Brompton Electric P-Line im TestKompaktes E-Faltrad mit Titan-Heck

Adrian Kaether

 · 14.10.2026

Das Brompton Electric P Line wiegt selbst mit Akkutasche nur rund 16 Kilo.
Foto: Georg Grieshaber
​Das Brompton Electric P Line will Bahnpendler mit kleinem Faltmaß, geringem Gewicht und dezenter Motorunterstützung überzeugen. Im Test zeigt das rund 16 Kilogramm leichte E-Faltrad, warum Bromptons Faltmechanismus bis heute Maßstäbe setzt – offenbart aber auch einige Schwächen.

Themen in diesem Artikel

Fazit zum Test des Brompton Electric P Line

Ein hochwertiges, leichtes und außergewöhnlich kompaktes E-Faltrad für multimodale Pendler – teuer, aber in seinem Spezialgebiet nur schwer zu schlagen.

Daten und Fakten zum Brompton Electric P Line

Preis4.764,00 €
Gewicht16.03 kg
MotorBrompton e-Motiq
AkkuBrompton 345Wh
SchaltungBrompton

Messwerte

Sitzposition
aufrecht
70
sportlich
0
33
66
100

Alle Messwerte findest du hier

Das ideale E-Faltrad für Bus und Bahn?

Egal ob schicker Singlespeeder oder hochtechnisiertes E-SUV: Wenn die Pendelstrecken lang werden, dann schlägt keiner das kleine Brompton. Mit wenigen Handgriffen lässt sich das Electric P Line auf die Größe eines kleinen Rollkoffers zusammenfalten.

Das Rezept ist so speziell wie bewährt. Die Fahreigenschaften stehen nicht originär an erster Stelle. Dafür hat man das P-Line mit wenigen Handgriffen auf die Größe eines kleinen Rollkoffers zusammengefaltet und kann es unkompliziert und oft sogar ohne Ticket in Bus und Bahn mitnehmen.

Auch die Akkutasche ist auf den Pendelalltag abgestimmt: Sie sitzt vor dem Steuerrohr, lässt sich abnehmen und bequem umhängen. Neben dem Akku bietet sie Stauraum für kleinere Gegenstände bis etwa zur Größe eines Tablets. Wer das Packmaß weiter reduzieren möchte, kann zusätzlich das äußere Pedal per Klickmechanismus abnehmen.

​Der Erfolg speziell von Brompton hat aber auch eine emotionale Seite. Die Räder aus London haben eine treue Anhängerschaft um sich geschart, die damit sogar auf Weltreise geht. Das Electric P-Line ist ein besonderer Spross im Portfolio und fällt kompakt und sportlich aus. Für mehr Komfort gibt es noch das schwerere G-Line, günstiger geht's mit der C-Line.

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Aufwendiger Faltmechanismus, kleines Packmaß

Der charakteristische Brompton-Faltmechanismus wirkt zunächst komplex, lässt sich nach kurzer Eingewöhnung aber schnell bedienen. Hinterbau, Hauptrahmen und Lenksäule werden nacheinander eingeklappt. Das Ergebnis ist eines der kompaktesten Faltmaße auf dem Markt.

Zum Abstellen wird das Hinterrad unter den Rahmen geschwenkt. Einen klassischen Seitenständer besitzt das Brompton nicht. Kleine Rollen am Gepäckträger erleichtern das Rangieren im gefalteten Zustand. Der Träger darf mit bis zu zehn Kilogramm belastet werden, verlangt aufgrund seiner geringen Abmessungen allerdings nach speziellen oder besonders kleinen Packtaschen.

Electric P Line mit Titan-Hinterbau und Carbon-Gabel

Das Electric P Line gehört zu den besonders leichten und sportlichen Modellen im Brompton-Programm. Sein Hauptrahmen besteht aus Stahl, beim Hinterbau kommt Titan zum Einsatz. Ergänzt wird die Konstruktion durch eine Carbon-Starrgabel.

