Das Kona El Kahuna 2026 ist ein stimmig konzipiertes E-Trekking-Hardtail mit spürbarer Outdoor-DNA. Die gute RockShox-Gabel, die Dropper Post und profilierte Reifen bleiben dem MTB Erbe von Kona verpflichtet. Das Bosch Connect Module und die vollständige Reiseausstattung sind echte Pluspunkte. Der Preis von 4999 Euro für ein Rad mit ziemlich veraltetem E-System fällt allerdings happig aus. Der US-Preis von 3499 Dollar ist da eine ganz andere Hausnummer. - Adrian Kaether, Redakteur Test & Technik
Kona positioniert den El Kahuna klar als das eine Rad für Alles: Ein Hardtail-Rahmen aus Kona 6061 Aluminium wird kombiniert mit 29-Zoll-Laufrädern, 100 Millimeter Federweg vorne und einer vollständige Reiseausstattung inklusive Gepäckträger mit 25 Kilo Zulassung, Schutzblechen und Beleuchtung. Das Konzept kennt man aus dem europäischen SUV-E-Bike- und Trekking-Segment – Kona gibt dem Ganzen nun einen eigenen nordamerikanischen Touch.
Vier Rahmengrößen (S bis XL) mit jeweils angepassten Reach- und Stack-Werten sowie unterschiedlichen Dropper-Post-Travellängen (100 bis 150 mm) deuten auf eine durchdachte Geometrie hin.
Das Herzstück bildet der Bosch Performance Line-Motor - allerdings noch der alte. Schon vor der Eurobike 2025 hat Bosch einen Nachfolger präsentiert, der dann gerne auch mit den leichteren 600er und 800er Akkus kombiniert wird. Der ältere Antrieb im Kona muss noch mit dem Bosch PowerTube 625 Wh-Akku auskommen, der etwas schwerer ist. Die Batterie ist sauber im Unterrohr integriert und kann per Schlüssel entnommen werden. Schick: Für den EU-Markt liegt zusätzlich ein Bosch PowerMore 250 Wh-Range-Extender bei – alle Rahmengrößen sollen diesen aufnehmen können.
Zur Bedienung dienen das Bosch Intuvia 100 Smart System Display (allerdings ebenfalls noch das alte) mit 2,5-Zoll-Bildschirm sowie eine Mini-Remote mit System Controller auf dem Oberrohr und das Bosch Connect Module. Mit aufpreispflichtem Flow+ Abo kann man hier auf GPS-Tracking, Bewegungsalarm und Mobilfunkanbindung zugreifen.
Positiv sticht die RockShox Recon Gold RL-Federgabel ins Auge: Mit 100 mm Federweg und Debonair-Luftfeder ist sie für diese Fahrzeugklasse eine erfreulich hochwertige Wahl auf Augenhöhe mit besseren Suntour oder den AWL Gabeln von Fox. Das hebt das El Kahuna vom Gros der Trekking-E-Bikes ab. Die TranzX Dropper Post ist ebenfalls bemerkenswert – für ein E-Trekking-Bike keineswegs selbstverständlich und ein klares Zugeständnis an den Gelände-affinen Käufer. Allerdings muss die Dropper unter Sattel per Hand statt per ergonomischem Remote Hebel aktiviert werden.
Die Schwalbe G-One Allround TLE 29×2,25" in Tubeless-ready-Ausführung mit Double Defense-Einlage und Raceguard passen zum Allround-Konzept. Maximal wären mit Abstrichen 29×2,4" ohne Schutzbleche möglich, so Kona. Gespart wird dagegen beim MicroShift Advent X 10-Gang-Schaltwerk mit 11-48T-Kassette. Das ist funktional und preisgünstig, wirkt im Kontext eines knapp 5.000-Euro-Rades jedoch unterdurchschnittlich. Ähnliches gilt für die Tektro Gemini Bremsen. Sie sind solide, aber die Konkurrenz bietet hier oft mehr fürs Geld. Auch auf einen Kettenschutz muss man beim Kona verzichten. Lezyne-Lichter vorne und hinten sind dagegen top.

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