Mit dem Urbanico One präsentiert Hercules für das Modelljahr 2027 ein puristisch konzipiertes E-Bike, das auf unnötigen Schnickschnack verzichtet – und dabei mit einem attraktiven Einstiegspreis von 1.999 Euro aufwartet.
Schon das Topmodell F3 des Urbanico mit Automatik-Schaltung war ein richtig günstiges Bike. Jetzt setzt die Fachhandlesmarke mit dem Urbanico One für 1.999 Euro nochmal einen drauf. Ohne Gangschaltung und mit 400 Wattstunden wirklich nur was für die Stadt. Hochwertige Alltagsparts und ein Wartungsarmer Riemen zu diesem Preis machen das Rad aber attraktiv. - Adrian Kaether, Redakteur Test & Technik
Wer ein stadtalltagstaugliches E-Bike sucht, das optisch aufgeräumt daherkommt und sich gleichzeitig auf das Wesentliche konzentriert, dürfte beim Urbanico One aufhorchen. Hercules setzt auf ein Single-Speed-Konzept: Eine Gangschaltung sucht man vergebens. Stattdessen sorgt ein Gates-CDN-Zahnriemen für den Vortrieb – ein Antriebskonzept, das als besonders wartungsarm und langlebig gilt und im urbanen Alltag seine Stärken ausspielen kann.
Als Antriebseinheit kommt ein Bafang H410 Nabenmotor zum Einsatz, der ein maximales Drehmoment von 45 Nm liefert. Bemerkenswert ist der von Hercules beworbene Boost-Modus: Per Knopfdruck soll er für 30 Sekunden einen zusätzlichen Kraftschub bereitstellen – ein Feature, das sich laut Hersteller vor allem an Ampeln oder an kurzen Steigungen bezahlt machen soll.
Die Energieversorgung übernimmt ein Bafang-Intube-Akku mit einer Kapazität von 417 Wh, der komfortabel nach oben aus dem Rahmen entnommen werden kann. Kein Reichenwunder, aber für alltägliche Strecken bis 50 Kilometer gut ausreichend. Geladen wird er über ein mitgeliefertes Bafang-Ladegerät mit 2 Ampere Ladestrom. Das ist relativ langsam für ein E-Bike, aber im urbanen Einsatz sicher ausreichend. Eine Akkuladung dürfte circa 6 Stunden dauern.
Der Rahmen besteht aus Aluminium der Legierung AL6061 und entstammt der hauseigenen eTrekking-R25-Baureihe. Das Urbanico One wird in zwei Rahmenformen angeboten: als klassisches Diamant-Rahmen-Modell (D) in den Größen 53 und 58 sowie als Wave-Rahmen-Variante (W) in den Größen 48 und 53, jeweils mit 28-Zoll-Laufrädern. Als Farben stehen Evergreen-Matt (Farbe A) und Ivory-Glossy (Farbe B) zur Wahl.
Beim Fahrwerk setzt Hercules auf eine Suntour-NEX-Federgabel mit 63 Millimetern Federweg, Stahlfeder und Lockout-Funktion. Wunder darf man hier nicht erwarten. Die Federgabel bringt etwas mehr Komfort an Bordsteinkanten, dürfte in Punkto Haltbarkeit aber die Achillesferse des Bikes sein.
Die hydraulischen Scheibenbremsen sind dagegen top bewährt und stammen von Shimano (MT200 mit BL-MT200-Hebeln), die Scheiben messen sowohl vorne als auch hinten 180 Millimeter. Für ausreichend Grip und Pannenschutz sorgen Schwalbe-Motion-Fat-Frank-Reifen mit 50 Millimetern Breite und K-Guard-Pannenschutz.
Ein gestalterisches Merkmal ist das ins Cockpit integrierte Bafang-C400-Display, das nahtlos in den verstellbaren Vorbau von Hercules eingebettet ist. Das hält das Cockpit aufgeräumt und unterstreicht den puristischen Designanspruch des Rades. Als Lenker kommt ein Hercules-Riser-Bar aus Aluminium zum Einsatz, die Griffe liefert Herrmans.
Die Beleuchtung ist fest verbaut und besteht aus dem Hercules-FS-50-EB-Scheinwerfer mit 50 Lux sowie dem Rücklicht Hercules RZ-20 EB. Zur serienmäßigen Alltagsausstattung zählen zudem hochwertige Aluminium-Schutzbleche von Curana (C-lite 55), ein Racktime SnapIT-2.0-Systemgepäckträger sowie ein Pletscher-Comp-Flex-40-Ständer. Gerade bei den Alltagsparts spart Hercules also nicht.
Das Gewicht gibt Hercules mit ab 22,0 Kilogramm (ohne Pedale) an – für ein vollausgestattetes Alltags-E-Bike ein durchaus respektabler Wert. Der Einstiegspreis liegt bei 1.999 Euro UVP und positioniert das Urbanico One damit sehr preisattraktiv. Zum Vergleich: Für unter 2.000 Euro gibt’s sonst nur Räder von dezidierten Günstig-Marken wie Tenways (CGO Compact hier im Test) oder von Discountern wie Decathlon. Selbst bei Cube geht’s mit E-Bikes erst ab 2.500 Euro richtig los. Das Hercules ist da schon ein starker Wurf.

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