
Das Axess Creed CF Pro punktet mit gutem Fahrverhalten, vielseitigem Zweifach-Antrieb und starkem Preis-Leistungs-Verhältnis. Knapp zehn Kilo Gewicht und Details wie die schwache Sattelstützenklemmung trüben den Eindruck etwas.
| Eigenschaft | Note |
|---|---|
| Labor | 2,4 |
| Ausstattung | 1,6 |
| Endnote | 2,2 |
Die Gesamtbewertung des Bikes findest du hier
| Gewicht | 9.93 kg |
| Schaltung | Shimano GRX RD-RX820 |
| Bremse vorne | Shimano GRX ST-RX 610 / BR-RX 400 |
| Laufradsatz | Alexrims GX5 |
| Reifen vorne | WTB Riddler TCS TR 45-622 |
Alle Messwerte findest du hier
Axess? Habt ihr schon einmal von diesem Bike-Label gehört? Wir auch nicht. Dahinter verbirgt sich die Eigenmarke von Lucky Bike. In 40 Filialen deutschlandweit sowie im Online-Shop verkauft das Unternehmen mit Hauptsitz in Bielefeld Fahrräder in allen Formen und Farben – knallhart kalkuliert. Sprich: Wem klangvolle Herstellernamen, Markenhistorie und Image schnuppe sind, findet im Axess Creed CF Pro ein spannendes Angebot. Oder, wie Lucky Bike selbst formuliert: „Bikes for Everyday Athletes“. Uns hat interessiert, wie sich dieses Preisbrecher-Gravelbike gegen die ohnehin schon hart kalkulierte Testkonkurrenz schlägt.
Die Werte aus unserem Testlabor zeigen: Es ist heute keine Geheimwissenschaft mehr, ein steifes, stabiles und zugleich komfortables Fahrrad zu bauen. Entsprechend bescheinigen die Messwerte dem China-Rahmen des Axess solide Leistungen und eine gelungene Geometrie. Nur wer genauer hinschaut, entdeckt ein paar Schummellösungen. Etwa die etwas altbackene Zugverlegung. Oder die Sattelrohr- klemmung: Sie ist zwar unsichtbar im Rahmen integriert, klemmt die Stütze jedoch nicht zuverlässig genug. Die einfachen Bremsscheiben – quasi gestanztes Blech – montiert dagegen nicht nur Lucky Bike. Auch Radon und Canyon sparen hier. Trotzdem bleibt erstaunlich, was man für diesen Kampfpreis bekommt.
Der dunkle Rahmen in der Farbe „Burgundy Pearl“ wirkt hochwertig und gut verarbeitet. Als einziges Bike im Testfeld setzt das Creed auf einen Zweifach-Antrieb. Das beschert dem Rad 24 fein abgestufte Gänge. Sprich: großes Blatt auflegen und Strecke machen, während die Beine bei manchem Einfach-Antrieb schon wie Kolibri-Flügel rotieren. Die zwei Kettenblätter samt Umwerfer treiben das Gewicht allerdings nach oben, die robusten Alu-Laufräder ebenfalls. Am Ende landet das Creed bei knapp zehn Kilogramm. Nur das Canyon Grizl ist noch schwerer und knackt die Zehn-Kilo-Marke. Für ein modernes Gravelbike ist das bereits die Schmerzgrenze.
Lucky Bike gibt das zulässige Gesamtgewicht des Creed mit 110 Kilo an. Wir sagen: Der Rahmen ist so steif, dass selbst Superschwergewichte nichts zu befürchten haben.
Das Creed mischt sich wie ein blinder Passagier unter die deutlich höherpreisige Konkurrenz, ohne aufzufallen. Und das meinen wir positiv. Das Bike überzeugt mit einer ausgewogenen Geometrie, gefälligen Fahreigenschaften und einem angenehmen Cockpit – etwas mehr Flare am Lenker würde die Ergonomie beim Bremsen allerdings verbessern. Der Hersteller sieht den Haupteinsatzbereich eher auf Feld- und Schotterwegen als im Gelände. Doch das Creed kann auch ruppig. Rahmen und Geometrie kommen durchaus mit Wurzeln und Geröll zurecht. Wer gerne in technische Singletrails abbiegt, kann zudem 50-Millimeter-Reifen nachrüsten. Sie sorgen durch mehr Dämpfung für spürbar zusätzlichen Komfort. Kurzum: stimmiges Gesamtpaket zum Knallerpreis!
Schicker Carbonrahmen, gefällige Fahreigenschaften, ausgewogene Geometrie, Zweifach-Antrieb – wer ein günstiges Gravelbike für Straße und Gelände sucht, wird beim Creed von Lucky Bike fündig. Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis!

Redakteur
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