Max Fuchs
· 06.09.2026
32-Zoll-Laufräder sorgen aktuell für reichlich Gesprächsstoff in der Szene. Sind die großen Räder tatsächlich der nächste logische Entwicklungsschritt – oder doch nur ein kurzlebiger Trend? LeBron James muss darüber nicht lange diskutieren. Der 206 Zentimeter große Basketballstar rollt bereits auf einer Spezialanfertigung des Grizl CF durch seine Heimatstadt Akron. Canyon hat ihm das Gravel-Bike praktisch auf den Leib geschneidert. Und wenn jemand von dem XXL-Laufradformat profitiert, dann ein XXL-Typ wie LeBron James.
Dafür reichte es allerdings nicht, den bestehenden Rahmen einfach ein paar Nummern größer zu zeichnen und 32-Zöller hineinzustecken. Canyon entwickelte das Bike von Grund auf neu und stimmte Carbon-Layup, Achsen und andere Komponenten gezielt auf die Belastungen durch ein Kaliber wie James ab.
Das Ergebnis bleibt vorerst ein Einzelstück. Als Beweis für die generelle Überlegenheit von 32-Zoll-Laufrädern taugt es deshalb nicht.
Aber was sagt ihr zu dem Thema? Profitieren nur sehr große Leute von 32-Zoll-Laufrädern oder haltet ihr die neue Größe für massentauglich? Schreibt uns eure Meinung gerne unten in die Kommentare. Wir freuen uns auf euer Feedback!
28 Zoll gelten beim Gravel-Bike bislang noch als etablierter Standard. Für LeBron James greifen solche Maßstäbe allerdings zu kurz. Bei 206 Zentimetern Körpergröße verschieben sich die Proportionen gefühlt um Welten – und damit auch die Anforderungen an ein passendes Fahrrad.
Canyon setzt deshalb beim Custom-Grizl auf 32-Zoll-Laufräder. Der größere Durchmesser bringt die Dimensionen des Basketballstars und des Bikes besser in Einklang und bietet zugleich Vorteile beim Überrollverhalten, bei der Traktion und beim Komfort.
Einen Serienrahmen auf XXL aufzublasen, um einfach nur größere Laufräder zu spezifizieren, hätte Canyon nicht gereicht. Mit jedem Zentimeter mehr Körpergröße steigen auch die Kräfte, die auf Rahmen, Laufräder und Co. wirken.
Canyon entwickelte das 32-Grizl für LeBron deshalb komplett neu. Der Carbonrahmen erhielt ein speziell abgestimmtes Layup, das auf die höheren Kräfte zugeschnitten wurde. Auch bei den Achsen ging der Hersteller neue Wege: Die Steckachsen entstanden als CNC-gefertigte Einzelanfertigungen mit extra breiten Boost-Einbaumaßen.
Selbst die Sattelklemme entstand als Sonderbauteil. Das zeigt ziemlich deutlich, dass ein größerer Radumfang allein noch kein XXL-Bike ergibt.
Als Basis passt das Grizl durchaus zum Vorhaben. Canyon positioniert das Modell als vielseitiges Adventure-Gravel-Bike für Asphalt, Schotter und längere Bikepacking-Touren. Das Serien-Grizl bietet bereits reichlich Reifenfreiheit und zahlreiche Möglichkeiten für zusätzliches Gepäck.
Für James bleibt die Grundidee des Grizl erhalten. Nur die Dimensionen sprengen deutlich den Rahmen dessen, was Canyon normalerweise in Serie baut. So viel Entwicklungsarbeit auch im Detail steckt: Rein optisch wirkt das Ergebnis weniger wie ein komplett neues Fahrrad als wie ein Grizl auf Wachstumshormonen.
Für Canyon endet das Projekt nicht bei einem spektakulären Einzelstück für einen Basketball-Superstar. Die Entwicklung diente gleichzeitig als Versuchslabor für neue Konstruktions- und Fertigungsprozesse rund um die neue Laufradgröße. Die Erkenntnisse aus dem Projekt sollen laut Canyon auch in künftige Entwicklungen einfließen.
Genau dafür können solche Sonderprojekte besonders wertvoll sein. Ein Fahrer am äußersten Ende des Größen- und Kraftspektrums stellt andere Anforderungen als der durchschnittliche Kunde – und bringt damit Probleme ans Licht, die im klassischen Serienentwicklungsprozess womöglich gar nicht auftauchen.
Für LeBron James kommt das neue Grizl gelegen. Schon als Jugendlicher nutzte er in seiner Heimatstadt Akron das Fahrrad als Fortbewegungsmittel – zum Training, zu Freunden und durch die Stadt. Seit 2022 ist er über sein Unternehmen LRMR Ventures außerdem als Investor an Canyon beteiligt.
James nahm sein Custom-Grizl in Akron entgegen und ging damit gemeinsam mit früheren Highschool-Teamkollegen auf Tour. Sein erster Eindruck: Zum ersten Mal, sagt James, habe er bei einem Fahrrad nicht das Gefühl, sich dem Bike anpassen zu müssen.
Das XXL-Grizl dient für Canyon als rollende Studie. Wie verhalten sich Rahmen, Laufräder und Komponenten in dieser Dimension? Welche Konstruktionslösungen funktionieren? Und wie kann daraus irgendwann ein serienreifes 32-Zoll-Bike entstehen? Genau solche Fragen lassen sich super mit einem Einzelprojekt ausloten, ohne gleich eine komplette Modellreihe entwickeln zu müssen.
Dass ausgerechnet LeBron James dieses Testobjekt bekommt, wirkt dabei wie ein ziemlich cleverer PR-Move. Der Basketballstar bringt nicht nur eine außergewöhnliche Körpergröße mit, sondern auch eine enorme mediale Reichweite und ist obendrein noch Canyon-Investor. Canyon kann das Thema 32 Zoll damit einem Publikum präsentieren, das weit über die vergleichsweise kleine Gravel-Szene hinausgeht. LeBron bekommt ein Bike, Canyon bekommt Aufmerksamkeit – und nebenbei sammelt das Unternehmen wertvolle Daten für die eigene Entwicklung. Eine ziemlich elegante Win-win-Situation.
Was ist eure Meinung zum Thema 32 Zoll? Profitieren nur sehr große Leute von 32-Zoll-Laufrädern oder haltet ihr die neue Größe für massentauglich? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentarspalte. Wir freuen uns auf euer Feedback!

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