Red Bull Rampage der FrauenNeue Ära – die Final-Action passiert heute am 10. Oktober

Dimitri Lehner

 · 10.10.2024

Camila Noguiera im steilen Rampage-Gelände in Utah. Leider stürzte die Argentinierin beim Training, zog sich eine Gehirnerschütterung zu und brach sich die Nase. Die Organisatoren verboten ihr aus gesundheitlichem Risiko die Teilnahme. Camilla ist sehr enttäuscht. Unsere Freeride-Expertin Kathi Kuypers hatte sie als wahrscheinliche Gewinnerin eingeschätzt.
Foto: Robin O'Neill/Red Bull
Erstmals in der Geschichte des Big-Mountain-Freeriding gibt es eine Frauenwertung bei der Red Bull Rampage. Acht Profi-Bikerinnen treten an, darunter eine aus Europa: Vero Sandler. Es war nur eine Frage der Zeit, dass die Frauen ihre eigene Rampage kriegen. Endlich ist es so weit! Wegen der Zeitverschiebung findet das Finale heute Nacht statt (11. Oktober.). Den Livestream gibt es kostenlos auf Red Bull TV.

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Bei Events, wie Red Bull Formation, Hardline oder dem Darkfest in Südafrika, haben Freeriderinnen gezeigt, dass die Zeit reif ist. Nun hat Red Bull acht Frauen nach Utah eingeladen, damit sie am 10. Oktober (Utah-Zeit) die Königin des Freeriding bei der Rampage unter sich ausfahren. Überraschend ist, dass den Frauen ein Gelände zugewiesen wurde, in dem noch nie eine Rampage abgehalten wurde. Sprich: Das Terrain ist roh und unberührt, was den Trailbau-Teams besonders viel Einsatz abverlangen wird. Rampage-Rider Clemens Kaudela vermutet dahinter die Absicht der Organisatoren, die Frauen nicht unter Druck zu setzen, sich mit den Männern zu vergleichen. Das wäre in einem Gelände der Fall gewesen, wo die Männer bereits eine Rampage abgehalten haben. Ob die Rechnung aufgeht? Szene-Expertin Kathi Kuypers hat für euch die acht Rampagerinnen beschrieben und ihre Siegchancen bewertet.



Robin Goomes (NZL)

Robin wuchs auf einer Insel im Pazifik auf, fuhr viel Motocross und diente nach der Schule fünf Jahre in der Armee. In Rotorua entdeckte sie Freeriding, sprang den ersten Backflip im Wettkampf und schaffte als erste Frau beim Darkfest 2023 einen Top-to-Bottom-Run. Robin gilt als inoffizielle Chefin der Slopestylerinnen. Siegchance: 5/6

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Robin GoomesFoto: Wayne Reiche/ Red BullRobin Goomes

Casey Brown (CAN)

Casey ist ein Multitalent. Sie fuhr bereits Worldcup-DH, EWS, Fest-Series, Proving Grounds usw. Beinahe wäre sie im kanadischen Freeski-Team gelandet, doch Sie entschied sich für Freeride-MTB. Die mehrfache Queen of Crankworx und Whip-Off- Siegerin lebt heute in Revelstoke, B. C. und ist das bekannteste Gesicht im Frauen-Freeriding. Siegchance: 5/6

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Casey BrownFoto: Re Wikstrom/ Red BullCasey Brown

Camila Nogueira (ARG)

Die Propain-Fahrerin stammt aus den patagonischen Anden, lebt in Colorado und ist für ihre Go-for-it-Attitude bekannt. Steiles Gelände ist ihr Ding, zweimal konnte Camila den Big-Mountain- Slopestyle „Proving Grounds“ gewinnen und nahm an der „Tour de Gnar“ teil – beste Voraussetzungen für einen Rampage-Podiumsplatz. Siegchance: 6/6

Leider hat sich Camila im Training verletzt; die Favoritin kann nicht starten!

