Bulls Machete XCarbon-Laufräder ab 2.499 Euro

Adrian Kaether

 · 25.07.2026

Das Machete X ist das neue Adventure Gravel Rad von Bulls.
Foto: Adrian Kaether
Das neue Machete X von Bulls will im Bikepacking-Abenteuer und im Alltag gleichermaßen punkten. Das Rezept dafür: Unter 10 Kilogramm Gewicht und Carbon Laufräder zum fairen Preis.

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​Fazit: Solide Ansage im Touren-Segment

Das Machete X positioniert Bulls als komfortables Touren Gravelbike mit aufrechter Sitzposition und vielen Gepäck-Ösen. Wenig Technik Schnick-Schnack hält den Preis niedrig, Carbon-Laufräder sorgen für einen spritzigen Antritt. Mit Potential für Gepäckträger und Schutzbleche möglicherweise auch als edles Alltagsrad interessant. - Adrian Kaether, Redakteur Test & Technik


Bulls hat sein Gravel-Lineup um eine neue Facette erweitert. Neben dem sportiven Machete RX (hier im Test), betritt nun das Machete X als Adventure Gravel für lange Touren und Bikepacking die Bühne. Bulls will damit ein sportives Tourenrad zum guten Kurs anbieten. Ein leichter Carbon-Rahmen und sogar Carbon-Laufräder in beiden Modellen kommen einem spritzigen Antritt zugute.

Rahmen und Geometrie: Entspannt sportiv

Das augenfälligste Merkmal des Machete X gegenüber seinem sportlicheren Bruder ist die aufrechtere Sitzposition. Schon das Machete RX (hier im Test) ist in dieser Hinsicht kein Extremo. Beim Machete X sollen ein längerer Stack, ein kürzerer Reach und ein Lenker mit viel Flare und wenig Drop Rücken und Nacken schonen.

Der Rahmen selbst besteht aus Carbon – und das in beiden Ausstattungsstufen. Praktisches denkt man beim Machete X gleich mit: Der Rahmen bietet zahlreiche Befestigungspunkte für Taschen im Rahmendreieck, auf dem Oberrohr und an der Gabel. Auch Ösen für Gepäckträger und Schutzbleche sind Teil des Pakets. Wer also im Sommer sportiv unterwegs ist und im Herbst auf Bikepacking-Tour geht oder Pendeln will, kann sein Rad entsprechend umrüsten.

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Reifenfreiheit und Zuladung: Reserven für echte Abenteuer

Mit einer Reifenfreiheit von bis zu 50 Millimetern bietet das Machete X dieselben Reserven wie das Machete RX, kommt ab Werk aber auch schon mit 50 Millimeter Reifen (Machete RX 45 mm). Einzige Einschränkung: Mit Schutzblechen muss man auf 45 Millimeter Reifen umbauen. Man könnte sich also fast wünschen, dass noch breitere Reifen in den Rahmen passen. Aber auch so bekommt man schon einen guten Komfort und viel Grip im Gelände, einen entsprechenden Luftdruck vorausgesetzt.

Schön zu sehen: Das Machete X ist bis zu einem Gesamtgewicht von 135 Kilo zugelassen. Das schließt Fahrer, Gepäck und Zubehör mit ein und ist ein klares Plus gegenüber vielen anderen Gravel Bikes mit oft nur 120 oder 130 Kilo. Das Machete X ist damit nicht nur für leichtgewichtige Rennfahrer konzipiert, sondern auch für schwere Piloten mit Gepäck.

Vision SC 48 Carbon-Laufräder serienmäßig

Ein echter Hingucker in der Ausstattung sind die Vision SC 48 Carbon-Laufräder, die in beiden Varianten des Machete X verbaut sind. Sie haben zugunsten der Aerodynamik ein höheres Felgenprofil und sind dank Carbon trotzdem spritzig zu beschleunigen. Der Aufpreis gegenüber Alu-Laufrädern ist erheblich und macht die wertigen Laufräder (fast 1400 Euro UVP) zum echten Alleinstellungsmerkmal in der Preisklasse um 2500 Euro.

Zwei Ausstattungsvarianten: Di2 oder Mechanik?

Bulls bietet das Machete X in zwei Varianten an: Das Machete X2 für 2.999 Euro schaltet mit der GRX Di2 also elektronisch. Die günstigere Variante Machete X1 für 2.499 Euro setzt auf eine mechanische GRX 820. Günstige Alu-Varianten oder Bikes mit Zweifach-Kurbel gibt es nicht. Beide Modelle müssen mit grundsätzlich funktionalen aber günstigen RX-410 Bremsen auskommen. Den Carbon-Rahmen und die edlen Carbon-Laufräder bieten beide Modelle. Zusätzliche Features wie ein Staufach oder eine Lade-Funktion per Dynamo wie bei den Adventure Bikes von Rose oder Canyon gibt’s nicht.

