8 stylische Pedelecs im Realitäts-Check

Uli Frieß

 · 29.05.2017

Bikeasy Sparrow
Foto: Daniel Simon
Vor wenigen Jahren noch mussten stil­bewusste Pedelec-Fahrer in Sachen Optik eher beide Augen zudrücken. Heute gibt es E-Bikes auch in cool. Aber achten Sie das Design-Prinzip „form follows function“? Wir haben acht stylische Pedelecs getestet.

Guter Stil öffnet Türen, heißt es. Und wer Stil hat, zeigt das gern. Dass neben schöner Anmutung auch gute Funktion stilprägend ist, wird dabei manchmal vergessen – und oft gehen Äußerlichkeiten auf Kosten der Qualität. Jenseits subjektiver Schönheitsideale waren wir deshalb gespannt, welche Figur unsere acht Style-Pedelecs unter qualitativen und funktionalen Aspekten machen.

Unsere Testbikes lassen sich grob in drei Gruppen einteilen. Diamant Juna+ und Electra Townie Go fallen in die Kategorie aufgehübschter Klassiker; innovative Ansätze bieten Neox City, M1 Schwabing und teilweise auch Conway EMRetro. Die dritte Kategorie sind stylische Singlespeeder, denen man ihr E-Interieur möglichst nicht ansehen soll.

Das sind die Räder aus dem Test

  • Bikeasy Sparrow
  • Coboc One Soho
  • Conway EMRetro Race (E-BIKE Testsieger)
  • Diamant Juna Deluxe+
  • Electra Townie Go!
  • Geero Cream Soda
  • M1 Schwabing
  • Neox City

Altbewährt und Innovativ

Das Electra Townie ist ein klassischer Cruiser mit langem Radstand und zurückversetzter Sitzposition. Das Rad ist relativ einfach aufgebaut und hätte mit seiner nicht mehr ganz taufrischen Machart schon vor 15 Jahren im Radladen stehen können. Einzig der kraftvolle Bosch-Performance-Antrieb ist ein Zugeständnis an moderne Technik. Cruiser-Fans werden den Antrieb schätzen, er verleiht dem Townie eine für diese Radgattung ganz neue Dynamik. Das Bäckerrad neu interpretiert hat der Traditionshersteller Diamant. Das Juna+ ist ein Hingucker: schön gestalteter Rahmen, klassische Anleihen bei ­Beleuchtung und Reifen, hübsche Farbpalette. Und: Es beweist, dass eine ­moderne, sinnvolle Ausstattung mit Scheibenbremsen auch an Klassikern harmonisch aussehen kann.

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Technischer Innovationsgeist steckt im italienischen Neox City. Das kompakte 26-Zoll-Rad mit bulliger Bereifung überzeugt mit einem neuen Antriebs­konzept: Motor, Achtgang-Getriebe und Antriebsstrang stecken gekapselt in einer Einarmstrebe. Das setzt optische ­Akzente und hat technische Vorteile: Das gesamte Antriebssystem ist vor Witterungs­einflüssen gut geschützt und damit wartungsarm. Die Einarm-Kettenstrebe erlaubt zudem den sekundenschnellen Aus- und Einbau des Hinterrads. Ein weiteres Highlight ist die elektronische Wegfahrsperre. Langzeit­erfahrungen gibt es mit dem innovativen Antriebskonzept allerdings noch nicht.

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Beliebt: Generation Style: Designbikes mit dezentem AuftrittFoto: Ronny KiaulehnBeliebt: Generation Style: Designbikes mit dezentem Auftritt

Extravagant oder Understatement

M1 Sporttechnik hat sich auf den Werkstoff Carbon spezialisiert. Das hochfeste, leichte Material ermöglicht spannende Konstruktionen, wie den Rahmen des Schwabing ohne durchgehendes Sitzrohr. Dass das Bike trotzdem mehr als 28 Kilo auf die Waage bringt, liegt hauptsächlich am großen und deshalb schweren 880-Wh-Akku. Wer gerne viel PS unter der Haube hat, wird vom Schwabing begeistert sein. Das Cleanmobile-Aggregat dürfte trotz bescheidener Abmessungen der derzeit leistungsstärkste Pedelec-Antrieb sein. Die Nuvinci-Getriebenabe ist allerdings eine Fehlbesetzung. Sie ist mit der Kraft des Antriebs schlichtweg überfordert.

