Ampler Nova Pro im TestE-Bike per USB-C laden?

Adrian Kaether

 · 14.02.2026

Das Ampler Nova Pro will mehr sein als nur das nächste schicke City E-Bike.
Foto: Georg Grieshaber

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Das Ampler Nova Pro sieht aus wie ein Trekkingrad, ist aber ein E-Bike. Und nicht nur das: GPS-Tracking und das spritzige Fahrverhalten können punkten. Aufladen kann man das Rad einfach per USB-C-Standard. So könnte das E-Bike der Zukunft aussehen.

Daten und Fakten zum Ampler Nova Pro

Gewicht18.12 kg
Gabel28" Alu-Starrgabel
SchaltungShimano Deore
MotorAmpler 250W Hinterradnabenmotor
AkkuAmpler integriert
Bremse vorneShimano BR-MT 410

​Früher hat man E-Bikes in etwa so gebaut: Normales Fahrrad nehmen, Akku und Motor ansetzen, Shimano-XT-Schaltwerk anbauen und fertig war der Kassenschlager. Dass das für E-Bikes nicht immer die beste Taktik ist, haben mittlerweile viele Fahrradhersteller erkannt.

Beim Neu-Denken von E-Bikes vorne dabei: Der estnische Hersteller Ampler. Die Firma aus Tallinn hat sich auf urbane Lösungen spezialisiert, die schick, leicht, praktisch sein sollen, ohne die Welt zu kosten.

Den neuesten Wurf, das Nova Pro (>> hier erhältlich), kann man sogar mit herkömmlichen USB-C-Netzteilen aufladen und als Power-Bank benutzen. Wir schauen uns mal an, ob das smarte Bike auch einfach als gutes Fahrrad überzeugen kann.

Statt Power-Wettrüsten: Optisch und akustisch dezent

Überbordende Power und dicke Batterien sucht man beim Ampler vergebens. Das Rad muss mit 336 Wattstunden auskommen, die fest im Unterrohr integriert sind. Zum Laden muss das Bike also neben der Steckdose stehen.

Für Vortrieb sorgt ein Nabenmotor im Hinterrad. Der schiebt sanft an, bietet aber angeblich bis zu 400 Watt Spitzenleistung. Beschleunigungswunder oder kernigen Mittelmotor-Schub darf man trotzdem nicht erwarten, doch für die Praxis reicht die Leistung immer aus.

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Selbst leichte Steigungen kann man mit unserem Testbike mit Kettenschaltung noch gut bezwingen. Für den City-Einsatz heißt das: Haken dran. Eine Bergziege ist das klar auf den Stadtverkehr ausgerichtete Ampler aber nicht.

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Die App ist zwingend erforderlich und erlaubt Tracking, Anpassung der Unterstützung und die Konfiguration des Bikes.Foto: Georg GrieshaberDie App ist zwingend erforderlich und erlaubt Tracking, Anpassung der Unterstützung und die Konfiguration des Bikes.

Klarer Vorteil des Nabenantriebs: Im Betrieb ist der Motor kaum zu hören. Und weil die Motorleistung nicht über die Kette läuft, wird der filigrane Antrieb nicht so stark beansprucht. Das alles passt gut ins Konzept des urbanen Flitzers.

Das Nova gibt es in zwei Varianten. Unser Testbike ist die etwas hochwertigere Pro-Version. Die kommt nicht nur mit teurer Ausstattung von den Bremsen bis zur Schaltung, sondern auf Wunsch auch mit dem Zusatz Aktiv mit einer etwas sportiveren Sitzhaltung. Als Singlespeed mit Gates-Riemen und als entspannteres Komfort-Modell gibt es das Nova Pro ebenfalls.

Das günstigere Modell Nova ohne den Pro-Zusatz kostet 400 Euro weniger. Die Ausstattung ist hier mit Tektro-Bremsen und Micro-Shift-Schaltung deutlich einfacher. Die sportive Ausrichtung und die Variante mit Singlespeed und Riemen entfallen. Alle Modelle sind auch mit Trapez-Rahmen verfügbar.

