Alles muss rausBianchi-Klassiker zum Schnäppchenpreis

Josh Welz

 · 28.09.2026

Schicker Italiener, deutlich reduziert: Bianchi Impulso Pro GRX. Auf den ursprünglichen UVP von 4.250 geben manche Online-Händler bis zu 33 Prozent Rabat.
Foto: Bianchi

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Ein Bianchi für deutlich unter 3.000 Euro? Das Impulso Pro GRX 820 des Modelljahrs 2026 wird bei mehreren Onlineshops mit bis zu 33 Prozent Rabatt angeboten. Das sportliche Gravelbike setzt auf einen Carbonrahmen, eine Shimano-GRX-Schaltung und Carbon-Laufräder. Doch ein hoher Rabatt macht noch keinen guten Kauf. Entscheidend ist, ob das Impulso zu den Strecken und Ansprüchen seines künftigen Besitzers passt.


Das Fazit vorweg: Lohnt sich das Angebot?

Ja, für schnelle Fahrten auf Asphalt und Schotter ist das Impulso Pro ein starkes Angebot. Gegenüber der angegebenen UVP von 4.250 Euro spart man 1.411 Euro, rund 33 Prozent. Die Ausstattung ist nicht luxuriös: Das Cockpit besteht aus Aluminium, die Schaltung arbeitet mechanisch. Dafür gehören Carbon-Laufräder zum Paket. Vor allem aber ist das Rad für einen klaren Zweck gebaut: Tempo auf gut fahrbaren Strecken. Wer eine entspannte Sitzposition, viel Reifenfreiheit und Platz für schweres Reisegepäck erwartet, sollte sich vom Rabatt nicht blenden lassen. Das Impulso Pro ist ein Race-Gravelbike, kein Alleskönner.


Warum sind Fahrräder gerade so stark reduziert?

Der Preisdruck betrifft nicht nur Bianchi. Nach den Boomjahren mussten Hersteller und Händler hohe Bestände abbauen. Rabatte helfen, Lagerplatz und Kapital für neue Ware freizumachen. Zugleich stehen häufig verschiedene Modelljahre nebeneinander im Handel und konkurrieren um dieselben Käufer.

Das Grundkonzept des Impulso ist ebenfalls nicht mehr neu. Bianchi stellte die überarbeitete Race-Gravel-Plattform Ende 2023 vor. Daraus folgt aber nicht, dass das Impulso technisch überholt wäre: Ein sportlicher Carbonrahmen, eine Zwölffach-Schaltung und gute Laufräder verlieren ihren Nutzwert nicht mit dem Wechsel der Jahreszahl. Wer vor allem das jüngste Rahmendesign sucht, schaut sich womöglich anderswo um. UDH-Standard oder integriertes Rahmenfach hat das Impulso nicht zu bieten.

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Ein Blick auf das Impulso RC

Auch die höher ausgestattete Variante mit elektronischer GRX-Di2-Schaltung und voll integriertem Cockpit wird derzeit reduziert angeboten. Wir haben das Modell bei unterschiedlichen Online-Händlern für 4.819 statt 6.390 Euro gefunden. Das sind knapp 25 Prozent Nachlass. Das Impulso RC GRX Di2 ist dabei nicht einfach ein Impulso Pro mit elektronischer Schaltung. Es hat einen leichteren Rahmen, ein integriertes Carbon-Cockpit, andere Carbon-Laufräder und einen Leistungsmesser. Bei Übersetzung, Geometrie und Reifenfreiheit liegen die beiden dagegen sehr nah beieinander. 2025 gab es für das RC übrigens eine Rückrufaktion des Herstellers wegen einer möglichen Bruchgefahr am integrierten Cockpit. Kaum denkbar, dass noch Räder im Umlauf sind, deren Cockpits nicht getauscht wurden – eine Rückfrage beim Händler kann zur Sicherheit aber nicht schaden.

Wie gut passt das Impulso Pro zum Race-Gravel-Einsatz?

Das Impulso Pro bringt Rennrad-Charakter auf feste Schotterwege. Sein Carbonrahmen ist aerodynamisch geprägt, die Leitungen verlaufen innen und die Sitzposition fällt sportlich aus. In Rahmengröße L stehen 580 Millimeter Stack 401 Millimetern Reach gegenüber. Das deutet auf eine vergleichsweise tiefe, gestreckte Haltung hin. Allerdings fällt das Serien-Cockpit etwas komfortabler als beim RC-Modell aus.