Am EMRetro von Conway finden sich weniger innovative Ideen, aber bewährte und zuverlässige Technik. Das Pedelec fällt durch formschönes Rahmen­design und harmonische Rohrübergänge auf – eigenständig, aber nicht polarisierend. Wer vor der Eisdiele Punkte sammeln, aber nicht auf gute Technik verzichten möchte, findet im Conway ein solides, stilsicher konzipiertes Gefährt.

Bei den Singlespeed-Bikes unseres Testfelds dagegen offenbaren sich deutliche Unstimmigkeiten zwischen Optik und Technik. An dem edlen, akkurat gefertigten Titanrahmen des Bikeasy Sparrow wurden Bremsen aus Campagnolos Einsteigergruppe Veloce montiert. Schlecht abgestimmte Bremshebel und Züge bremsen deren an sich gute Leistung im Wortsinne ein. Die Verzögerung ist also nicht überzeugend – zum Glück ist das Rad mit zwölf Kilogramm ein echtes Leicht­gewicht. Die groben Sechskant-Nabenmuttern wirken am Ende der edlen Titangabel etwas lieblos ausgewählt. Einen ­Kontrapunkt zur sonst so ­fragilen Optik setzt der Zehus Hinterrad-Nabenmotor. Er funktioniert gut, fügt sich mit seinem silbrigen Schimmer gut ein, der große Durchmesser ist jedoch etwas wuchtig für den feinen Rahmen.

Unauffälliger ist da der Antrieb des Coboc One Soho. Seine kleinen Abmessungen unterstreichen den Singlespeed-Charakter. Ihm ist es zu verdanken, dass das Pedelec auch auf den zweiten Blick nur kaum als solches zu erkennen ist. Zudem funktioniert seine Drehmomentsteuerung erfreulich intuitiv. Zwar hat das Coboc keine Markenbremsen, doch sie funktionieren gut – dank hochwertiger Bremshebel und qualitativ guter Bremszüge.

Das Geero Cream Soda schließlich ist zwar kein Singlespeed, gehört aber ebenso in die Hipster-Klasse wie das Sparrow und One Soho. Mit knapp 2400 Euro ist es das günstigste Pedelec dieses Testfelds. Allerdings wurde auch hier zu Lasten der Funktion gespart. Die Leistung der Felgen­bremsen lässt zu wünschen übrig und das Antriebssystem mit Trittfrequenzsensor bietet nur ein sehr einfaches Bedienteil.

Auswahl: Designbikes gibt’s mittlerweile für jeden Geschmack.Foto: Ronny KiaulehnAuswahl: Designbikes gibt’s mittlerweile für jeden Geschmack.

Schön und Gut

Die schöne Erkenntnis: All diese Pedelecs funktionieren, keines hat gravierende Defizite. Die Unterschiede liegen hauptsächlich in der Ausstattung. Während das Conway EMRetro, Diamant Juna+, M1 Schwabing und Neox City erfreulich harmonisch aufgebaut sind, war man bei den Singlespeed-Pedelecs und dem Geero nicht ganz so konsequent. Das Electra Townie ist konstruktiv nicht ganz up-to-date, funktioniert aber gut. Wer seinem Stil nur etwas Speed verleihen möchte, wird bestimmt Spaß haben.

Fazit Uli Frieß, E-BIKE Testredakteur: Ohne große Schönheitsfehler: Alle Design-Pedelecs unseres Tests funktionieren, keines hat gravierende Defizite. Die Unterschiede liegen hauptsächlich in der Verarbeitung und der Ausstattung.

Die Räder im Detail

Schnellverschluss: Am Neox lässt sich nach Abschrauben des großen Handrads das Hinterrad einfach von der Nabe ziehen.Foto: Robert NiedringSchnellverschluss: Am Neox lässt sich nach Abschrauben des großen Handrads das Hinterrad einfach von der Nabe ziehen.Gut geschützt: Der Verbindungsstecker des Geero-Motor­kabels sitzt in einer Aussparung der Kettenstrebe.Foto: Robert NiedringGut geschützt: Der Verbindungsstecker des Geero-Motor­kabels sitzt in einer Aussparung der Kettenstrebe.Zugraspel: Der Bremszug des Sparrow reibt an der Einstell­schraube; das erhöht die Bremskraft und sägt am Kabel.Foto: Robert NiedringZugraspel: Der Bremszug des Sparrow reibt an der Einstell­schraube; das erhöht die Bremskraft und sägt am Kabel.