Laden per USB-C

Bei mindestens 3000 Euro, auch mit günstigen Parts ist allerdings auch klar: Ein Super-Schnäppchen will das Ampler nicht unbedingt sein. Dazu kommt, dass vieles an unserem Testbike, wie etwa das Schloss oder sogar das Ladegerät, noch Aufpreis kostet.

Die smarten Features stehen hier ganz klar vor dem Anspruch, ein möglichst günstiges Rad zu bauen. Und von smarten Features hat das Ampler tatsächlich eine Menge. Die auffälligste Besonderheit ist der USB-C-Ladeport, der am Nova erstmals in einem E-Bike verbaut ist. Das bedeutet, dass man das Ampler mit einem handelsüblichen Netzteil laden kann, zum Beispiel von einem Laptop.

Mindestens 30 Watt müssen aber sein. Mit einem kleinen Handy-Stecker geht's also nicht. Dafür kann man das Nova umgekehrt auch als Powerbank nutzen, um leere Handys oder andere Smart-Geräte mit frischem Strom aus dem E-Bike-Akku zu versorgen. Ein GPS-Tracking über ein GSM-Modul ist ebenfalls Teil des Pakets und soll zusätzlichen Diebstahlschutz bieten.

Das Ampler fährt sich direkt und unkompliziert.Foto: Georg GrieshaberDas Ampler fährt sich direkt und unkompliziert.

So fährt sich das Ampler

Bleibt noch die Frage, wie das Rad eigentlich als Fahrrad funktioniert. Wir finden: Hier leistet sich das Ampler kaum Schwächen. Die Deore 10-fach Schaltung ist knackig. Mit kurzem Vorbau und leicht nach vorne geneigter Sitzposition lenkt das Ampler sehr direkt und flink ein. Der bewusst nachgiebig konstruierte Lenker bringt tatsächlich auch ohne Federung einen guten Komfort. Die hydraulischen Bremsen aus Shimanos Mittelklasse-Segment beißen anständig zu, selbst mit kleinen Scheiben.

Der Motor bleibt dabei stets im Hintergrund. Nur zwei Unterstützungsstufen, einstellbar via App sind genauso minimalistisch wie das Display. Während der Fahrt schaltet der Screen sogar in einen Standby-Modus. Nur auf Knopfdruck bekommt man grundlegende Daten zur Tour und die Uhrzeit angezeigt. Eine Geschwindigkeitsanzeige gibt’s nicht. Größter Wermutstropfen: Mehr als 50 Kilometer sind mit einer Akkuladung kaum realistisch.

Mit seinem sportiven und knackigen Handling ist das Ampler also ein tolles Rad fürs Pendeln und den Stadtverkehr und macht auch mal einen nicht zu langen Ausflug mit. Der zentral montierte Ständer blockiert aber oft beim Rückwärts-Schieben.

In der grundsätzlich gelungenen App überlagern sich bei Android noch manche Funktionen. Aktivitätstracking und auch die Standortbestimmung des Bikes funktionieren nicht immer zuverlässig. Und bei Kälte verweigerte unser Rad teils das Laden – ein Fehler, den sich wohl viele erste Testräder des Nova Pro teilen.

In unserer warmen Werkstatt war das Problem schnell gelöst. Wer das Ampler im Winter draußen parkt, könnte damit aber in echte Schwierigkeiten kommen. Entnehmen lässt sich die Batterie schließlich nicht. Hier, wie bei den kleinen Bugs in der App und beim Tracking sollten die Konstrukteure unbedingt noch nachbessern.

BIKE-Bewertung des Ampler Nova Pro

Stärken

  • Spritziges Fahrverhalten
  • geringes Gewicht
  • schlanke Optik
  • smarte Funktionen ...

Schwächen

  • ... die Funktionen haben hier und da noch den ein oder anderen Bug
Mit nur gut 18 Kilo kann man das Ampler auch mal über ein paar Stufen tragen. Das ist mit herkömmlichen E-Bikes wesentlich schwieriger.Foto: Georg GrieshaberMit nur gut 18 Kilo kann man das Ampler auch mal über ein paar Stufen tragen. Das ist mit herkömmlichen E-Bikes wesentlich schwieriger.

Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

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