Canyon Grizl CF 7 im CheckDas perfekte Carbon-Gravelbike für 2499 Euro?

Jan Timmermann

 · 14.06.2026

Steht auf Schotter: Das Canyon Grizl CF 7 will das ultimative Gravelbike zum schlanken Preis sein.
Foto: Wolfgang Papp
Für unter 2500 Euro wirbt das Canyon Grizl CF7 Gravelbike mit einem Carbonrahmen, einer soliden Ausstattung, großer Reifenfreiheit und jeder Menge cleverer Features. Von der schnellen Feiertagsrunde bis zum langen Bikepacking-Trip soll das Gravelbike aus Koblenz alles können. Lohnt sich der Deal? Wir haben das Canyon Grizl CF 7 ausgecheckt.

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Das Grizl ist das Abenteuer-Bikepacking-Gravelbike im Lineup von Canyon und innerhalb der Grizl-Familie präsentiert sich das CF 7 als Vernunftsmodell mit Carbonrahmen und funktionaler Ausstattung. Obwohl auf dem Preisschild nur 2499 Euro stehen, hat das Grizl CF7 alle Vorteile der Plattform mit an Bord. Dazu zählen zahlreiche Gepäck-Optionen und viel Platz für breite Gravel-Reifen. Trotzdem bleibt das Gewicht mit knapp unter zehn Kilo gerade noch im Rahmen. Ein Bike also für alle, die einfach ein gutes Gravelbike zum fairen Preis suchen? Wir baten das Canyon Grizl CF 7 zum Check.

Canyon Grizl CF 7 im Detail

  • Einsatzbereich: Gravel
  • Reifenbreite ab Werk: 45 mm
  • maximale Reifenfreiheit: 54 mm
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Material Gabel: Carbon
  • Gewicht: 9,8 kg
  • Maximal zulässiges Systemgewicht: 120 kg
  • Preis: 2499 Euro
  • Besonderheiten: Unterrohr-Staufach inkl. Minitool, Option auf Fidlock-Rahmentasche, Oberrohr-Mounts, drei Flaschenhalter, Gepäckaufnahmen an der Gabel, Aufnahme für Gepäckträger und Schutzbleche

Ausstattung

  • Antrieb: Shimano GRX 820 / SLX (1 x 12), 40; 10-45
  • Bremsen: Shimano GRX 820
  • Sattelstütze: Canyon VCLS 2.0 CF
  • Laufräder: DT Swiss Gravel LN
  • Reifen: Schwalbe G-One RX Performance 45 mm

Packesel

Der Carbon-Rahmen des Canyon Gravelbikes gleicht einem Schweizer Käse. Überall sind Löcher. Im Unetrrohr verbirgt sich ein Staufach mit Halterung für ein Minitool und Platz zum Beispiel für eine Windjacke. Die Öffnung fällt klein aus. Unter dem Unterrohr lässt sich ein dritter Flaschenhalter anbringen und auf dem Oberrohr eine Tasche fest verschrauben. Der Rahmen ist außerdem für Magnet-Halterungen nach dem Fidlock-System vorbereitet und kann so eine eingepasste Rahmentasche aufnehmen. An der Gabel finden sich Aufnahmen für Anything-Cages und weiteres Zubehör. Für den Alltagseinsatz ist der Rahmen des Canyon Grizl CF 7 auch für die Aufnahme von Schutzblechen und einen Gepäckträger vorbereitet. Wir konnten das Grizl bereits im Bikepacking-Einsatz testen und sagen: Die laufruhigen Fahreigenschaften des Gravelbikes eignen sich hervorragend für lange Touren mit Gepäck - doch dazu gleich mehr.

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​Dass bei der Entwicklung des Bikes andere Prioritäten als reine Leistungswerte im Vordergrund standen, wird im Labortest sichtbar. Ein wirklich geringeres Gewicht bietet das Grizl CF 7 nicht. Mit knapp zehn Kilogramm bringt das Testrad sogar mehr auf die Waage als jedes andere Carbon-Grizl in Größe M, das seit der Einführung der Baureihe im Jahr 2021 in der Redaktion getestet wurde. Auch beim Komfort kann der Rahmen selbst im größeren Vergleich nicht punkten. Immerhin zählt die verbaute Federstütze ohnehin bereits zu den komfortabelsten Lösungen ihrer Klasse.