Die acht Räder im Test

Bikeasy Sparrow

Mit dem Sparrow beweist ­Bik­easy, dass man auch leichte Pedelecs bauen kann – mit ­Titan und konsequenter Reduzierung. Kontrapunkt zum fragilen Rahmendesign des Singlespeeders: der wuchtige Zehus-Antrieb im Hinter­rad. Im Gehäuse sitzen die Motorsteuerung und der kleine 160-Wh-Akku. Es gibt weder Bedieninstrument noch Display, die Unter­stützungs­stufen variiert man per Smartphone-App.

Damit lassen sich auch zahlreiche weitere Funktionen anzeigen und steuern. Der Antrieb ist trittfrequenzgesteuert und kraftvoll, für einen Nabenmotor aber nicht ­gerade leise. Optisch ist der Rahmen ein Highlight – mit tadel­losem Oberflächenfinish und sauberen Schweißnähten. Allerdings ist die Konstruktion wenig steif. Das und die motorbedingt hecklastige Gewichts­verteilung wirken sich auf das Fahrverhalten aus: Nimmt man die Hände vom Lenker, bringen Fahrbahn­uneben­heiten spürbare ­Unruhe in die Rahmenfront. Ansonsten fährt sich der Singlespeeder ­souverän. Dass das Rad kein Komfortwunder ist, sieht man ihm schon an. Ein echter Schwachpunkt aber sind die Bremsen: Um aus hoher Geschwindigkeit schnell abzubremsen, muss man ordentlich zupacken.

Fazit zum Bikeasy Sparrow

Schickes, leichtes Pedelec, dem man sein "E" kaum ansieht – aber anhört. Der Rahmen könnte etwas steifer sein

Bikeasy SparrowFoto: Daniel SimonBikeasy Sparrow

Gesamtwertung*: 3,2

Komfort: 3,5

  • Gabel: Starrgabel Titan
  • Federung: keine

Sicherheit: 3,6

  • Bremsen: Felge, Campagnolo Veloce
  • Flattersicherheit: befriedigend

Antrieb: 2,1

  • Motorsystem/Akku: Zehus HR-Nabe/160 Wh
  • Schaltung: Singlespeed, 45/17
  • Anfahr-/Schiebehilfe: nein

Praxis: 2,6

  • Reifen: Continental Grand Prix Classic 25-622
  • Gewicht (v/h in %): 11,8 kg (34/66)

Service: 4,8

  • Garantie: 2 Jahre
  • CE: ja

Geometrie

  • Radstand: 985 mm
  • Sattelhöhe über Grund: 1028 mm
  • Sitzlänge: 673 mm
  • Lenkerüberhöhung: -66 mm
  • Lenkerbreite: 500 mm
  • Rahmengrößen: 56 cm
  • zulässiges Gesamtgewicht: 115 kg

Preis: 3499 Euro

Coboc One Soho

Freunde sportlicher Singleespeed-Bikes werden das One Soho lieben. Die Sitzposition auf dem Rad ist richtig dynamisch, das Fahr­gefühl auch. Steifer Rahmen, schmale ­Bereifung und ein bequemer, aber harter Rennsattel: Das One Soho ist keine Sänfte – will es auch nicht sein. Optisch tritt das One Soho sehr reduziert auf, auch die Ausrüstung beschränkt sich aufs Nötigste. Der Akku sitzt unsichtbar im etwas voluminöseren Unterrohr des gebürsteten Alu-Rahmens; nur der kleine ­Hinterrad-Nabenmotor verrät, dass sich der Fahrer etwas schieben lässt.

Ein Bedieninstrument oder Display gibt es nicht, fünf dezente LEDs am vorderen Ende des Oberrohrs informieren über Akkuladestand und Betriebszustand des Antriebs. Eingeschaltet wird das System mit einem Taster an der Unterseite des Oberrohrs. Der Antrieb bietet nur eine Unterstützungsstufe, doch die ist vollkommen ausreichend – der Drehmomentsensor steuert sensibel. Ansprech-und Abschaltverhalten sind gut, der Motor arbeitet kraftvoll. Beim Anfahren hilft er effektiv über die ersten Kurbelumdrehungen, die bei einem Rad ohne Gangschaltung sonst eher mühsam sind.

