Sportliches Cube-Gravelbike mit MotorZukunftsmusik oder Widerspruch?

Max Fuchs

 · 01.10.2026

Für 5.999 Euro stattet Cube sein E-Gravelbike nur mit feinsten Edelparts aus. Die Antriebsunterstützung übernimmt der Bosch Performance SX Motor. Die nötige Energie stellt ein fest verbauter 400-Wh-Akku bereit.
Foto: Cube Bikes
12,9 Kilogramm für ein E-Gravelbike mit Bosch-Antrieb: Das CUBE Nuroad Hybrid C:62 SLT 400X des Modelljahrs 2027 setzt auf ein leichtes Carbonchassis, den Performance-SX-Motor und einen fest integrierten 400-Wh-Akku. Für 5.999 Euro UVP gibt es zudem eine elektronische SRAM Force XPLR AXS mit 13 Gängen und Carbonlaufräder. Das klingt Cube-typisch nach viel Bike fürs Geld. Wir haben uns das motorgetriebene Edel-Gravelbike genauer angesehen.

Themen in diesem Artikel

BIKE-Fazit: Für wen lohnt sich das 12,9-Kilo-E-Gravelbike?

Das CUBE Nuroad Hybrid C:62 SLT 400X ist auf dem Papier ein konsequent leicht aufgebautes E-Gravelbike für Menschen, die sportlich fahren und mit leichter Motorunterstützung entweder ihre Reichweite oder ihr Bergtempo steigern wollen. Carbonlaufräder, Force XPLR AXS und der Bosch SX passen zum sportlichen Anstrich. Gepäck- und Schutzblechaufnahmen machen das Bike bei Bedarf aber auch alltagstauglich.

Der Kompromiss steckt im fest integrierten 400-Wh-Akku. Wer vor allem maximale Reichweite und unkompliziertes Laden schätzt, ist hier limitiert. Wer dagegen das niedrige Gewicht höher bewertet als einen großen Akku und nicht darauf angewiesen ist, den Akku zum Laden entnehmen zu können, findet hier ein preis-leistungsstarkes, schickes Gesamtpaket.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gewicht und Preis: 12,9 kg laut CUBE, 5.999 Euro UVP.
  • E-Antrieb: Bosch Performance SX mit bis zu 60 Nm und fest integriertem CompactTube-400-Wh-Akku.
  • Energiereserve: Optionaler Bosch PowerMore Range Extender mit weiteren 250 Wh, zusammen nominell 650 Wh Akkukapazität.
  • Schaltung: SRAM Force XPLR AXS E1, 13-fach, mit 40er-Kettenblatt und 10–46er-Kassette.
  • Sonstiges: Sportliches Gravelbike mit 45-mm-Reifen, bis zu 50 mm Reifenfreiheit und Aufnahmen für Reise- und Alltagszubehör.

Technische Daten des CUBE Nuroad Hybrid C:62 SLT 400X

MerkmalAusstattung
Modelljahr / Artikelnummer2027 / 1117900
Preis / Gewicht5.999 Euro UVP / 12,9 kg laut Hersteller
Rahmen / GabelC:62 Carbon, Advanced Twin Mold / CUBE C:62 Carbon
Größen / LaufräderXS bis XL / 28 Zoll
Motor / BedienungBosch Performance SX (BDU31), bis 60 Nm / System Control mit Mini Remote
Akku / LadegerätBosch CompactTube 400, fest integriert / Bosch 4A
Zusätzlicher AkkuBosch PowerMore, optional 250 Wh
Schaltung / KassetteSRAM Force XPLR AXS E1, 13-fach / XG-1371, 10–46 Zähne
Kurbel / KettenblattRace Face ERA E-MTB / 40 Zähne
BremsenSRAM Force AXS E1 HRD, hydraulisch, 180/180 mm
Laufräder / ReifenNewmen Streem G.62 VONOA, Carbon, 21/21 Speichen / Continental Terra Speed ProTection, 45-622
Cockpit / SattelstützeNewmen Carbonlenker, CUBE CIS Vorbau / Newmen Carbon, 27,2 mm
Sattel / PedaleACID Nuance SLT X Carbon / ACID PP Trekking
Reifenfreiheit / AnbautenBis 50 mm / Aufnahmen für Schutzbleche, Gepäckträger, Seitenständer und Lowrider
Einsatzkategorie / FahrergewichtKategorie 2 / maximal 100 kg Fahrer samt Ausrüstung

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CUBE fertigt den Rahmen aus seinem hochwertigen C:62 Carbon im Advanced-Twin-Mold-Verfahren. Die Leitungen laufen durch den Steuersatz ins Innere, während die Gabel ebenfalls aus Carbon besteht. Die sportliche Optik verdeckt einen praktischen Vorteil: Am Heck sind Aufnahmen für Gepäckträger und Schutzbleche angebracht, die Gabel besitzt Lowrider-Aufnahmen. Auch ein Flat-Mount-Seitenständer lässt sich nachrüsten.

