Touring Hybrid Pro E-BikeCube Musterschüler im Test

Adrian Kaether

 · 14.03.2026

Das Cube Touring Hybrid Pro 800 zeigt, wie gut auch ein E-Bike für nur 3000 Euro schon sein kann.
Foto: Georg Grieshaber
Kann man so günstig überhaupt ein gutes E-Bike bauen? Eindeutig Ja, sagt Cube! Das Touring Hybrid Pro setzt trotz moderatem Budget auf den wertigen Bosch PX Motor, volle 800 Wattstunden im Akku und eine solide Mittelklasse Ausstattung. Ob sich das Rad auch gut fährt, haben wir getestet.

Fazit zum Test des Cube Touring Hybrid Pro 800

Mit dem Touring Hybrid Pro beweist Cube, dass auch günstige E-Bikes gut sein können. Beim guten Motor, dicken Akku und der breit abgestuften Gangschaltung bleiben kaum Wünsche offen. Die Fahreigenschaften sind souverän und betont komfortabel. Wer ein Rad sucht, das im Alltag einfach funktioniert wird hier in jedem Fall fündig.

Daten und Fakten zum Cube Touring Hybrid Pro 800

Gewicht27.2 kg
MotorBosch Performance Line PX
AkkuBosch Power Tube 800
SchaltungShimano Cues U6000

E-Bikes für unter 3000 Euro sind für viele etablierte Hersteller eine Herausforderung. Aber wenn es um Preis-Leistung geht, ist Cube natürlich immer vorne mit dabei. Der Fahrradriese aus der Oberpfalz kalkuliert traditionell besonders hart. Wie gut das Cube Touring Hybrid Pro dann aber bei uns ins Testlabor rollt, hat uns selbst überrascht.

Übrigens: Im E-Bike Touren-Segment bietet Cube gleich eine ganze Vielzahl von Modellen an. Vom Tiefeinsteiger Supreme über das Mini-SUV Nuride bis hin zum Premium-Reiserad Kathmandu. Das Touring soll einen Preis-Leistungs-orientierten Kompromiss und einen breiten Einsatzbereich auf befestigten Wegen bieten. Unser Testmodell ist für 2999 Euro das mittlere Modell der Touring Hybrid Baureihe.

Der Akku mit satten 800 Wattstunden klappt nach vorne aus dem Unterrohr.Foto: Georg GrieshaberDer Akku mit satten 800 Wattstunden klappt nach vorne aus dem Unterrohr.

PX Motor und 800 Wattstunden

Erstaunlich ist, wie wenig man dem Cube den günstigen Preis ansieht. Der Rahmen ist schön verarbeitet, die Schweißnähte zum Großteil aufwändig verschliffen. Das leisten sich viele Hersteller auch bei teureren Rädern nicht. Zudem steckt der Performance Line PX Motor von Bosch (hier im Test) samt großem 800 Wattstunden Akku im Unterrohr. Auf Wunsch bietet der Motor bis zu 90 Nm Drehmoment und 700 Watt Spitzenleistung. Damit liegt er schon sehr nah an Boschs sportlichem Topmodell Performance Line CX. Die Reichweite ist mit 800 Wattstunden über jeden Zweifel erhaben.

Zum Vergleich: Die meisten Konkurrenten in dieser Preisklasse müssen mit dem günstigeren und weniger kräftigen Performance Line Motor und kleineren Batterien mit höchstens 600 Wattstunden auskommen. Das kleine Farbdisplay Purion 200 am Lenker des Cube ist schick und zeigt die wichtigsten Daten an. Nur eine Navigationsansicht könnte man vermissen. Die gibt’s erst mit den größeren Displays aus Boschs Kiox Baureihe.

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Top-Schaltung mit Mountainbike-Übersetzung: Cues 6000

Bei der Ausstattung setzt Cube auf funktionale aber günstige Parts. Die hydraulische Shimano-Scheibenbremse MT200 verzögert zuverlässig, die Tourenreifen von Schwalbe rollen sauber ab. Die Shimano Cues Schaltung mit elf Gängen und haltbarer Linkglide Technologie ist ein echtes Highlight für ein E-Bike unter 3000 Euro. Sie bietet auch richtig kleine Gänge für steile Berge und sogar eine Schaltwerksdämpfung um Kettenklappern beim Fahren über Unebenheiten zu minimieren. Die Beleuchtung mit breit gestreutem Lichtkegel und immerhin 60 Lux kommt von Cubes Hausmarke Acid.

Als zuverlässiger Begleiter für Touren und Alltag macht das Cube eine besonders gute Figur.Foto: Georg GrieshaberAls zuverlässiger Begleiter für Touren und Alltag macht das Cube eine besonders gute Figur.

Souverän und Komfortabel: Das Touring Pro in der Praxis

Auf dem Papier macht Cube mit dem Touring Hybrid Pro also alles richtig. Und in der Praxis? Auch hier beweist sich das Touring Hybrid Pro als durchweg angenehmer Partner. Der Akku lässt sich leicht ausbauen. Der Komfort-Faktor wird mit Federstütze und sehr aufrechter Sitzposition groß geschrieben. Die ergonomischen Griffe und der Sattel zahlen ebenfalls auf den Komfort ein. Mit satter Motorpower beschleunigt das Cube auf Wunsch dynamisch. Die Cues-Schaltung schaltet die elf Gänge weich durch. Auch bei Dunkelheit sorgt die gelungene Beleuchtung für grundsätzlich gute Sicht.

Nachteile gibt’s natürlich auch, aber die halten sich beim Cube in Grenzen. Die Kette klappert manchmal etwas gegen den Kettenschutz und der Gepäckträger mit Quick-Lock-Standard verwindet sich bei schwerer, einseitiger Beladung stärker als wir uns das wünschen würden. Außerdem sitzt man relativ weit vorne. Leicht von hinten zu treten wäre aus unserer Sicht ergonomischer. Dennoch hinterlässt das Cube einen so gelungenen Gesamteindruck, dass sich schon die Frage aufdrängt: Warum überhaupt mehr ausgeben?

Stärken

  • Konkurrenzlose Ausstattung
  • Hoher Fahrkomfort
  • Preis

Schwächen

  • Nur Kleinigkeiten

Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

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