Fazit zum Coboc One Soho

Das Titelmodell dieser Ausgabe. Der Single­speeder ist extrem sportlich ausgelegt

Coboc One SohoFoto: Daniel SimonCoboc One Soho

Gesamtwertung*: 2,4

Komfort: 3,6

  • Gabel: Starrgabel Alu
  • Federung: keine

Sicherheit: 2,4

  • Bremsen: Felge, N. N.
  • Flattersicherheit: hoch

Antrieb: 1,9

  • Motorsystem/Akku: Coboc Drive HR-Nabe/352 Wh
  • Getriebenabe: Singlespeed, 48/17
  • Anfahr- bzw. Schiebehilfe: nein

Praxis: 2,6

  • Reifen: Continental Grand Prix Classic 622-25
  • Gewicht (v/h in %): 13,9 (42/58)

Service: 2,8

  • Garantie: 5 Jahre Rahmen
  • CE-Zertifizierung: ja

Geometrie

  • Radstand: 990 mm
  • Sattelhöhe über Grund: 1015 mm
  • Sitzlänge: 659 mm
  • Lenkerüberhöhung: -105 mm
  • Lenkerbreite: 420 mm
  • Rahmengrößen: S,M,L
  • zulässiges Gesamtgewicht: 130 kg

Preis: 3999 Euro

Conway EMRetro Race

Der Modellname täuscht: ­Weder Rahmenform, Technik noch Fahreigenschaften dieses ­Pedelecs sind retro. Auffälligstes Stil­element ist das leicht geschwungene, stark abfallende Oberrohr, das sich hinter der Sattelstütze teilt und nahtlos in die Sitzstreben übergeht – das wirkt elegant und sportlich zugleich. Im Rahmen­dreieck hängt eine Kunststoffbox, die neben dem Akku etwas Platz für Gepäck bietet. Dämpferelemente gibt es nicht, dafür läuft das 26-Zoll-Rad auf 62 Millimeter breiten Reifen.

Pumpt man sie nur mit dem angegebenen ­Minimaldruck auf, genießt man schon dezenten Federkomfort. Die Sitzposition ist sportlich, wegen der ­geringen Lenkerüberhöhung lastet relativ viel Gewicht auf den Handgelenken. Das Gute daran: Die Gewichts­verteilung verschiebt sich etwas nach vorne, das Rad lässt sich gut manövrieren – wendig, aber nicht zappelig. Und: Dank des steifen Rahmenverbunds fährt es sehr spurstabil. Auf der Ausrüstungsliste stehen neben dem Bosch-Performance-Antrieb mit Nyon-Display eine Alfine-Achtgang-Nabe.

Fazit zum Conway EMRetro Race

Elegantes 26-Zoll-Rad mit ausgewogenen Fahr­eigenschaften und hochwertiger Ausrüstung

Conway EMRetro Race (E-BIKE Testsieger)Foto: Daniel SimonConway EMRetro Race (E-BIKE Testsieger)


Gesamtwertung*: 1,7

Komfort: 2,5

  • Gabel: Starrgabel Alu
  • Federung: keine

Sicherheit: 1,3

  • Bremsen: Scheibe, Shimano Deore BR-M615
  • Flattersicherheit: sehr hoch

Antrieb: 1,6

  • Motorsystem/Akku: Bosch Performance/500 Wh
  • Getriebenabe: Shimano Alfine 8-Gang
  • Anfahr- bzw. Schiebehilfe: ja

Praxis: 2,2

  • Reifen: Schwalbe Super Moto X 62-584
  • Gewicht (v/h in %): 25,0 kg (45/55)

Service: 2,0

  • Garantie: 5 Jahre Rahmen
  • CE: ja

Geometrie

  • Radstand: 1141 mm
  • Sattelhöhe über Grund: 1024 mm
  • Sitzlänge: 688 mm
  • Lenkerüberhöhung: 2 mm
  • Lenkerbreite: 610 mm
  • Rahmengrößen*: 44, 48, 52, 56 mm
  • zulässiges Gesamtgewicht: 130 kg

Preis: 3999 Euro

Diamant Juna Deluxe+

Mit klassischer Bäckerrad-Optik und nostalgisch designter ­Beleuchtungsanlage schwimmt das Juna erfrischend gutaussehend auf der Retro-Welle. Sinnvolle konstruktive Details wie Verstärkungsbleche zwischen den dünnen, parallel laufenden Oberrohren und Satteltaschen­streben stören den klassischen Stil nicht, sogar die Scheibenbremsen passen ins Bild. Auch die Fahreigenschaften geben keinen Anlass zur Kritik. Der Damenrahmen ist ausreichend stabil, die Gewichtsverteilung sehr gut.