Ohne Akku wiegt das P Line nur gut 12,5 Kilogramm. Damit lässt es sich nicht nur vergleichsweise leicht tragen, sondern auf kürzeren Strecken auch ohne Motorunterstützung vernünftig fahren. Das ist praktisch, wenn der Akku leer ist oder bewusst Strom gespart werden soll.

Der Rahmen besitzt am Verriegelungsmechanismus ein Elastomer. In Verbindung mit der konstruktiven Flexibilität verhindert es, dass sich das Brompton trotz seiner schmalen Reifen übermäßig hart oder unkomfortabel fährt.

Neuer Brompton e-Motiq Motor im Hinterrad

Beim aktuellen Electric P Line sitzt der Brompton e-Motiq Motor in der Hinterradnabe. Seine Unterstützung bleibt dezent und unauffällig. Statt eines kräftigen E-Bike-Schubs vermittelt der Antrieb eher das Gefühl von konstantem Rückenwind.

Das passt gut zum Einsatzgebiet des Faltrads: Im Stadtverkehr und auf längeren Pendelstrecken unterstützt der Motor angenehm, ohne das leichte Fahrgefühl zu überlagern. Beim Anfahren liefert er allerdings nicht sofort besonders viel Druck. Hier muss der Fahrer etwas kräftiger antreten oder die Anfahrhilfe nutzen.

Der herausnehmbare Akku besitzt eine Kapazität von 345 Wh. Bedient wird das System über Bromptons Handlebar Control am Lenker.

Wie fährt sich das Brompton Electric P Line?

Mit seinen 16-Zoll-Laufrädern lenkt das Electric P Line ausgesprochen direkt ein. Das macht es in engen Straßen und im dichten Stadtverkehr wendig, führt bei höherem Tempo aber zu einem naturgemäß nervösen Fahrverhalten. Wer bislang nur Fahrräder mit großen Laufrädern gefahren ist, benötigt etwas Eingewöhnungszeit.

Überraschend gut fällt der Komfort aus. Trotz der nur 35 Millimeter breiten Continental-Contact-Urban-Reifen fährt sich das Brompton nicht unangenehm hart. Die Einheitsgröße eignet sich für Fahrerinnen und Fahrer mit einer Körpergröße von ungefähr 1,60 bis 1,85 Metern. Vor dem Kauf ist eine Probefahrt dennoch besonders wichtig: Beim Brompton müssen Sitzposition, Lenkerhöhe und das spezielle Fahrverhalten auch wirklich zum Fahrer passen.

Vier Gänge für den Stadtverkehr

Die hauseigene Viergang-Kettenschaltung lässt sich einfach bedienen und bietet eine für Stadt und Pendelstrecke passende Abstufung. Für steile Anstiege oder sportliche Touren ist die Übersetzungsbandbreite jedoch begrenzt.

Das Cockpit überzeugt mit guter Ergonomie. Weniger hochwertig wirken dagegen einige Detaillösungen. Dazu zählen die einfachen Muttern an der Hinterachse und die Cantilever-Felgenbremsen. Letztere verzögern ordentlich und sind vermutlich dem kompakten Faltmechanismus geschuldet, passen aber nicht ganz zum hohen Kaufpreis des E-Faltrads.

Hinzu kommen gelegentliche Klappergeräusche: Sowohl die Akkutasche als auch der Verriegelungsmechanismus können sich während der Fahrt akustisch bemerkbar machen.

Das Brompton Electric P Line im Überblick

Stärken

  • sehr kleines Faltmaß
  • durchdachter und bewährter Faltmechanismus
  • vergleichsweise geringes Gewicht
  • Titan-Hinterbau und Carbon-Gabel
  • überraschend guter Fahrkomfort
  • dezente Motorunterstützung
  • auch ohne Akku vernünftig fahrbar
  • ideal für die Mitnahme in Bus und Bahn

Schwächen

  • nervöses Fahrverhalten durch die kleinen Laufräder
  • Akkutasche und Verriegelungsmechanismus klappern teilweise
  • einfache Cantilever-Felgenbremsen
  • wenig kräftige Unterstützung beim Anfahren
  • keine optimale Wahl für lange Touren
  • hoher Preis
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Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

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