Zur Vielseitigkeit tragen auch die Reifen bei. Ab Werk sind 45 mm breite Continental Terra Speed montiert; für noch mehr Komfort passen laut CUBE bis zu 50 mm breite Reifen, sogar mit Schutzblechen. Die Newmen Streem G.62 VONOA mit Carbonfelgen und Carbonspeichen unterstreichen den leichten, sportlichen Aufbau. Wer das Hybrid vor allem als schnelles Gravelbike versteht, dürfte diese Kombination reizvoll finden. Bei schwer beladenen Reisen sollten Käufer die zulässigen Lasten und die Kompatibilität des gewünschten Zubehörs gesondert prüfen.

Wie sportlich ist die Geometrie?

CUBE bezeichnet das Konzept als „Gravel Endurance Geometry“. In Größe M stehen 393 mm Reach und 579 mm Stack im Datenblatt; die 453 mm langen Kettenstreben bleiben über alle fünf Größen gleich. Der Lenkwinkel wächst von 69,5 Grad bei XS auf 72,5 Grad bei XL. Diese Zahlen sprechen für eine auf längere Gravel-Einsätze ausgelegte Geometrie, beweisen aber weder besondere Laufruhe noch außergewöhnliche Agilität. Ausgewogen – das trifft es am besten.

Bosch Performance SX: Was bedeuten 400 Wh in der Praxis?

Der Bosch Performance SX liefert bis zu 60 Nm maximales Drehmoment. Der integrierte CompactTube 400 hält die Plattform schlank; über den optionalen PowerMore Range Extender lässt sich die Kapazität um weitere 250 Wh aufstocken. Dann stehen insgesamt 650 Wh Akkukapazität bereit, allerdings mit zusätzlichem Gewicht (1.497 Gramm) und einem Aufpreis von 469 Euro. Wie sich dieser Antrieb grundsätzlich fährt, haben wir bereits im BIKE-Test des Bosch Performance SX untersucht.

Der fest im Unterrohr integrierte Akku lässt sich zum Laden nicht herausnehmen. Wer das Rad in einer Garage oder einem Keller ohne nahegelegene Steckdose lagert, sollte das vor dem Kauf bedenken. Eine belastbare Kilometer-Reichweite gibt CUBE für dieses Modell nicht an. Sie hängt unter anderem von Unterstützungsstufe, Höhenmetern, Untergrund, Temperatur und Fahrweise ab. Kaufentscheidend ist daher die Tourenplanung: Wer regelmäßig lange Etappen mit viel Unterstützung fährt, sollte den PowerMore Range Extender und seine Kosten gleich mit einrechnen.

13 Gänge und Carbonlaufräder: Ist die Ausstattung stimmig?

Die elektronische Force XPLR AXS E1 kombiniert CUBE mit einer Race-Face-ERA-E-MTB-Kurbel und einem 40er-Kettenblatt. Gepaart mit der 10–46er-Kassette mit 13 Ritzeln sollte man für fast jedes Szenario den passenden Gang parat haben. Sollte der Klettergang doch einmal zu sportlich ausfallen: keine Sorge. Der Motor macht die fehlenden Schmackes in den Schenkeln wieder wett.

Gebremst wird mit hydraulischen SRAM Force AXS E1 HRD und 180-mm-Scheiben vorne wie hinten. Eine Direct-Mount-Kettenführung gehört ebenfalls zum Aufbau. Am Cockpit sitzen ein Newmen-Carbonlenker und der CUBE-CIS-Vorbau. Praktisch: Über die X-Connect-Schnittstelle lässt sich ein passendes ACID-Frontlicht anschließen. Das Licht selbst ist nicht Teil der Serienausstattung.

Vorteile und Grenzen auf einen Blick

Das spricht für das Nuroad Hybrid:

  • Niedriges Herstellergewicht von 12,9 kg bei Bosch-SX-Antrieb.
  • Hochwertiger Aufbau mit Carbonrahmen, Carbongabel, Carbonlaufrädern und elektronischer 13-Gang-Schaltung. Top-Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Bis zu 50 mm Reifenfreiheit für mehr Komfort und Geländetauglichkeit.
  • Kompatibel mit dem Range Extender.

Das sollten Käufer bedenken:

  • Der 400-Wh-Akku ist fest integriert; PowerMore kostet zusätzlich und erhöht das Gewicht.
  • CUBE begrenzt das Fahrergewicht inklusive Ausrüstung auf 100 kg.

Uns interessiert auch eure Meinung: Wie findet ihr ein derart sportlich aufgebautes Gravelbike mit Motor? Widerspruch oder Zukunftsmusik? Schreibt uns gerne über die Kommentarfunktion!

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Max Fuchs

Max Fuchs

Redakteur

Max Fuchs hat seine ersten Mountainbike-Kilometer bereits mit drei Jahren gesammelt. Zunächst Hobby-Rennfahrer und Worldcup-Fotograf im Cross-Country-Zirkus, jetzt Testredakteur und Fotograf bei BIKE. Sein Herz schlägt für Enduros und abfahrtsstarke Trailbikes – gern auch mit Motor. Bei der Streckenwahl gilt: je steiler und technischer, desto besser.

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