Damit fährt sich das Diamant Juna spurstabil und zugleich überraschend agil. Nicht nur optisch ist es ein typisches Stadtrad. Auch Boschs Active-Motor, 400-Wh-Akku und Nexus-Getriebenabe prädestinieren es für Kurzstrecken. Dank voluminöser Bereifung und Teleskopsattelstütze ist der Komfort okay. Der Front­gepäckträger ist praktisch, viel mehr als eine große Handtasche sollte darauf aber nicht transportiert werden – sonst lenkt es sich nicht mehr so gut. Doch auch Satteltaschen gibt es ja im Retro-Look.

Fazit zum Diamant Juna Deluxe+

Gelungener Klassiker mit unkomplizierten Fahreigenschaften und hübscher Optik

Diamant Juna Deluxe+Foto: Daniel SimonDiamant Juna Deluxe+

Gesamtwertung*: 1,9

Komfort: 2,5

  • Gabel: Starrgabel Stahl
  • Federung: Teleskopsattelstütze

Sicherheit: 1,8

  • Bremsen: Scheibe, Tektro Vela
  • Flattersicherheit: hoch

Antrieb: 2,0

  • Motorsystem/Akku: Bosch Active/400, 500 Wh
  • Getriebenabe: Shimano Nexus 8-Gang
  • Anfahr- bzw. Schiebehilfe: ja

Praxis: 2,2

  • Reifen: Schwalbe Fat Frank Kevlar Guard Reflex 50-622
  • Gewicht (v/h in %): 26,2 kg (46/54)

Service: 1,0

  • Garantie: 40 Jahre Rahmen + Gabel
  • CE: ja

Geometrie

  • Radstand: 1156 mm
  • Sattelhöhe über Grund: 968 mm
  • Durchstieghöhe: 569 mm
  • Sitzlänge: 662 mm
  • Lenkerüberhöhung: 80 mm
  • Lenkerbreite: 630 mm
  • Rahmengrößen: 45 cm, 50 cm
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 170 kg

Preis: 2599 Euro

Electra Townie Go!

Das Townie überträgt klassische Choppereigenschaften aufs Fahrrad. Der lange Radstand und der weit zurück­gesetzte Sattel rücken das Tretlager nach vorn, die Position der Pedale weit vor der Sattelspitze ist deshalb anfangs etwas ungewohnt. Zum Chopper-Feeling passt auch die aufrechte Sitzposition. Das Townie verführt eher zum gemütlichen Cruisen als zum sportlichen Ritt. Dennoch hat das Pedelec mit dem kräftigen Bosch-Performance-Motor genug Power für flotte Überholmanöver. Federgabel oder Teleskopsattelstütze gibt‘s nicht; die 60-Millimeter-Bereifung und der weiche Sattel bessern den Fahrkomfort zwar etwas auf, trotzdem fährt sich das Rad etwas hart. Konstruktiv ist das Electra relativ einfach gestrickt, auch technisch etwas retro und die Verarbeitung wirkt hier und da etwas nachlässig. Beispielsweise stößt das vordere Schutzblech beidseitig an die Gabel, was beim Fahren unschön klappert.

Fazit zum Electra Townie Go!

Gemäßigter Chopper, einfach aufgebaut, mit leichten Schwächen bei der Verarbeitung. Potenter Antrieb für flottes Cruisen.

Electra Townie Go!Foto: Daniel SimonElectra Townie Go!

Gesamtwertung*: 2,3

Komfort: 2,7

  • Gabel: Starrgabel Alu
  • Federung: keine

Sicherheit: 2,6

  • Bremsen: Rollenbremse Shimano Nexus BR-C6000 F
  • Flattersicherheit: hoch

Antrieb: 1,8

  • Motorsystem/Akku: Bosch Performance/400, 500 Wh
  • Getriebenabe: Shimano Nexus 8-Gang
  • Anfahr-/Schiebehilfe: ja

Praxis: 2,4

  • Reifen : Schwalbe Balloon Fat Frank 60-559
  • Gewicht (v/h in %) :26,6 kg (47/53)

Service: 1,0

  • Garantie :15 Jahre Rahmen
  • CE-Zertifizierung :ja

Geometrie:

