X Games Real 2024Der Video-Wettkampf geht in die nächste Staffel

Dimitri Lehner

 · 26.02.2024

Dickes Ding: Brage Vestavik beim Mons­terdrop. 2021 eroberte Brage mit seinem X- Games-Edit die Herzen der Freeride-Fans, wurde aber „nur“ Zweiter. | Blur Media
2021 machte der Wettbewerb X Games Real in der Bike-Szene Schlagzeilen. Jetzt kommt die 2. Auflage des spektakulären Video-Wettbewerbs. Stichtag: April 2024.

Das Prinzip von X Games Real ist denkbar einfach: Sechs eingeladene Gravity-Biker müssen ein 30-sekündiges Video-Edit einreichen. Der Clip wird von einer Jury bewertet. Die ersten drei bekommen die in der Extremsport-Szene begehrten X-Games-Medaillen in Gold, Silber und Bronze verliehen. Der Wettkampf ist schon älter, doch 2021 durften erstmals Mountainbiker teilnehmen. Damals waren die Kandidaten: Brandon Semenuk, Cam Zink, Brage Vestavik, Danny MacAskill (für den verletzten Fabio Wibmer eingesprungen), Vero Sandler und DJ Brandt. Warum die Organisatoren den Wettkampf in den vergangenen Jahren aussetzten, bleibt rätselhaft. Doch dieses Jahr ist das spektakuläre Format zurück mit sechs spannenden Teilnehmern (siehe rechts). 2021 sorgte X Games Real für viel Diskussionsstoff, da der Publikumsliebling Brage Vestavik mit erschlagendem Vorsprung vor dem von der Jury gewählten Sieger Brandon Semenuk lag.

Die Kandidaten

1 Remy Morton (26)

Remy kommt aus Queensland, Australien. Remy fuhr Downhill-Worldcups bei den Junioren, stylte mit dem BMX und startete bei Slopestyle-Wettkämpfen. Ein kapitaler Sturz beim Loosefest in Belgien 2017 hätte um ein Haar sein Karriere beendet. Remys Markenzeichen: verspielter Newschool-Style mit XXL-Jumps. Kürzlich nahm Remy an der Red Bull Hardline Tasmania teil mit seinem eigentümlichen Specialized Demo mit 26-Zoll-Vorderrad und 24-Zoll-Hinterrad, landete aber unter ferner Liefen.

Sieg-Chancen: 5/6

Verbringt viel Zeit im Park und gilt als Newschooler par Excellance: Remy Morton.Foto: Red BullVerbringt viel Zeit im Park und gilt als Newschooler par Excellance: Remy Morton.
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2 Dylan Stark (32)

Der Kalifornier machte kürzlich Schlagzeilen, als er das legendäre Moreno-Gap sprang, um sich damit für seine zweite Rampage-Teilnahme zu empfehlen. Daraus wurde nichts, dafür jetzt: X-Games-Einladung! Rampage, Darkfest, Proving Grounds und vor allem crazy Web-Edits – Dylan hat alles drauf. Das ergibt hohe Siegeschancen. Im Februar reiste er zum Darkfest und zeigte dort seine spektakulären One handed Barrelrolls.

Sieg-Chancen: 3/6

California-Boy: Der YT-Rider wurde mit gewagten BMX-Videos bekannt. Diesen Style überträgt Dylan Stark  aufs Bigbike.Foto: YTCalifornia-Boy: Der YT-Rider wurde mit gewagten BMX-Videos bekannt. Diesen Style überträgt Dylan Stark aufs Bigbike.

3 Kade Edwards (24)

Szene-Kenner sehen in dem jungen Briten einen der talentiertesten Biker der Welt. Wer sein Edit „Parallel 2“ gesehen hat, hegt keine Zweifel. Der ehemalige Junioren-DH-Weltmeister beherrscht alles mit Rädern und liebt gewagte Stunts. Sein Riding-Style, ein Mix aus Newschool-Gejibbe und Vollgas-Ballern, trifft genau den Zeitgeist. Seine X-Games-Einladung kommt zur rechten Zeit, dann Kade hat aufgehört Downhill-Worldcups zu fahren und will sich stattdessen voll aus Freeriding konzentrieren.