Für wen ist das Machete X gemacht?

Tourenfahrer und Bikepacker, die mehrtägige Abenteuer planen, dabei aber nicht auf einen schweren Rahmen setzen wollen. Der Carbon-Rahmen macht das Rad leichter als vergleichbare Stahl- oder Alu-Konstrukte, ohne auf die strukturelle Belastbarkeit zu verzichten.

Pendler und Alltagsfahrer mit sportlichem Anspruch, die ihr Rad gelegentlich auch für längere Wochenendausflüge nutzen. Die Möglichkeit, Schutzbleche und Gepäckträger zu montieren, macht das Machete X zum Begleiter für viele Lebenslagen.

Einsteiger ins Gravel-Segment, die bereit sind, ein Budget von 2.500 bis 3.000 Euro zu investieren, aber keine sportive Extremgeometrie wollen. Die aufrechte Sitzposition senkt die Hemmschwelle für Fahrer, die bislang auf Trekking- oder Reiserad-Konzepten unterwegs waren.

Schwerere Fahrer, die bei vielen Carbon-Bikes an die Systemgewichtsgrenze stoßen. 135 Kilogramm lassen zum Beispiel bis zu 110 Kilo Fahrergewicht plus 10 Kilo Rad und 15 Kilo Gepäck zu.

Weniger geeignet ist das Machete X hingegen für ambitionierte Gravel-Racer, die auf sportlichen Strecken oder bei Events wie Gravel-Marathons aufs Podium wollen.

Der Markt: Wer konkurriert mit dem Machete X?

Bikepacking boomt. Weil außerdem Race-Gravel-Bikes immer sportivere Fahrer ansprechen, ergänzen viele Hersteller ihre Produktpalette zum Kontrast auch mit entspannteren und tourentauglicheren Adventure Gravel Bikes. Hier die wichtigsten Vertreter:

Canyon Grizl Escape

Das Canyon Grizl Escape (hier im Dauertest) ist ähnlich schwer, ab 2.999 Euro aber etwas teurer als das Bulls. Dafür will die Adventure Variante des Carbon-Gravelbikes Grizl mit einem speziellen Lenker mit noch mehr Griff-Optionen und Gepäcktransportmöglichkeiten und dem Eclipse System mit Dynamo und Ladefunktion punkten.

Rose Backroad Unsupported

Das Backroad Unsupported (hier im Test) ist die Top-Variante des Abenteuer Bikes aus Bocholt und der Gegenentwurf zum sportiven Backroad FF. Hier sind Scheinwerfer, Powerbank, Nabendynamo plus USB-C Port und zwei Taschen bereits ab Werk Teil des Pakets, dafür ist das Rad nicht nur deutlich teurer sondern auch schwerer als das Bulls.

Salsa Cutthroat

Das ursprüngliche Adventure-Bike vom Gravel- und Bikepacking-Pionier, der Preis ist mit Rahmensets ab 2.499 Euro aber deutlich höher. Satte Gewichtsfreigabe von 160 Kilo, ultra viel Reifenfreiheit und eine extrem aufrechte Sitzposition machen das Salsa Cutthroat (hier im Test) zu einem guten Partner, wenn wirklich lange Touren auf sehr schlechtem Untergrund anstehen. Dafür ist der Vortrieb etwas begrenzt.

Das Machete X positioniert sich in dieser Konkurrenz als ehrliches Preis-Leistungs-Angebot, das mit Carbon-Rahmen und Carbon-Laufrädern ab Werk aufwartet, dafür aber auf extra große Reifenfreiheit oder zusätzliche Features wie USB-C Laden oder Federungssysteme verzichten muss.


Technische Daten zum Machete X im Überblick:

PreisMachete X2: 2.999 €Machete X1: 2.499 €
RahmenCarbonCarbon
LaufräderVision SC 48 CarbonVision SC 48 Carbon
SchaltungShimano GRX Di2Shimano GRX mechanisch
Reifenfreiheitbis 50 mmbis 50 mm
Max. Systemgewicht135 kg135 kg
Schutzblech/Trägeroptional möglichoptional möglich
Dynamo/Ladebuchseneinnein
Gewicht:9,9 kg (Werksangabe)9,9 kg (Werksangabe)

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Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

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