Die Reifenfreiheit zeigt ebenfalls, wo Bianchi den Schwerpunkt setzt. Maximal 42 Millimeter sind freigegeben; serienmäßig stehen 40 Millimeter breite Pirelli-Reifen auf der Ausstattungsliste. Das passt zu Asphalt, festen Waldwegen und schnellen Schotterpisten – voluminösere Reifen für grobes Geläuf finden im Bianchi-Rahmen keinen Platz.

Warum die mechanische Zweifach-GRX eine gute Wahl ist

Eine mechanische Schaltung ist an diesem Race-Gravelbike definitiv kein Fehlgriff. Wer überwiegend auf schnellen Schotterpisten fährt, profitiert nicht unbedingt von den Sekundenbruchteilen, die elektronische Schaltungen schneller die Gänge wechseln. Auch die einfachere Schaltlogik einer Einfach-Schaltung macht an einem solchen Bike nur bedingt Sinn – entscheidender kann sein, auch bei wechselndem Tempo und kleinen Steigungen eine passende Übersetzung zu finden und die bevorzugte Trittfrequenz zu halten.

Hier spielt der Zweifach-Antrieb seine Stärke aus: Zwei Kettenblätter in Verbindung mit zwölf Ritzeln ermöglichen eine große Übersetzungsbandbreite und im sportlich genutzten Bereich vergleichsweise kleine Gangsprünge. Statt nach einem Schaltvorgang plötzlich deutlich schneller oder langsamer treten zu müssen, lässt sich die Kadenz feiner anpassen. Gerade auf langen, zügig gefahrenen Passagen ist das ein sinnvoller Vorteil. Die mechanische GRX 820 verlangt dafür einen klassischen Schaltzug statt elektronischer Bedienung. Ob man Letztere vermisst, ist letztlich eine Frage der persönlichen Vorliebe, nicht der Eignung des Rads für Gravel-Rennen.

Die wichtigsten Ausstattungsmerkmale

  • Rahmen und Gabel: Carbon mit innenverlegten Leitungen und maximal 42 Millimetern Reifenfreiheit.
  • Schaltung: mechanische Shimano GRX 820 mit zwei Kettenblättern und zwölf Ritzeln: 48/31 Zähne vorn und eine 11–36-Kassette hinten.
  • Bremsen: hydraulische Shimano-GRX-Scheibenbremsen mit 160-Millimeter-Bremsscheiben.
  • Laufräder: Velomann Terbium Carbon, mit 30 Millimeter hohen Felgen, tubeless ready.
  • Reifen und Cockpit: Pirelli Cinturato Gravel H in 40 Millimetern sowie ein separater Aluminiumlenker mit Aluminiumvorbau.

Für wen ist das Impulso geeignet, für wen weniger?

Das Impulso Pro passt zu Fahrern, die schnell unterwegs sein wollen: zu Rennradfahrern auf der Suche nach einem Rad für gemischte Strecken ebenso wie zu Gravel-Sportlern, die auf überwiegend festen Wegen trainieren. Wer gern eine konstante Trittfrequenz fährt, dürfte die feine Abstufung des Zweifach-Antriebs besonders schätzen. Weniger geeignet ist das Rad für alle, die möglichst aufrecht sitzen möchten, regelmäßig anspruchsvolle Trails fahren oder schwer beladene Bikepacking-Touren planen. Auch ein Rabatt von 33 Prozent ändert nichts an dieser sportlichen Ausrichtung.

Kaufen oder nicht kaufen?

Allzu häufig bietet sich die Gelegenheit nicht, ein kultiges Italo-Bike für unter 3.000 Euro zu ergattern. In der Regel nimmt man für den guten Ruf eine mäßige Ausstattung in Kauf. Beim stark reduzierten Impulso Pro stimmen aber Image und Ausstattung. Für 2.839 Euro bekommt mein ein schlüssiges Rad für schnelle Gravel-Runden. Der Carbonrahmen und die Carbon-Laufräder bilden die sportliche Basis, die mechanische Zweifach-GRX matcht gut. Darauf muss man verzichten können: größere Reifenfreiheit für mehr Komfort, UDH-Standard, Rahmenstaufach, Vorrichtungen für Bikepacking-Accessoires.

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Josh Welz

Josh Welz

Chefredakteur

Josh Welz ist studierter Sportjournalist und prägt als Chefredakteur die publizistische Ausrichtung der BIKE. 2016 griff Welz den E-Trend auf und entwickelte den Titel EMTB. Entsprechend bewegt er sich gerne zwischen den Welten. Da seine Begeisterung für knackige Trails aber größer ist als sein Trainingsfleiß, schlägt das Pendel häufig in Richtung „E“ aus.

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