In den übrigen Disziplinen zeigt das Rad die von Canyon gewohnte Qualität ohne nennenswerte Schwächen. Überraschend sind allerdings einige Sparmaßnahmen bei der Ausstattung. Die einfachere GRX-Kurbel erhöht das Gesamtgewicht, während die günstigeren Bremsscheiben das Potenzial der Shimano-Bremsanlage nicht vollständig ausschöpfen. Preislich positioniert sich das Grizl CF 7 auf einem konkurrenzfähigen Niveau im Vergleich zu den Mitbewerbern. Tunen ließe sich das Modell beispielsweise mit einem leichteren Laufradsatz.

So fährt sich das Canyon Grizl Gravelbike

​Bereits beim ersten Probesitzen wird deutlich, welche Richtung Canyon mit dem Grizl einschlägt. Die komfortorientierte Geometrie sorgt in Kombination mit einem kurzen Vorbau für eine aufrechte Sitzhaltung. Die Steuerzentrale liegt auffällig hoch. Fahrerinnen und Fahrer, die eine sportlichere Position bevorzugen, sollten daher entweder direkt einen anderen Vorbau einplanen oder sich nach einem anderen Modell umsehen. Auch der sehr breite Lenker verlangt etwas Eingewöhnung, insbesondere für Umsteiger vom Rennrad. Die am Testbike in Größe M gemessenen 44 Zentimeter Breite an den Bremsgriffen dürften für viele noch akzeptabel sein. Die auf 50 Zentimeter auslaufenden Lenkerenden hingegen sind Geschmackssache. Durch die aufrechte Sitzposition griffen wir zudem häufiger in den Unterlenker, wodurch die enorme Breite besonders auffiel.

Das Fahrverhalten wurde klar auf maximale Spurtreue ausgelegt. Ein flacherer Lenkwinkel sowie ein längerer Radstand verleihen dem Grizl einen ausgesprochen stabilen Geradeauslauf. Hindernisse und Schlaglöcher werden eher souverän überrollt, als dass das Rad zu spielerischen Ausweichmanövern animiert. Auf leichtem Terrain wirkt das Handling deshalb etwas behäbig und weniger agil. Seine eigentlichen Qualitäten zeigt das Grizl vor allem auf anspruchsvollen Abfahrten im Gelände. Dort vermittelt es enorme Laufruhe und bleibt selbst in schwierigen Passagen bemerkenswert stabil.

Auch bei steilen und technisch anspruchsvollen Anstiegen mit vielen Hindernissen profitiert das Rad von seiner souveränen Geometrie, da es wenig anfällig für Gleichgewichtsverluste ist. Unser Tipp: Das Grizl nimmt Reifen in den Dimensionen von bis zu 29 x 2,1 Zoll Breite auf. In unserem Tests zahlen die breiten Schlappen nochmals erheblich auf die Stärken des Canyon Gravelbikes ein und machen es zum absoluten Monstertruck - super für herausforderndes Terrain!

Fazit

Das Canyon Grizl ist der SUV unter den Gravelbikes - erst recht mit breiten Reifen. Das Modell CF 7 punktet mit einem detailreichen Carbonrahmen und einem vernünftigen Preis. Laufruhe und Fahrsicherheit stechen besonders heraus. Das Gravelbike bietet eine solide Basis für vielfältige Bikepacking-Abenteuer, ist von einem agilen Sportwagen aber meilenweit entfernt. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur

Pro

  • extrem starke Laufruhe
  • breiter Einsatzbereich
  • viele Zubehör-Optionen

Contra

  • kein Leichtgewicht
  • träges Fahrverhalten
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Jan Timmermann

Jan Timmermann

Redakteur

Jan Timmermann ist ein Mountainbiker aus echtem Schrot und Korn. Dabei deckt sein Interesse von Marathon- bis Trailbikes und von Street bis Gravel fast alles ab. Getreu dem Motto „das Leben ist zu kurz für langweilige Fahrräder“ hängt Herz des Technik-Redakteurs jedoch vor allem an Bikes mit Charisma. Nebenbei leitet Jan auch noch das Fitness-Resort unserer Radsport-Marken.

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