Laurin Lehner
· 21.08.2026
Eine Ära geht zu Ende. Was 2013 mit der ersten Saison der Enduro World Series begann, entwickelte sich über zehn Jahre EWS und vier Saisons als offizieller UCI Enduro Worldcup – und findet nun 2026 seinen Abschluss. Noch im Mai listete ein UCI-Entwurf sechs Enduro-Termine für die kommende Saison. Daraus wird nichts.
Vom internationalen UCI-Parkett verschwindet Enduro damit aber nicht vollständig. Künftig sollen die Weltmeisterschaften den sportlichen Höhepunkt bilden – statt einer über mehrere Rennen ausgetragenen World-Cup-Serie. Das Regenbogentrikot bleibt also, die World-Cup-Gesamtwertung nicht. Ab 2027 zählt nur noch ein Rennen.
Der Weltradsportverband (UCI) und Warner Bros. Discovery (WBD) Sports geben heute bekannt, dass die Ausgabe 2026 des UCI Enduro World Cups die letzte im Rahmen der WHOOP UCI Mountain Bike World Series sein wird.
Ab 2027 wird die UCI Mountain Bike Enduro und E-Enduro Weltmeisterschaft als führendes internationales Enduro-Event gestärkt. Die Veranstaltung bringt jährlich die besten Fahrerinnen und Fahrer der Disziplin zusammen, die in den verschiedenen Kategorien um die Regenbogentrikots des UCI-Weltmeisters kämpfen.
Die Integration des Enduros in die WHOOP UCI Mountain Bike World Series hat maßgeblich zu dessen Sichtbarkeit und Wachstum beigetragen. Angesichts seiner spezifischen Eigenschaften sind die UCI und WBD Sports jedoch zu dem Schluss gekommen, dass die weitere Entwicklung des Formats nun besser durch einen gezielteren Ansatz gefördert werden kann – mit Fokus auf seine eigenen besonderen Stärken – als durch die Einbindung in eine Serie, die verschiedene Mountainbike-Formate vereint.
Seit mehr als einem Jahrzehnt haben die Enduro World Series (EWS) und WBD Sports gemeinsam mit Athleten, Teams, Veranstaltern und Partnern zum Wachstum und zur Professionalisierung des Enduros – sowohl auf Elite- als auch auf Amateurebene – beigetragen. In dieser Zeit wurde insbesondere die UCI Mountain Bike Enduro und E-Enduro Weltmeisterschaft 2024 ins Leben gerufen.
Die UCI Mountain Bike Enduro und E-Enduro Weltmeisterschaft 2026 findet vom 16. bis 18. Oktober in der Finale Outdoor Region, Ligurien (Italien) statt – einem Ort, der als Geburtsort des Enduros gilt.
Enduro und E-Enduro werden zudem im Programm der UCI Cycling World Championships 2027 in Haute-Savoie Mont-Blanc, Frankreich, vertreten sein.
Der Enduro World Cup ist Geschichte. Frederik vom S1-Racing-Team reagiert überraschend gelassen – und erklärt, warum das Ende der Serie für den Sport sogar eine Befreiung sein könnte.
Freddy, die letzten 48 Stunden waren im Leben eines Enduro-Worldcup-Fahrers turbulent. Wie ordnest du die aktuelle Lage ein?
Ja, die letzten zwei Tage waren wirklich verrückt. Erst kam die Meldung zum Ende des bisherigen UCI Enduro World Cups und direkt am nächsten Tag die News mit Crankworx. Das kam alles ziemlich aus dem Nichts.
Es heißt, dass die beiden Meldungen angeblich sogar gleichzeitig veröffentlicht werden sollten. Das zeigt, dass dahinter wohl anscheinend längerfristiger Plan steckte.
Gleichzeitig bin ich auch ziemlich stoked, weil Crankworx als neuer Träger und Vermarkter für den Endurosport natürlich eine Riesenhausnummer ist. Ich glaube, wir haben damit die Chance, wirklich eine neue Ära einzuläuten, die unserem Sport richtig guttun kann.
In den vergangenen Jahren musste Enduro mit sehr vielen anderen Disziplinen innerhalb eines einzigen Rennwochenendes koexistieren. Jetzt besteht die Chance, Enduro wieder stärker in den Mittelpunkt zu stellen und dem Sport wieder seine eigene Identität und Plattform zu geben, die ihn zu EWS Zeiten so populär gemacht hatten.
Weißt du schon Genaueres darüber, wie es jetzt weitergeht?
Bisher ist Whistler als Destination bestätigt. Darüber hinaus gehe ich davon aus, dass auch einige bekannte Worldcup-Venues aus Europa großes Interesse daran haben werden, Teil der neuen Serie zu sein. Was davon tatsächlich umgesetzt wird, werden sicherlich die nächsten Tage und Wochen zeigen.
Ich bin auf jeden Fall extrem gespannt darauf, was Crankworx jetzt auf die Beine stellen wird. Ich bin aber überzeugt davon, dass das ein massives Upgrade für den Endurosport auf höchster internationaler Ebene werden kann.
Besonders cool finde ich auch, dass die Serie wieder stärker über Europa hinausgehen soll. Ich glaube, für uns Fahrer, aber genauso für die Teams und Sponsoren, bedeutet das einen frischen Wind, den der Sport wirklich gebraucht hat.
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