Sieg-Chancen: 6/6

In Kade Edwards sehen viele den komplettesten Biker der Welt. Der junge Brite kann alles.Foto: Red BullIn Kade Edwards sehen viele den komplettesten Biker der Welt. Der junge Brite kann alles.

4 Matt MacDuff (33)

Spätestens seit seinem Superstunt „Loop of Doom“, einem monströsen, hölzernen Looping, gilt der Kanadier als crazy. Matt schleuderte aus den Loop und zog sich vielfache Knochenbrüche zu. Doch das konnte Matt nicht stoppen. Gerade baut er sich XXL-Sprünge auf einem Privatgelände in Kamloops und besuchte das Darkfest.

Sieg-Chancen: 3/6

Crazy Looper: Matt MacDuff wollte Geschichte schreiben mit dem größten Openloop. Das ging schief, jetzt konzentriert sich Matt auf XXL-Jumps.Foto: Jake FoxCrazy Looper: Matt MacDuff wollte Geschichte schreiben mit dem größten Openloop. Das ging schief, jetzt konzentriert sich Matt auf XXL-Jumps.

5 Andreu Lacondeguy (35)

Andreu ist ein Freeride-Star, der eigentlich keine erklärenden Worte braucht: Rampage-Sieg (2014), Bronzemedaille bei den X Games (2013), Gründungsmitglied der Fest-Series, Videostar in NWD-Filmen usw. In letzter Zeit wurde es ruhig um den Katalanen, der zeitweise professionell Freestyle-Motocross fuhr. In den letzten Jahren konzentrierte sich der Katalane auf Big-Mountain-Freeriden in Südamerika. Wenn sich Andreu allerdings zu sehr aufs Scree-Surfing fokussiert, wird’s eng bei den X-Games, denn am Schotterhalden-Surfen hat man sich mittlerweile satt gesehen.

Sieg-Chancen: 2/6

Freeride-Titan: Andreu Lacondeguy. Kaum jemand hat Freeriden so geprägt wie der quirlige Katalane.Foto: Ale di LulloFreeride-Titan: Andreu Lacondeguy. Kaum jemand hat Freeriden so geprägt wie der quirlige Katalane.

6 Tom Van Steenbergen (28)

Der Kanadier landete mit seinem Caveman-Drop einen 2. Platz bei der Rampage 2023 und ist bekannt für seine gewagten Frontflips. Ein fieser Sturz bei der Rampage 2021 bremste TvS aus, doch jetzt ist er wieder voll auf Drehzahlen. Sollte ihm ein Edit gelingen wie „Wild West 2“, wäre Tom ein Sieg bei X Games Real fast sicher.

Sieg-Chancen: 5/6

Höhlenmensch: Mit seinem Caveman-Drop hat sich der Kanadier Tom van Steenbergen auf den 2. Platz der Red Bull Rampage 2023 katapultiert, jetzt will er seine crazy Stunts in einem 90-Sekünder vereinen.Foto: Monster EnergyHöhlenmensch: Mit seinem Caveman-Drop hat sich der Kanadier Tom van Steenbergen auf den 2. Platz der Red Bull Rampage 2023 katapultiert, jetzt will er seine crazy Stunts in einem 90-Sekünder vereinen.

Dimitri Lehner ist diplomierter Sportwissenschaftler. Er studierte an der Deutschen Sporthochschule Köln. Ihn fasziniert fast jede Disziplin des Funsports – neben Biken ganz vorne: Windsurfen, Skifahren und Fallschirmspringen. Seine neueste Leidenschaft: das Gravelbike. Damit fuhr er kürzlich von München an die Ostsee – und fand es herrlich. Und anstrengend. Herrlich anstrengend!

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