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Das Cube Aruba* Tiefeinsteiger ist ein ehrliches Rad. Es verspricht nicht zu viel, liefert aber in seinen Kernkompetenzen zuverlässig: Die Retro-Optik ist ein Hingucker, die Nexus-8-Schaltung funktioniert wartungsarm und präzise, und der tragende Gepäckträger ist ein Mehrwert, der sich im Alltag bemerkbar macht. Für 849 Euro bekommt man ein anständig konzipiertes Stadtrad, das sich deutlich von billigen Discount-Tiefeinsteigern abhebt. Mit V-Brakes und dürftiger Beleuchtung muss man leben können. Zu diesem Preis ist das aber durchaus verzeihbar. - Adrian Kaether, Redaktuer Test & Technik
Cube ist nicht unbedingt als Hersteller bekannt, der besonders stark auf Retro-Ästhetik setzt. Das Aruba bildet da eine erfrischende Ausnahme. Der Tiefeinsteiger mit seinem nostalgischen Design will zeigen, dass ein Alltagsrad unter 850 Euro nicht zwingend wie ein Baumarkt-Fahrrad aussehen muss – und dass es dabei noch mehr zu bieten hat als nur hübsche Optik.
Schon beim ersten Blick ist klar: Das Aruba spielt in einer eigenen Liga, wenn es um das Erscheinungsbild geht. Cube kombiniert einen klassischen Tiefeinsteiger-Rahmen mit cremefarbenen Akzenten an Sattel, Griffen und Schutzblechen sowie einem matten Rahmenlack, der an die 1960er und 70er Jahre erinnert. Das wirkt stimmig und und macht das Rad auch für modebewusste Käuferinnen attraktiv, die ihr Rad nicht nur als Transportmittel, sondern auch als Accessoire begreifen.
Die Verarbeitung ist für den Preis solide. Die Schweißnähte sind ordentlich, die Lackierung gleichmäßig aufgetragen. Kleinere Abstriche muss man bei einzelnen Kunststoffanbauteilen machen, die auf den zweiten Blick etwas einfacher wirken – aber das ist bei 849 Euro kein wirklicher Kritikpunkt, sondern schlicht die Realität des Marktsegments. Das Cube Aruba ist z. B. hier erhältlich*.
Der Rahmen des Aruba ist ein klassischer Tiefeinsteiger, bietet also einen sehr tiefen Durchstieg für ein bequemes Auf- und Absteigen – ideal für Träger von Röcken und Kleidern oder für Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit. Die Sitzposition ist aufrecht und entspannt, der Lenker leicht gekröpft für mehr Komfort. Das Aruba positioniert sich damit klar als Stadtrad und Genussfahrer für entspannte Touren, nicht als sportlich orientiertes Trekkingrad.
Was das Aruba von einfachen Tiefeinsteigern klar abhebt, ist ein technisches Detail, das Cube zu Recht hervorhebt: Der Gepäckträger ist wie beim Trekkingrad Kathmandu (hier im Test) tragend in den Rahmen integriert. Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit, macht im Alltag aber einen spürbaren Unterschied. Klassische, nachträglich montierte Gepäckträger sind am Sitzrohr und an den Streben befestigt und können bei Belastung leichter ins Schwingen geraten. Beim Aruba wird die Last über den Rahmen direkt in das Tretlager und die Hinterachse geleitet. Das Ergebnis: Mit beladenen Packtaschen oder einem Einkaufskorb fährt das Aruba ruhiger und direkter als vergleichbare Räder.
Cube setzt beim Aruba auf eine Shimano Nexus 8-Gang-Nabenschaltung – eine gute Wahl für ein Alltagsrad. Die Nexus-8 ist wartungsarm, da die Mechanik vollständig im Ölbad im Gehäuse der Hinterradnabe läuft und damit vor Schmutz und Nässe geschützt ist. Die Gangabstufungen sind für flaches bis leicht hügeliges Gelände ausreichend, wer regelmäßig steilere Anstiege bewältigen muss, könnte sich eine etwas niedrigere Übersetzung wünschen.