  • Radstand: 1210 mm
  • Sattelhöhe über Grund: 926 mm
  • Sitzlänge: 731 mm
  • Lenkerüberhöhung (min/max): 89 mm
  • Lenkerbreite: 660 mm
  • Rahmengrößen*: 52, 55 cm
  • zulässiges Gesamtgewicht: 135 kg

Preis: 2699 Euro

Geero Cream Soda

Wie das Sparrow treibt auch das Geero Cream Soda ein durch die Trittfrequenz gesteuerter Hinterrad­nabenmotor an: Er schiebt, sobald sich die Kurbel dreht. Die Trittkraft spielt dabei keine Rolle, die Motorleistung lässt sich nur über die Unterstützungsstufen regeln. Das Antriebssystem ist relativ simpel aufgebaut, das Bedieninstrument ohne separates Display zeigt nur Akku-Ladestand und Unterstützungsstufe.

Ansprech- und Abschaltverhalten des Motors sind in Ordnung, der kleine Antrieb hat ordentlich Power und ist beinahe lautlos. Mit dem Akku im Unterrohr ist das Geero kaum als Pedelec zu erkennen. Ohne zusätz­liche Federelemente fährt sich das Rad entsprechend sportlich. Der Rahmen ist steif und fahrstabil, man fühlt sich auf dem schicken Teil sofort wohl und lässt sich gut gelaunt zum schnellen Fahren verführen. Wer ­Unterstützung schätzt und keinen Hightech-Antrieb braucht, wird begeistert sein – mit einer Einschränkung: Die Bremsen sind für ein so dynamisches E-Bike eigentlich zu schwach.

Fazit zum Geero Cream Soda

Hübscher Flitzer mit kleinem und kräftigem, aber einfachem Antrieb. Schwächen bei der Bremsanlage.

Alternative: Das Geero ist auch mit Damenrahmen erhältlich. Mit gleicher Ausrüstung zum gleichen Preis.

Geero Cream SodaFoto: Daniel SimonGeero Cream Soda

Gesamtwertung*: 2,7

Komfort: 3,3

  • Gabel: Starrgabel Alu
  • Federung: keine

Sicherheit: 2,4

  • Bremsen: Felge, Light Weight
  • Flattersicherheit: sehr hoch

Antrieb: 2,3

  • Motorsystem/Akku: Geero HR-Nabe/420 Wh
  • Kettenschaltung: Shimano Sora, 9-fach; 11-32
  • Anfahr- bzw. Schiebehilfe: nein

Praxis: 3,3

  • Reifen: Kenda KwickRoller Sport 700-32
  • Gewicht (v/h in %): 16,4 kg (44/56)

Service: 3,0

  • Garantie: 5 Jahre Rahmen
  • CE: nein

Geometrie

  • Radstand: 1069 mm
  • Sattelhöhe über Grund: 1002 mm
  • Sitzlänge: 695 mm
  • Lenkerüberhöhung: -47 mm
  • Lenkerbreite: 630 mm
  • Rahmengrößen: 54 mm
  • zulässiges Gesamtgewicht: 100 kg

Preis: 2399 Euro

M1 Schwabing

Der Carbonrahmen des Schwabing von M1 Sporttechnik ist ein Hingucker: Das Sattelrohr wurde weggelassen, die Sattelstütze steckt im oberen Ende der massiven Sattelstreben. Der Sattel scheint überm Tretlager zu schweben. Trotzdem ist die Konstruktion sehr steif, das Fahrgefühl sehr stabil. Unser Testrad ist ein gedrosseltes S-Pedelec, sein Cleanmobile-Antrieb schiebt in der höchsten Unterstützungs­stufe brachial an, um dann bei etwas über 25 km/h unvermittelt die Arbeit einzustellen. So fühlt man sich etwas ausgebremst.

Der kraftvolle Antrieb passt sicher besser zur S-Pedelec-Version des Schwabing. Mit der stufen­losen Nuvinci-Nabe haben die Konstrukteure daneben gegriffen: ­Unter Last lässt sie sich gar nicht schalten. Nimmt man die Tret- und damit Motorkraft zurück, gelingt zwar ein Übersetzungssprung, von stufenlos kann jedoch keine Rede sein. Die Nabe ist mit der Power des Motors schlicht überfordert. ­Ansonsten ist das Schwabing sinnvoll und hochwertig ausgestattet, ein Carbonriemen ersetzt die Kette.

