Curve CarboKevGravelbike-Traum für über 21.000 Euro

Jan Timmermann

 · 07.05.2026

Das Curve CarboKev besteht je zur Hälfte aus Carbon und Titan. Mit 29.000 Austalischen Dollar ist es eines der teuersten Gravelbikes der Welt.
Foto: Curve
Das Curve CarboKev ist eines der exklusivsten Gravelbikes der Welt: ästhetisch bis ins letzte Detail, technisch ausgefuchst und unbezahlbar teuer. Wir haben das Super-Gravelbike aus Australien unter die Lupe genommen und herausgefunden, was es so besonders macht. Vorhang auf für das Curve CarboKev!

Mit dem CarboKev schlägt der australische Hersteller Curve Cycling ein neues Kapitel im Highend-Gravelbau auf. Der in Melbourne entwickelte und gefertigte Rahmen kombiniert Carbon und Titan auf ungewöhnliche Weise – und zielt nicht nur auf maximale emotionale Erregung, sondern auch auf eine gut betuchte Käufergruppe. Doch hinter dem spektakulären Materialmix steckt mehr als nur ein Showbike: Der CarboKev ist das Ergebnis intensiver Entwicklungsarbeit, zahlreicher Tests und einer klaren Philosophie.

Curve CarboKev Gravelbike im Detail

  • Einsatzgebiet: Gravel
  • Rahmenmaterial: Carbon / Titan
  • Verfügbare Größen: XXS / XS / MD / LG / XL / XXL
  • Preis: ab 29.000 Australische Dollar (ca. 21.658 Euro)
  • Gewicht: k.A.
  • Besonderheiten: Carbon-Titan-Hybrid-Rahmen, Custom-Geometrie, -Ausstattung und -Lackierung möglich

Materialmix mit System

Das Herzstück des CarboKev ist seine Hybridkonstruktion aus Carbonrohren und 3D-gedruckten Titan-Strukturen. Während viele Hersteller auf reine Werkstoffe setzen, verfolgt Curve einen differenzierten Ansatz: „Das richtige Material am richtigen Ort“. Der Rahmen ist bewusst in zwei Funktionszonen unterteilt:

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  • Stiffness Zone: Unterrohr und Kettenstreben bestehen aus Carbon und sollen für maximale Steifigkeit sowie effiziente Kraftübertragung sorgen.
  • Comfort Zone: Oberrohr und Sitzstreben aus Titan bieten vertikale Nachgiebigkeit und sollen den Langstreckenkomfort erhöhen.

Im Ergebnis verspricht Curve ein spürbar steiferes Fahrverhalten im Antrieb, ohne die für Titan typische Compliance vollständig aufzugeben. Laut Hersteller liegt der Rahmen zudem rund 250 Gramm unter dem Gewicht vergleichbarer Titanmodelle, wobei die Gewichtsersparnis gar nicht primäres Entwicklungsziel war.

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Hightech aus dem 3D-Drucker

Eine Schlüsselrolle spielen die 3D-gedruckten Titan-Lugs, die als Verbindungselemente zwischen den Carbonrohren dienen. Diese ermöglichen nicht nur komplexe Formen und präzise Materialverteilung, sondern auch eine gezielte Abstimmung von Steifigkeit und Haltbarkeit.

Die Verbindung erfolgt über aufwendige Klebeprozesse mit sogenannten Double-Lap-Joints, die eine besonders große Kontaktfläche und hohe strukturelle Integrität gewährleisten sollen. Diese Bauweise wurde laut Curve gezielt auf Langlebigkeit und Belastbarkeit unter extremen Bedingungen ausgelegt.

Insgesamt will das Curve CarboKev kein klassisches Gravelbike, sondern ein technologisches Experiment mit klarer Rennsport-DNA sein. Die Kombination aus Carbon und Titan ist nicht neu – die konsequente funktionale Trennung der Materialien und die Umsetzung mittels 3D-Druck und aufwendiger Klebetechnik bleibt jedoch etwas Besonderes.

Extrem getestet, kompromisslos entwickelt

Curve bezeichnet den Gravel-Racer CarboKev als das bisher am intensivsten getestete Modell der Firmengeschichte. Der Rahmen musste zahlreiche Belastungstests über sich ergehen lassen, darunter Labortests nach industriellen Standards sowie reale Extrembelastungen mit wiederholtem Nachbearbeiten, Schleifen und Neubonden einzelner Bereiche. Mit dieser intensive Entwicklungsphase will das australische Label den Anspruch, eine neue Benchmark im Bereich Hybridrahmen zu setzen, unterstreichen – insbesondere im Hinblick auf strukturelle Sicherheit und Dauerhaltbarkeit.

Race-DNA mit modernen Gravel-Standards

Geometrisch ist der CarboKev klar auf Geschwindigkeit ausgelegt. Ein niedriges Frontend, kombiniert mit breiten Reifenfreigaben bis zu 29 x 2,2 Zoll, zeigt die Ausrichtung auf moderne Gravel-Rennen. Zu den weiteren Features gehört eine vollintegrierte Zugverlegung, eine Race-orientierte Geometrie, welche basierend auf Bikefitting-Daten auch individuell angepasst werden kann und die Kompatibilität mit aktuellen Antriebsstandards.

Fertigung: Handarbeit trifft globale Lieferkette

Trotz Hightech-Anspruch bleibt der Curve CarboKev Rahmen ein Manufakturprodukt. Entwicklung, Ausrichtung, Verklebung und Finish erfolgen in Melbourne. Einzelne Komponenten – etwa Titanteile oder Carbonrohre – stammen von spezialisierten Partnern, werden aber im eigenen Haus verarbeitet. Dieser Ansatz verspricht nicht nur eine hohe Qualitätskontrolle, sondern auch weitreichende Individualisierungsmöglichkeiten für Kunden.

Auffälliges Design mit Kultfaktor

Neben der Technik setzt Curve auch optisch ein Statement: Die serienmäßige „Splatter“-Lackierung ist von der Ästhetik der 90er-Sneakerkultur inspiriert und macht jedes Rad zum Unikat. Individuelle Lackierungen sind selbstverständlich ebenfalls möglich. Angesichts des hohen Preises bleibt das Curve CarboKev Gravelbike allerdings ein exklusives Nischenprodukt – und genau das dürfte Teil seines Reizes sein.

Fazit

Als ich das Curve CarboKev das erste mal sah, ist mir fast die Kaffeetasse aus der Hand gefallen. So ein aufregendes Gravelbike gibt es nicht an jeder Ecke. Die sünhaft teure Cutsom-Perle vom anderen Ende der Welt hat sich tief in meine Gehirnwindungen eingebrannt. Technisch und optisch ist das Curve CarboKev definitiv eines der aufregendsten Gravelbikes dieses Planeten. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur

Jan Timmermann

Jan Timmermann

Redakteur

Jan Timmermann ist ein Mountainbiker aus echtem Schrot und Korn. Dabei deckt sein Interesse von Marathon- bis Trailbikes und von Street bis Gravel fast alles ab. Getreu dem Motto „das Leben ist zu kurz für langweilige Fahrräder“ hängt Herz des Technik-Redakteurs jedoch vor allem an Bikes mit Charisma. Nebenbei leitet Jan auch noch das Fitness-Resort unserer Radsport-Marken.

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