Das Grizl ist kein Leichtgewicht und kein Kurvenkünstler. Dafür fährt es sich souverän, sicher und gutmütig. Es fühlt sich an wie ein Gravelbike mit Wanderschuhen: nicht geschniegelt, nicht nervös, aber bereit für den Weg, der hinter der nächsten Kurve schlechter wird. Den Rahmen gibt es selbst für sehr kleine und große Fahrer – sehr gut! Wer viele Kilometer, Gepäck und schlechte Wege unter einen Hut bringen will, bekommt hier einen überzeugenden Reisebegleiter.
| Eigenschaft | Note |
|---|---|
| Labor | 2,5 |
| Ausstattung | 1,5 |
| Endnote | 2,3 |
Die Gesamtbewertung des Bikes findest du hier
| Gewicht | 9.99 kg |
| Schaltung | Shimano GRX RD-RX822 |
| Bremse vorne | Shimano GRX BL-RX820 |
| Laufradsatz | DT Swiss Gravel LN |
| Reifen vorne | Schwalbe G-One RX TLR 45-622 |
Alle Messwerte findest du hier
Schon dem Vorgänger des Canyon Grizl war kaum etwas vorzuwerfen. Es war der „Geländewagen“ unter den Gravelbikes: komfortabel, praktisch, tourentauglich und mit reichlich Reifenfreiheit gesegnet. Mit der Neuauflage zieht Canyon nun die Grenze nach: Das Grizl soll klarer das Abenteuer suchen, das Modell Grail den Speed. Wir haben die Basis, das Grizl CF 7, getestet. Wer mehr will, kann das Grizl auch mit Gepäckträger, Dynamo-Licht oder Federgabel konfigurieren. Die Auswahl im Baukasten ist üppig.
Das Cockpit liegt höher als beim Vorgänger, der Vorbau ist kurz, die Sitzposition entspannt aufrecht. Dazu kommt ein Lenker, der mit 44 Zentimetern an den Griffen und 50 Zentimetern an den Enden viel Raum beansprucht. Für Straßenfahrer wirkt der Superbügel eher ungewohnt, doch die ausladende Front hat System. Canyon setzt auf maximale Kontrolle: flacher Lenkwinkel, langer Radstand. 1078 Millimeter haben wir gemessen – länger als bei allen ande- ren Testkandidaten. Länge läuft, und so bügelt das Grizl lieber über Hindernisse, als ihnen elegant auszuweichen. Auf leichtem Terrain wirkt es deshalb etwas sperrig und wenig verspielt. Sobald der Weg ruppiger wird, dreht sich das Bild. Auf schnellen Abfahrten liegt das Grizl satt und souverän in der Spur. Wurzeln, Steine und verblockte Passagen bringen es kaum aus der Ruhe. Das Rad bleibt gutmütig und lässt sich weniger leicht aus dem Gleichgewicht bringen. Mit Gepäck dürfte diese Gelassenheit besonders willkommen sein.
Das Grizl will kein Artist sein. Es will ankommen. Leicht ist es allerdings nicht. Mit zehn Kilogramm ist das Canyon das schwerste Bike im Testfeld und rollt zudem auf den schwersten Laufrädern – das kostet Agilität. Die einfache GRX-Kurbel bringt zusätzlich Gewicht, während die günstigen Bremsscheiben nicht die volle Leistung aus den Shimano-Stoppern herausholen. Für Komfort sorgt die geteilte Sattelstütze im Blattfeder-Design. Ansonsten liefert Canyon solide Kost.
Praktisch wird das Grizl beim Gepäcktransport. Ein neues Staufach im Unterrohr sowie ein umfangreiches Zubehörprogramm mit Schutzblechen, Taschen und Gepäckträgern machen das Rad zu einem vielseitigen Reisepartner. Ganz ohne Einschränkungen bleibt der Baukasten jedoch nicht: Zweifach-Antriebe sind passé, ein Umwerfersockel fehlt. Zudem lassen sich Federgabel und Dynamo-Lichtanlage nicht beliebig miteinander kombinieren.
Unser Eindruck: Das Grizl ist kein Leichtgewicht und kein Kurvenkünstler. Dafür fährt es sich souverän, sicher und gutmütig. Es fühlt sich an wie ein Gravelbike mit Wanderschuhen: nicht geschniegelt, nicht nervös, aber bereit für den Weg, der hinter der nächsten Kurve schlechter wird. Den Rahmen gibt es selbst für sehr kleine und große Fahrer – sehr gut! Wer viele Kilometer, Gepäck und schlechte Wege unter einen Hut bringen will, bekommt hier einen überzeugenden Reisebegleiter.
Zum Grizl CF 7 kann man jedem nur raten, der sich ein Gravelbike zulegen will. Ein souveräner Allrounder und robuster Abenteuer-Partner – mit zehn Kilo allerdings recht schwer. Das breite Cockpit war mir persönlich zu wuchtig.

Redakteur
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