Die Bremsen sind ein Punkt, über den man diskutieren kann. Cube montiert V-Brakes – also klassische Felgenbremsen. Das ist technisch schlüssig und für trockene Bedingungen absolut ausreichend. V-Brakes sind einfach zu warten und bei Beschädigungen günstig zu reparieren.
Allerdings haben sie gegenüber Hydraulik-Scheibenbremsen, die heute auch in günstigen Trekking- und Cityrädern Einzug halten, klare Nachteile bei Nässe und Schmutz. Die Bremsleistung lässt bei feuchten Felgen spürbar nach, und wer regelmäßig im Herbst und Winter fährt, muss früher bremsen. Für ein primär urbanes Freizeitrad ist das gut vertretbar. Für Vielfahrer oder bei regelmäßigem Pendelverkehr bei jedem Wetter wäre eine hydraulische Scheibenbremse wünschenswert – die gibt es in dieser Preisklasse allerdings selten in Kombination mit einer Nabenschaltung.
Der verbaute Scheinwerfer leistet lediglich 15 Lux – knapp über dem gesetzlichen Minimum in Deutschland und für unbeleuchtete Straßen oder Radwege schon etwas wenig. Für eine gut beleuchtete Stadtfahrt reicht es, im Dunkeln auf einem Feldweg wird man sich unwohl fühlen.
Der Strom kommt von einem Nabendynamo, was gut ist – kein Batteriewechsel, kein vergessenes Aufladen. Aber ein Scheinwerfer mit 40 oder 60 Lux, wie er bei vergleichbaren Rädern von Konkurrenten in dieser Preisregion montiert wird, wäre dem Anspruch eines Alltagsrads angemessener.
Unser Exemplar bringt 16,8 Kilogramm auf die Waage. Das ist für ein günstiges, ungefedertes Tiefeinsteiger Trekkingrad mit Nabenschaltung, Schutzblechen, Gepäckträger und Lichtanlage ein normaler Wert. Wer das Rad täglich in den dritten Stock tragen muss, wird das Gewicht spüren. Für den normalen Stadtbetrieb ist es unproblematisch.
Ein typischer Tiefeinsteiger unter 700 Euro – man denke an Modelle von Versendern oder Baumärkten – wirkt im Vergleich schnell wie ein anderes Produkt. Solche Räder haben oft günstige Kettenschaltungen mit wenig präzisen Schaltvorgängen, einfachste Anbauteile und keinen integrierten Gepäckträger. Sie sind für gelegentliche Nutzung ausreichend, aber nicht für den täglichen Einsatz konzipiert. Das Aruba hingegen bietet mit der Nexus 8 ein zukunftssicheres Antriebskonzept und eine Verarbeitungsqualität, die lang Freude macht.
Klassische Trekkingräder in dieser Preisklasse haben in der Regel einen Diamant- oder Trapezrahmen, sind also keine Tiefeinsteiger. Sie bieten oft mehr Gangbreite durch 21 bis 27 Gänge per Kettenschaltung, manchmal bereits Scheibenbremsen und gelegentlich eine Federgabel. Fahrdynamisch sind sie agiler und für längere Touren besser geeignet.
Das Aruba spielt aber gar nicht gegen diese Räder: Es ist kein Sportgerät und kein Tourenrad. Es ist ein Alltagsbegleiter mit komfortabler Sitzposition und einem Ästhetikanspruch, den klassische Trekker schlicht nicht erfüllen. Wer täglich wenige Kilometer zur Arbeit oder zum Einkaufen fährt, wählt das Aruba nicht trotz seiner Retro-Optik, sondern gerade deswegen – und bekommt dafür eine solide Technik und den cleveren integrierten Gepäckträger obendrauf.
Wer es kaufen sollte: Pendlerinnen und Pendler auf kurzen bis mittleren Strecken, modebewusste Alltagsfahrer, alle, die regelmäßig mit Gepäck unterwegs sind und Wert auf ein gepflegtes Erscheinungsbild legen.
Wer es nicht kaufen sollte: Vielfahrer bei jedem Wetter, Tourenradler, alle, die auf sportliche Dynamik oder maximale Sicherheit durch starke Bremsen angewiesen sind.

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