Vollgefederte E-Bikes sind voll im Trend. Scotts Konzept trifft einen sinnvollen Mittelweg zwischen bequemem Stadt-E-Bike und ausflugstauglichem SUV. Der Fully-Rahmen mit tiefem Durchstieg, die Vario-Stütze und die vollständige Alltagsausstattung sind die eigentlichen Neuheiten für den praktischen Einsatz. Wir sind gespannt, wie sich Federung und Details in der Praxis schlagen. - Adrian Kaether, Redakteur Test & Technik
Scott bringt das E-Ville für das Modelljahr 2027 als vollgefedertes E-Bike mit tiefem Durchstieg. Es gibt lediglich zwei Ausstattungsvarianten: Das E-Ville 10 SUV für Stadt und Schotterwege sowie das stärker auf Asphalt ausgelegte E-Ville 20. Beide kombinieren einen Bosch Performance Line CX mit alltagstauglicher Ausstattung. Der entscheidende Unterschied liegt nicht allein in den 80 Wattstunden Akku-Kapazität, sondern auch bei Reifen, Gabel und Display.
| Merkmal | E-Ville 10 SUV | E-Ville 20 |
| Einsatzbereich | Stadt, Schotter und Forstwege | Stadt, Radwege und leichter Mischuntergrund |
| Federweg vorn/hinten | 120/100 mm | 100/100 mm |
| Akku | Bosch PowerTube 800 Wh | Bosch PowerTube 720 Wh |
| Display / Ladegerät | Kiox 300 / 4 A | Purion 200 / 2 A |
| Reifen | Schwalbe Advancer, 60-622 | Schwalbe Big Apple Performance, 60-622 |
| Schaltung | Shimano Cues, 11-fach, 11–45 Zähne | Shimano Cues, 10-fach, 11–48 Zähne |
| Gewicht laut Scott | ca. 31,16 kg | ca. 31,3 kg |
| Preis | 5399 Euro | 4599 Euro |
In beiden Modellen sitzt der Bosch Performance Line CX. Wie sich der Motor auf dem Prüfstand und im Gelände schlägt, zeigt unser Test des Bosch Performance CX. Der 800-Wh-Akku des SUV-Modells E-Ville 100 hat gut zehn Prozent mehr Kapazität als der 720-Wh-Akku des E-Ville 20. Beide Akkus lassen sich seitlich aus dem Rahmen entnehmen. Displayseitig kommt ein Kiox 300 am E-Ville 10 zum Einsatz. Das kann auch auch einfachen Touren zur Navigation genutzt werden. Das Purion 200 am E-Ville 20 ist da etwas einfacher gehalten.
Das E-Ville ist vor allem für Alltag und entspannte Touren gedacht. Der tiefe Durchstieg vereinfacht das Auf- und Absteigen; ein verstellbarer Vorbau erlaubt eine Anpassung der Sitzhaltung. Die absenkbare Sattelstütze ist an beiden Modellen serienmäßig und erhöht die Fahrsicherheit in anspruchsvollen Situationen. Auch an der Ampel lässt sich der Sattel per Knopfdruck absenken, statt die Sitzhöhe dauerhaft zu niedrig einzustellen.
Zum Paket gehören Schutzbleche, Ständer, Front- und Rücklicht sowie ein Racktime-Snapit-2.0-Gepäckträger mit 20 Kilo Zuladung. Auch eine SP-Connect-Aufnahme für ein Smartphone ist vorgesehen. Beide Räder haben eine Anhängerzulassung.
Wie bei manchen (E-)Mountainbikes von Scott sitzt geschützt im Rahmen. Das sorgt für einen besonders aufgeräumten und integrierten Look. Wie gut sich der Dämpfer im Service erreichen lässt, muss ein Praxistest zeigen.
Scott gibt für das E-Ville ein maximales Gesamtgewicht von 160 Kilogramm an. Das ist für ein vollgefedertes Tiefeinsteigerrad eine positive Überraschung. Bei gut 30 Kilo Radgewicht bleiben immer noch fast 130 Kilogramm für Fahrer und Gepäck. Die 20-Kilogramm-Grenze des Gepäckträgers gilt zusätzlich und wird durch das höhere Gesamtgewicht nicht aufgehoben. Was solche Zahlen im Vergleich bedeuten, erläutert unser SUV-E-Bike-Test mit Blick auf Zuladung und Gewicht.
Mit gut 31 Kilogramm sind beide Versionen keine Räder, die man gern regelmäßig eine Kellertreppe hinaufträgt. Der entnehmbare Akku ist deshalb auch abseits des Ladevorgangs ein praktisches Detail, etwa wenn das Rad draußen parkt.
Das E-Ville 10 SUV ist die Wahl für Menschen, deren Arbeitsweg auch über feste Schotter- oder Waldwege führt und die den größeren Akku möchten. Es hat profiliertere Schwalbe Advancer-Reifen, 120 Millimeter Frontfederweg, eine funktionale Rockshox-Gabel, das Kiox-300-Display und ein 4-A-Ladegerät, ist aber mit 5399 Euro auch etwas teurer.
Das E-Ville 20 passt besser zu überwiegend asphaltierten Strecken. Schwalbes Big Apple, 100 Millimeter Federweg vorn wie hinten, Purion 200 und das 2-A-Ladegerät kennzeichnen die City-Variante. Von der SR Suntour XCM Gabel darf man aber nicht zu viel erwarten. Der Preis liegt dafür mit 4599 Euro spürbar niedriger.

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