Camila NogueiraFoto: Catherine Aeppel / Red BullCamila Nogueira

Vero Sandler (UK)

Worldcup-Downhill, Darkfest, X-Games-Real – Vero ist für Steez & Style bekannt. Die Santa-Cruz-Fahrerin wuchs in Neuseeland auf und entdeckte in den Bikeparks ihre Liebe für Stunts und Sprünge. Ihr großer Erfahrungsschatz und ihre Stahlnerven werden Vero für ein gute Rampage-Platzierung helfen. Auf ihre Runs freue ich mich besonders. Siegchance: 2/6

Vero SandlerFoto: Robin O'Neill/Red BullVero Sandler

Vaea Verbeeck (CAN)

Ski, Snowboarden, Gymnastik – Vaea machte nix anderes, dann stieg sie aufs Bike und bekam Lust an Wettkämpfen. Die Rocky-Mountain-Pilotin wurde mehrfache Queen of Crankworx. Heute lebt sie auf Vancouver Island und fährt Downhill. Ihr enormer Siegeswille wird sie bei der Rampage zu Höchstleistung antreiben. Siegchance: 3/6

Vaea VerbeeckFoto: Catherine Aeppel / Red BullVaea Verbeeck

Vinny Armstrong (NZL)

Vinny ist die „Queen of Style“ – das sehen alle so. Keine sieht besser aus auf dem Bike als die Neuseeländerin. Checkt mal ihr Edit „Shimmer“! Wird es Winter auf ihrer Insel, reist die Forbidden-Pilotin in den kanadischen Sommer und lebt einen Gipsy-Lifestyle. Vinny hat keine Angst vor fetten Sprüngen – das macht sie zu einer Favoritin. Siegchance: 3/6

Vinny Armstrong | Re Wikstrom / Red BullVinny Armstrong | Re Wikstrom / Red Bull

Jess Blewitt (NZL)

Die unerschrockene, doch schüchterne Blondine hat auf sich aufmerksam gemacht, als sie als erste Frau, gerade mal 20 Jahre alt, bei der Red Bull Hardline antrat. Sie wagte den fetten Knochenbrecher-Drop, an dem selbst Brage Vestavik gescheitert war. Jess stammt angeblich aus reichem Haus und fährt für Cube Downhill im Worldcup. Siegchance: 2/6

Leider hat sich Jess beim Downhillen im Vorfeld der Rampage verletzt und fällt für die Rampage aus, obwohl sie zur ersten Riege der nominierten Fahrerinnen gehörte. Für sie rückte Georgia Astle aus Kanada nach.

Jess BlewittFoto: Graeme Murray / Red BullJess Blewitt

Hannah Bergemann (USA)

Die Red-Bull-Fahrerin pusht Frauen-Feeriding am stärksten. Hannah war zusammen mit Casey Brown die treibende Kraft, dass eine Frauen-Wertung bei der Rampage eingeführt wird. Bei der Hardline in Tasmanien zeigte sie, dass sie alle Skills hat, um die erste Frauen-Rampage zu gewinnen. Siegchance: 2/6

Leider riss sich Hannah die Achilles-Sehne und kann nicht bei der ersten Frauen-Rampage dabei sein. Für sie geht die US-Amerikanerin Chelsea Kimball nach.

Hannah BergmannFoto: Sterling Lorence/AnytimeHannah Bergmann

Chelsea Kimball (USA)

Die Specialized-Fahrerin rückte nach und freut sich über ihre Chance bei der ersten Frauen-Rampage dabei zu sein. Ihr Können stellte sie in der Vergangenheit schon bei Events wie Red Bull Formation oder dem Big Mountain-Slopestyle Proving Grounds unter Beweis.

Chelsea KimballFoto: Emily Tidwell/Red BullChelsea Kimball

Georgia Astle (CAN)

Die charismatische Kanadierin aus British Columbia wuchs in Whistler auf. Der Bikepark formte sie zu einer versierten Freeriderin, doch Georgia fährt auch Enduro- und Downhill-Rennen. Die leidenschaftliche Motocrosserin rückte für die verletzte Hannah Bergemann nach.

Georgia Astle | Footo: Robin O'Neill / Red BullGeorgia Astle | Footo: Robin O'Neill / Red Bull

Dimitri Lehner ist diplomierter Sportwissenschaftler. Er studierte an der Deutschen Sporthochschule Köln. Ihn fasziniert fast jede Disziplin des Funsports – neben Biken ganz vorne: Windsurfen, Skifahren und Fallschirmspringen. Seine neueste Leidenschaft: das Gravelbike. Damit fuhr er kürzlich von München an die Ostsee – und fand es herrlich. Und anstrengend. Herrlich anstrengend!

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