Die goldene Mitte für sportliche Gravel-Einsteiger: Cube platziert das Nuroad HPA EX als preiswerten Allrounder. Der BIKE-Check zeigt, wie viel Sportlichkeit im 1399 Euro günstigen Aluminium-Gravelbike steckt.
Das Cube Nuroad HPA EX ist ein guter Preis-Leistungs-Tipp für Einsteiger. Mit hydraulischen Scheibenbremsen, knackiger 1x12 Shimano GRX-Schaltung und tollen Allround-Fahreigenschaften bietet es echten sportlichen Mehrwert abseits des Alltags. Die 10,1 Kilo Gewicht gehen für ein robustes Aluminium-Gravelbike dieser Preisklasse vollkommen in Ordnung.
Cubes Gravelbike-Palette gliedert sich klassisch in zwei Welten: das höherpreisige Segment der edlen Carbon-Modelle (erkennbar am Kürzel C:62) und die robuste Aluminium-Linie HPA. Unter den Alu-Modellen nimmt das Nuroad HPA EX eine Schlüsselrolle ein, denn es steht preislich genau in der Mitte. Während das SLX für 1699 Euro und das Race für 1499 Euro preislich darüber rangieren, finden sich unter dem 1399 Euro teuren EX noch die puristischeren Versionen Pro (1099 Euro) und One (899 Euro). Das EX-Modell richtet sich gezielt an Gravel-Einsteiger, die das Rad eben nicht nur als reines Pendler-Gefährt für den Alltag nutzen, sondern sportliche Ambitionen auf Schotter- und Waldwegen hegen.
Basis des Nuroad HPA EX ist der bewährte Rahmen aus robustem „Aluminium 6061 T6 Superlite“. Optisch gefällt er durch fließende Schweißnähte und eine integrierte Sattelklemmung. Cube kombiniert den Alu-Rahmen mit einer leichten Vollcarbongabel, die feine Vibrationen besser filtert als eine Alu-Forke. Für hohe Alltagstauglichkeit und Bikepacking-Trips sorgen formschön integrierte Montagepunkte für Gepäckträger, Schutzbleche, Lowrider und einen Seitenständer. Mit modernen Steckachsen vorn und hinten generiert das Chassis eine hohe Lenkpräzision.
Sportliche Gravel-Touren stehen und fallen mit den Komponenten – und hier liefert Cube einen starken Kompromiss. Im Fokus: Shimanos gravel-spezifische GRX 1x12-Gruppe. Der Verzicht auf einen Umwerfer sorgt für eine intuitive Bedienung, während die 12-fach-Kassette mit Deore 10 bis 51er Ritzel eine ausreichend breite Übersetzung für steile Anstiege bietet. Freilich sind die Gangsprünge im Vergleich zu einer Zweifach-Schaltung größer – eine Grundsatzentscheidung, die man im Hinblick auf den überwiegenden Einsatzbereich zu treffen hat. Wer überwiegend Touren auf Asphalt mit flachem Profil auf seinem Speisezettel stehen hat, ist im Prinzip mit einer feiner abgestuften Zweifach-Schaltung besser bedient. Wer es gerne unkompliziert mag und hin und wieder einen Ausflug ins Gelände wagt, der freut sich über die intuitive Bedienung der Einfach-Gruppe.
Verzögert wird das Nuroad EX mit den hydraulischen Shimano GRX-Scheibenbremsen mit 160er Scheiben, die in Sachen Dosierbarkeit und Bremskraft erprobt sind und auch bei Nässe ein hohes Maß an Sicherheit gewähren. Das Cockpit fällt gemäßigt aus, mit dezentem Drop und Flare. Der robuste Newmen Performance Gravel Laufradsatz verträgt raue Einsätze klaglos. Darauf montiert sind 45 Millimeter breite Schwalbe Schwalbe G-One Allround Performance Line-Reifen, die ordentlich Grip und Komfort auf groben Geläuf generieren.
Wer nicht exakt auf ein Budget von 1400 Euro festgelegt ist, hat im Gavel-Portfolio von Gube mehrere Upgrade-Optionen. In der Alu-Klasse bieten sich die etwas besser ausgestatteten Modelle Race für 1499 Euro und SLX für 1699 Euro an. Die Unterschiede manifestieren sich hauptsächlich in den Antriebskomponenten: Beide Modelle kommen mit einer etwas höherwertigerer Modellausführung von Shimanos GRX. Eine weitere Alternative: Das Upgrade auf das günstigste Carbon-Modell. Das Nuroad C:62 One fällt für 1999 Euro vor allem etwas leichter aus. Während wir das Gewicht des HPA EX in Größe M mit 10,1 Kilo gemessen haben, pendelt sich das Carbon-Modell bei ungefähr neuneinhalb Kilo ein – eine Differenz, die allerdings nur auf hügeligen Streckenprofilen geringfügig zum Tragen kommt. Der Carbonrahmen hat allerdings einen weiteren Vorteil: Er ist steifer und setzt damit den Antritt effektiver in Vortrieb um, gleichzeitig dämpft er die Vibrationen des Untergrundes besser. Wer auf diesen – eher marginalen – Vorteil verzichten kann, erhält mit dem Alu-EX eine extrem langlebige, wartungsfreundliche Fahrmaschine, die im Toureneinsatz dem Carbon-Pendant kaum nachsteht.

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