Keine Halfpipe. Kein Parcours. Nur roter Sandstein, senkrechte Klippen und ein Fahrer, der sich fragt: Geht das? Seit 2001 lautet die Antwort auf dem Red Bull Rampage immer wieder: Ja – wenn man gut genug ist. Oder mutig genug. Manchmal reicht auch beides nicht.
Hayden Zablotny, Kanadier, Vorjahressieger, ist zurück. Für ihn war der Sieg 2025 „der größte Erfolg seiner Karriere" – was bei einem Feld aus achtzehn Weltklasse-Athleten keine bescheidene Aussage ist. Acht Fahrer sicherten sich die Startberechtigung über Vorjahresleistungen, zehn erhielten eine Wildcard – ausgewählt von einem Komitee aus Ex-Siegern, Profis, Judges und Branchenkennern. Kurzum: Wer hier startet, hat es verdient.
Vorqualifizierte Athleten
Ersatzfahrer-Liste
Die deutschen Fans werden enttäuscht sein, dass weder Lukas Schäfer noch Leo Erhardt eine Einladung zur Rampage bekommen haben. Sprich: Auch 2026 wird Guido Tschugg der einzige deutsche Freerider bleiben, der je an einer Rampage teilgenommen hat (2004, 2008).
Überrascht hat uns, Kada Edwards in der Teilnehmer liste zu finden. Das wird sicher spannend, denn der Brite ist ein wahres Allround-Talent. Aufgrund seiner DH-Worldcup-Erfahrung ist er verdammt schnell, seine Kreativität hat er bereits bei den X Games Real bewiesen.
Ebenfalls überrascht hat uns, dass Tom Isted wieder dabei ist. Der Brite wurde letztes Jahr ziemlich schlecht bewertet, dabei war sein Run einer der eindrücklichsten. Tom wirkte so frustriert nach dem letztjährigen Wettkampf, dass wir den Eindruck hatten, er sei mit der Rampage “durch”.
Wir wünschen allen Teilnehmern viel Glück – in der Hoffnung, dass sich niemand ernsthaft verletzt. Letztes Jahr landete Adolf Silva nach einem Sturz im Rollstuhl und Slopestyle-Superstar Emil Johansson laboriert nach seinem Horror-Absturz noch immer an einer ernsten Nervenverletzung rum, die sportliche Einsätze momentan unmöglich macht.
Das Regelwerk des Rampage ist so simpel wie brutal: Jeder Fahrer hat zwei Helfer und darf sich seine Linie selbst in den Berg hauen. Von Hand. Mit Schaufeln. Was wie ein folkloristisches Relikt klingt, ist in Wirklichkeit strategisches Hochleistungsdesign – denn wer falsch plant, fährt falsch. Und wer falsch fährt, landet falsch.
Belgien, Frankreich, Polen, Spanien, Großbritannien, Mexiko, Kanada und natürlich USA – das Startfeld 2026 ist internationaler denn je. Vier Rookies debütieren: Kade Edwards (GBR), Kaidan Ingersoll (USA), Johny Salido (MEX) und Paul Couderc (FRA). Zwei ehemalige Sieger sind ebenfalls am Start. Cam Zink (USA), eine lebende Rampage-Legende, kehrt zurück als ältester Teilnehmer.
Das Niveau? Beängstigend hoch. Der Unterhaltungswert? Garantiert.
Am 10. Oktober 2026 geht es live auf Red Bull TV und dem Red Bull Bike YouTube-Kanal. Wer einschaltet, sieht Menschen Dinge tun, die kein vernünftiger Mensch tun würde – und genau das macht das Rampage seit 25 Jahren zur besten Show im Radsport.

Redakteur
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