carbonqualitäten von 2499 Euro bis 6499 Euro >> hier erhältlich.

Stevens Super Prestige

Stevens Superprestige ULT für 4399 Euro.Foto: STEVENSStevens Superprestige ULT für 4399 Euro.

Im Sommer 2026 hat Stevens den Crosser mit leichterem Carbon-Rahmen und frischen Parts neu aufgelegt und bekennt sich damit weiter konsequent zum Querfeldein-Segment. In dem Rad steckt jede Menge Cross-Erfahrung der Hamburger. Zwei Varianten für 3399 oder 4399 werden angeboten. Das Rahmen-Set kostet 2499 Euro. Mit dem Vapor ist zudem ein Alu-Crosser im Portfolio, der schon ab 1999 Euro zu haben ist.

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Jens Klötzer

Jens Klötzer

Redakteur

Jens Klötzer ist gelernter Wirtschaftsingenieur und bei TOUR der Experte für Komponenten aller Art: Bremsen, Schaltungen, Laufräder oder Reifen – alles testet Jens auf Herz und Nieren. Er sammelt historische Rennräder, besitzt sowohl ein modernes Zeitfahrrad wie ein Gravel-Reise-Rennrad aus Titan. Auf Reisen erkundet er gern unbekannte Straßen in Osteuropa – auf breiten, aber schnellen Reifen.

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