Sturz oder LegendeRed Bull Rampage feiert 25 Jahre freien Fall

Dimitri Lehner

 · 25.08.2026

Die Klasse von 2026: Hoffen wir mal, dass alle gesund das Abschlusszeugnis überreicht bekommen, nach dem Unfall-Fiasko im letzten Jahr.
Foto: Red Bull
Am 10. Oktober stürzen sich 18 Fahrer in Utahs Wüstengebirge. Was 2001 als verrücktes Experiment begann, ist heute der härteste Richterstuhl des Mountainbike-Sports.

Themen in diesem Artikel

Die Rechnung ist simpel: Fels, Bike, Wahnsinn

Keine Halfpipe. Kein Parcours. Nur roter Sandstein, senkrechte Klippen und ein Fahrer, der sich fragt: Geht das? Seit 2001 lautet die Antwort auf dem Red Bull Rampage immer wieder: Ja – wenn man gut genug ist. Oder mutig genug. Manchmal reicht auch beides nicht.

20. Auflage, 11 verschiedene Sieger – einer kommt wieder

Hayden Zablotny, Kanadier, Vorjahressieger, ist zurück. Für ihn war der Sieg 2025 „der größte Erfolg seiner Karriere" – was bei einem Feld aus achtzehn Weltklasse-Athleten keine bescheidene Aussage ist. Acht Fahrer sicherten sich die Startberechtigung über Vorjahresleistungen, zehn erhielten eine Wildcard – ausgewählt von einem Komitee aus Ex-Siegern, Profis, Judges und Branchenkennern. Kurzum: Wer hier startet, hat es verdient.

Eingeladene Athleten Red Bull Rampage 2026

Vorqualifizierte Athleten

  1. Hayden Zablotny (CAN)
  2. Thomas Genon (BEL)
  3. Tom Van Steenbergen (CAN)
  4. Tomas Lemoine (FRA)
  5. Reed Boggs (USA)
  6. Talus Turk (USA)
  7. Cam Zink (USA)
  8. Finley Kirschenmann (USA)
    Wildcard-Athleten
  9. Bienvenido Aguado Alba (ESP)
  10. Carson Storch (USA)
  11. Connor Gallart (USA)
  12. Jaxson Riddle (USA)
  13. Johny Salido (MEX)
  14. Kade Edwards (GBR)
  15. Kaidan Ingersoll (USA)
  16. Paul Couderc (FRA)
  17. Szymon Godziek (POL)
  18. Tom Isted (GBR)

Ersatzfahrer-Liste

  1. Ryan McNulty (USA)
  2. Aiden Howe (USA)
  3. Ondra Slez (CZ)
  4. Louis Reboul (FRA)
  5. Nicholi Rogatkin (USA)

Bemerkung zur Teilnehmerliste


Die deutschen Fans werden enttäuscht sein, dass weder Lukas Schäfer noch Leo Erhardt eine Einladung zur Rampage bekommen haben. Sprich: Auch 2026 wird Guido Tschugg der einzige deutsche Freerider bleiben, der je an einer Rampage teilgenommen hat (2004, 2008).

Überrascht hat uns, Kada Edwards in der Teilnehmer liste zu finden. Das wird sicher spannend, denn der Brite ist ein wahres Allround-Talent. Aufgrund seiner DH-Worldcup-Erfahrung ist er verdammt schnell, seine Kreativität hat er bereits bei den X Games Real bewiesen.

Ebenfalls überrascht hat uns, dass Tom Isted wieder dabei ist. Der Brite wurde letztes Jahr ziemlich schlecht bewertet, dabei war sein Run einer der eindrücklichsten. Tom wirkte so frustriert nach dem letztjährigen Wettkampf, dass wir den Eindruck hatten, er sei mit der Rampage “durch”.

Wir wünschen allen Teilnehmern viel Glück – in der Hoffnung, dass sich niemand ernsthaft verletzt. Letztes Jahr landete Adolf Silva nach einem Sturz im Rollstuhl und Slopestyle-Superstar Emil Johansson laboriert nach seinem Horror-Absturz noch immer an einer ernsten Nervenverletzung rum, die sportliche Einsätze momentan unmöglich macht.

Jeder baut seine eigene Strecke – das ist kein Witz

Das Regelwerk des Rampage ist so simpel wie brutal: Jeder Fahrer hat zwei Helfer und darf sich seine Linie selbst in den Berg hauen. Von Hand. Mit Schaufeln. Was wie ein folkloristisches Relikt klingt, ist in Wirklichkeit strategisches Hochleistungsdesign – denn wer falsch plant, fährt falsch. Und wer falsch fährt, landet falsch.

Das Feld: Sechs Nationen, vier Rookies, null Mittelmaß

Belgien, Frankreich, Polen, Spanien, Großbritannien, Mexiko, Kanada und natürlich USA – das Startfeld 2026 ist internationaler denn je. Vier Rookies debütieren: Kade Edwards (GBR), Kaidan Ingersoll (USA), Johny Salido (MEX) und Paul Couderc (FRA). Zwei ehemalige Sieger sind ebenfalls am Start. Cam Zink (USA), eine lebende Rampage-Legende, kehrt zurück als ältester Teilnehmer.
Das Niveau? Beängstigend hoch. Der Unterhaltungswert? Garantiert.

Utah wartet. Und Utah verzeiht nichts.

Am 10. Oktober 2026 geht es live auf Red Bull TV und dem Red Bull Bike YouTube-Kanal. Wer einschaltet, sieht Menschen Dinge tun, die kein vernünftiger Mensch tun würde – und genau das macht das Rampage seit 25 Jahren zur besten Show im Radsport.

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Dimitri Lehner ist diplomierter Sportwissenschaftler. Er studierte an der Deutschen Sporthochschule Köln. Ihn fasziniert fast jede Disziplin des Funsports – neben Biken ganz vorne: Windsurfen, Skifahren und Fallschirmspringen. Seine neueste Leidenschaft: das Gravelbike. Damit fuhr er kürzlich von München an die Ostsee – und fand es herrlich. Und anstrengend. Herrlich anstrengend!

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