Citylite:On im TestWie gut ist Canyons günstiges E-Bike für die Stadt?

Adrian Kaether

 · 03.04.2026

Pendeln, Familie und kleine Ausflüge: Das Citylite:On ist Canyons stylisches Bike für Alltag und mehr.
Foto: Georg Grieshaber
Statt ein Rad von City über Trekking bis Tour zu bauen, entscheidet sich Canyon für den konsequenten Ansatz und richtet das Stadt E-Bike Citylite:On ausschließlich auf Pendler, Alltagsfahrer und Familien aus. Wir konnten das Rad für 2999 Euro schon testen.

Fazit zum Test des Canyon Citylite:ON step-through

Das Canyon glänzt als unkompliziertes und schickes Alltagsrad mit vielen durchdachten Details und bleibt dabei leicht und bezahlbar. Die Akkuentnahme dürfte aber noch etwas leichtgängiger sein. Als Generalist für Ausflüge und längere Reisen ist das spezialisierte Citylite:On nicht in seinem Element.

Daten und Fakten zum Canyon Citylite:ON step-through

Preis2.999,00 €
Gewicht22.4 kg
MotorBosch Performance Line
AkkuBosch Compact Tube 400
SchaltungShimano Nexus

Mit dem Citylite:On will Canyon das E-Bike für die Stadt neu denken. Und fängt eigentlich damit an, was man in der Stadt wirklich nicht braucht. Überbordende Akku und Motor-Power? Macht das Rad nur teuer und schwer. Stecklichter? Können geklaut werden. Große Laufräder mit möglichst viel Reifenprofil? Nicht so entscheidend. Praktisch und umgänglich soll es sein und möglichst auch von verschieden großen Personen benutzt werden können.

Alltagsrad mit schönen Details

Um es gleich vorweg zu nehmen: Der konsequente Ansatz, den Canyon mit dem Citylite:On fährt, überzeugt. Gerade weil die Koblenzer die Idee des Rades auch in viele schöne Detaillösungen überführt haben, die man an den meisten normaleren E-Bikes so nicht findet. Gar nicht so sehr im Zentrum steht deswegen das E-System. In der Stadt braucht man zwar ausreichend Leistung um auch mal einen Anhänger wegzuziehen. Lange Touren mit vielen Höhenmetern oder regelmäßiges Treten ohne Unterstützung stehen aber nicht auf dem Programm.

Canyon entscheidet sich deswegen für den Performance Line Motor, den günstigsten in Boschs Antriebssegment. Der bietet auch 75 Nm Mittelmotorpower und bis zu 600 Watt. Das reicht in der Stadt allemal. Der Strom für den Antrieb kommt aus einem kompakten und leichten 400 Wattstunden-Akku. Leider ist das für uns fast die größte Baustelle am Rad. Der Akku ist zwar per Schlüssel gesichert und entnehmbar, wie sich das für ein Alltagsrad anbietet. Aber der Mechanismus ist nicht ganz intuitiv und der Verschluss des Covers brach bei unvorsichtiger Handhabung einmal ab. Hier sollte Canyon noch nachbessern.

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Modern und praktisch: Das Citylite:On im Einsatz

Sonst macht das City E-Bike aber auch als Tiefeinsteiger eine gute Figur. An eine Anhängerfreigabe hat Canyon ebenso gedacht, wie an einen stabilen Gepäckträger mit Quick-Lock-System und ein Rahmenschloss. Muss man das Rad mal ein paar Stufen hinauftragen, freut man sich über leicht zu greifende Oberrohr. Das ist sonst bei vielen Tiefeinsteigern ein Problem.

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Schön zu sehen: In die Speziallösungen hat Canyon viel Hirnschmalz gesteckt. Die Bremsen wirken simpel aber verzögern standhaft. Die integrierte Beleuchtung wird nicht so leicht beschädigt, wenn das Rad mal länger draußen steht. Besonderes Lob gibt’s für die hauseigene Tele-Stütze. So lässt sich mit einem Handgriff der Sattel anheben oder absenken, damit verschiedene Fahrer mit dem Rad fahren können. Eine aufgedruckte Skala hilft beim Feintuning.

Der Look des Bikes ist insgesamt modern und clean wie von Canyon gewohnt. Auf dem Vorbau sitzt eine praktische SP-Connect Schnittstelle, um das Handy anzubringen und auf Wunsch dort auch induktiv zu laden. Wer noch mehr Gepäck transportieren möchte, kann am Steuerrohr weiteres Zubehör wie einen Frontträger anbringen.

Und wie fährt sich das Canyon? Flink wieselt unser Citylite:On um enge Ecken, woran auch die etwas kleineren Laufräder als üblich im MTB-Maß 27,5 Zoll einen Anteil haben dürften. Trotz Komfort-Geometrie und tiefem Einsteig sitzt man nicht zu inaktiv auf dem Rad. Die Tele-Stütze federt auch und dämpft so Schläge vom Untergrund. Eine Federgabel haben wir nicht vermisst. Der hauseigene Trigger-Schalter für die Nexus-Nabe ist eine gute Idee und bedient sich knackig. Nur zum Schalten in einen kleineren Gang braucht man für unser Empfinden etwas mehr Kraft als nötig. Riemen und Schaltnabe sind aber an so einem Rad definitiv eine gute Wahl. Der Preis für das Gesamtkonzept ist fair.

Stärken

  • Moderner Look und Feel
  • Hoher Alltagsnutzen und gute Fahreigenschaften
  • Mehr als nur das nächste Standard E-Bike

Schwächen

  • Akku-Entnahme etwas hakelig
  • Schalt-Trigger könnte leichter gehen

Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

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