Fazit zum M1 Schwabing

Interessantes Rahmenkonzept trifft brachiale Motorkraft. Tolle Ausstattung – nur leider passt die Automatiknabe nicht zum Antrieb.

M1 SchwabingFoto: Daniel SimonM1 Schwabing


Gesamtwertung*: 1,8

Komfort: 2,8

  • Gabel: Starrgabel Carbon
  • Federung: keine

Sicherheit: 1,4

  • Bremsen: Scheibe, Magura MT5
  • Flattersicherheit: sehr hoch

Antrieb: 1,6

  • Motorsystem/Akku: Cleanmobile/880, 1.100 Wh
  • Getriebenabe: Nuvinci N380
  • Anfahr- bzw. Schiebehilfe: ja

Praxis: 2,3

  • Reifen: Schwalbe Balloon Big Ben 50-622
  • Gewicht (v/h in %): 28,6 kg (43/57)

Service: 1,8

  • Garantie: 10 Jahre Rahmen
  • CE: ja

Geometrie

  • Radstand: 1153 mm
  • Sattelhöhe über Grund: 1001 mm
  • Durchstieghöhe: 473 mm
  • Sitzlänge: 715 mm
  • Lenkerüberhöhung: 71 mm
  • Lenkerbreite: 660 mm
  • Rahmengrößen: M, L
  • zulässiges Gesamtgewicht: 130 kg

Preis: 6399 Euro

Neox City

Auffälligstes Merkmal des Neox ist die voluminöse Einarm-Kettenstrebe. Sie versteckt Motor, Schaltgetriebe und Antriebsstrang in einem Gehäuse. Der Clou: Das Hinterrad lässt sich nach Lösen einer einzigen Schraube einfach von der Achse abziehen. Innovativ ist das integrierte Schaltgetriebe, das direkt am Motor ange­koppelt ist. Es lässt sich vom Lenker aus elektromechanisch schalten. Die Gangabstufung erscheint allerdings etwas weit, und beim Runterschalten muss man dem Getriebe etwas Zeit geben, bis der Gang einrastet.

Einen guten Diebstahlschutz bietet die im Antriebssystem integrierte Wegfahrsperre: Ohne die vorherige Eingabe der richtigen PIN bleibt das Antriebssystem im Freilauf und das Rad ist nicht fahrbar. Wegen des voluminösen Unterrohrs mit integriertem Akku ist der Unisex-Rahmen sehr steif, das Rad läuft spurstabil, die kleinen 26-Zoll-Reifen machen es schön agil. Auch der Komfort kommt auf dem Neox nicht zu kurz: Mit Federgabel, Breitreifen und sehr gutem ­Sattel lassen sich auch längere Strecken bequem bewältigen.

Fazit zum Neox City

Innovativer Italiener mit gekapseltem, einteiligem ­Antriebsstrang. Komfortabel, spurstabil und agil.

Neox CityFoto: Daniel SimonNeox City

Gesamtwertung*: 1,8

Komfort: 2,1

  • Gabel: SR Suntour
  • Federung: keine

Sicherheit: 1,7

  • Bremsen: Scheibe, Tektro Auriga
  • Flattersicherheit: hoch

Antrieb: 2,1

  • Motorsystem/Akku: Neox Mittelmotor/500 Wh
  • Getriebenabe: Neox integriert, 8-Gang
  • Anfahr- bzw. Schiebehilfe: ja

Praxis: 2,2

  • Reifen: Vittoria Tattoo Light 58-559
  • Gewicht (v/h in %): 26,3 kg (46/54)

Service: 1,0

  • Garantie: 5 Jahre Rahmen + Antrieb
  • CE: ja

Geometrie

  • Radstand: 1103 mm
  • Sattelhöhe über Grund: 1008 mm
  • Durchstieghöhe: 606 mm
  • Sitzlänge: 678 mm
  • Lenkerüberhöhung: 4mm
  • Lenkerbreite: 670mm
  • Rahmengrößen: 48 cm
  • zulässiges Gesamtgewicht: 130 kg

Preis: 4590 Euro

*Das E-BIKE-Urteil ist preisunabhängig. Notenschlüssel nach Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 5 (mangelhaft).

Der komplette Artikel stand in E-BIKE Ausgabe 2/2017. Sie können die Ausgabe in der MYBIKE-App (iTunes und Google Play) laden oder im DK-Shop bestellen.

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