Max Fuchs
· 25.08.2026
8,0 Kilo, Carbon, wohin das Auge blickt, und SRAM Red AXS mit 13 Gängen: Beim Nuroad C:62 SLT spart CUBE wie gewohnt nicht an der Ausstattung. Der Carbonrahmen soll mit rund 1150 Gramm in Größe M sehr leicht und gleichzeitig steif ausfallen, dazu rollt das Topmodell auf superhohen Newmen Streem G.62 CS Carbonlaufrädern und schnellen Schwalbe G-One RS Pro in 45 Millimeter Breite.
Damit positioniert CUBE das Nuroad klar auf der schnellen Seite des Gravel-Spektrums. Gleichzeitig spielt das Nuroad seinen vielseitigen Trumpf aus: Schutzbleche, Heckgepäckträger und sogar ein dritter Flaschenhalter lassen sich montieren. Bis zu 50 Millimeter breite Reifen schluckt der Rahmen, mit Schutzblechen bleiben immerhin 45 Millimeter. Der Spagat zwischen Racebike und Langstrecken-Graveller gelingt zumindest auf dem Papier erstaunlich gut. Und der Preis für den edlen Schotter-Flitzer fällt gemessen an der Ausstattung brandheiß aus. Bei anderen Herstellern muss man für eine ähnlich ausgestattete Variante manchmal fast das Doppelte ausgeben.
CUBE baut das Nuroad C:62 SLT um einen C:62-Carbonrahmen mit Advanced-Twin-Mold-Technologie. Dabei positioniert CUBE die Fasern um einen Negativ-Mold maximal präzise und passt die Faserdichte an stärker belastete Bereiche an. Das Ergebnis soll ein besonders leichtes und stabiles Chassis liefern. Rund 1150 Gramm nennt CUBE für den Rahmen in mittlerer Größe.
Optisch gibt sich das Nuroad angenehm aufgeräumt. Die Sattelstützenklemme verschwindet im Rahmen, die Züge laufen weitgehend intern, und das einteilige IC-Aero-Cockpit räumt den Kabelsalat an der Steuerzentrale auf. Das sieht schnell aus – und genau das will dieses Bike auch sein. Wer selbst am Bike schraubt, muss sich durch das hohe Maß an Systemintegration eine extra Portion Geduld und Skills mitbringen.
Beim Antrieb greift CUBE ganz oben ins SRAM-Regal. Die Red XPLR AXS E1 schaltet 13 Gänge und kombiniert eine 10–46er-Kassette mit einem 42er-Kettenblatt. Für schnelle Gravel-Runden liefert die Übersetzung reichlich Bandbreite und eine feine Abstufung. Der Klettergang fällt dagegen stramm aus.
Besonders stark: CUBE spendiert dem Bike ab Werk sogar eine Powermeter-Kurbel für datengestütztes Training. Wer seine Trainingsdaten ernst nimmt, bekommt damit ohne Nachrüstung Leistungsmessung und elektronische Schaltung aus einem Guss.
Auch bei den Bremsen bleibt CUBE konsequent. SRAM Red AXS HRD verzögert das Nuroad mit 160-Millimeter-Scheiben an Hinter- und Vorderrad.
Die 8,0 Kilo Gesamtgewicht stechen bei diesem Bike sofort heraus. CUBE kombiniert das geringe Gewicht allerdings nicht mit schmalen Schummel-Pneus, sondern montiert 45 Millimeter breite Schwalbe G-One RS Pro. Die Reifen rollen tubeless-ready auf superhohen Newmen Streem G.62 CS Carbonlaufrädern.
Das Paket klingt nach einem klaren Auftrag: möglichst viel Vortrieb, gute Aerodynamik, aber trotzdem genügend Komfort und Fahrsicherheit für lange Tage auf rauen Untergründen. Die maximale Reifenfreiheit von 50 Millimetern lässt zudem Spielraum für noch breitere Schlappen.
Hier wird das Nuroad interessant. Trotz der sportlichen Ausstattung versieht CUBE das Chassis mit reichlich Montagepunkten. Schutzbleche und Heckgepäckträger finden ebenso Platz wie ein Seitenständer. Die Gabel bietet sogar zwei Befestigungspositionen für Gepäckträger; über die Lowrider-Aufnahmen lassen sich laut CUBE an der Front bis zu zehn Kilogramm Gepäck transportieren.
Dazu kommt eine dritte Flaschenhalteraufnahme an der Unterseite des Unterrohrs. Eine Oberrohrtasche gehört sogar serienmäßig zum Lieferumfang. Damit mutiert das 5.999-Euro-Racebike nicht gleich zum Reiserad, zeigt aber deutlich: CUBE hat dieses Nuroad nicht ausschließlich für Bestzeiten entwickelt.
CUBE trifft mit dem Nuroad C:62 SLT einen interessanten Nerv der aktuellen Gravel-Szene. Das Bike flirtet unverhohlen mit dem Rennsport: 8,0 Kilo, Carbonlaufräder, SRAM Red XPLR, Powermeter und ein Aero-Cockpit sprechen eine ziemlich deutliche Sprache. Gleichzeitig verpasst CUBE dem Chassis genug Befestigungspunkte, damit auch die mehrtägige Tour nicht an der Gepäckfrage scheitert.
Genau diese Mischung macht das Nuroad spannender als einen reinen Gravel-Racer. Wer ausschließlich auf Bestzeiten aus ist, findet möglicherweise noch konsequenter auf Speed getrimmte Konzepte. Wer dagegen ein leichtes Gravelbike für schnelle Trainingsrunden, lange Tagestouren und gelegentliche Bikepacking-Abenteuer sucht, bekommt hier ein ungewöhnlich üppig ausgestattetes Gesamtpaket zum überaus fairen Kurs.

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