Laurin Lehner
· 13.02.2024
Premiere in Châtel (Haute-Savoie). Hier fanden zum ersten Mal die UCI Snowbike Championships statt. In zwei Kategorien wurden Medaillen verliehen: Super G und Dual-Slalom.
Der Super G (Super Giant Slalom, zu deutsch: Riesenslalom) führte über eine Abfahrt mit einer Gesamtlänge von 1.957 Metern und einem Höhenunterschied von 600 Metern.
Am Start waren 43 Männer und 7 Frauen. Das Prinzip des Super G mit Mountainbikes ist das gleiche wie beim olympischen Ski- oder Snowboarden. Gestartet wird einzeln. Die Starter/innen mussten ihr Bike an gesteckten Toren vorbei manövrieren. Ein schneller Antritt aus dem Starthaus und Feingefühl in den Kurven sind gefragt.
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...die ehemalige UCI Weltmeisterin im Mountainbike Downhill Morgane Charre (FRA) mit einer Zeit von 2:23,70 Minuten den ersten Rekord auf. Sie galt als eine der Favoritinnen, weil sie ideale Trainingsbedingungen hatte. Doch ihr Vorsprung war nur von kurzer Dauer, denn Veronika Widmann (ITA), fünffache italienische Meisterin in der Abfahrt, fuhr eine Zeit von 2:18,17 Minuten. Dann kam Morgane Such und unterbot auch diese Zeit (2:15,95). Damit ist Morgane Such die erste Weltmeisterin im Super-G bei der UCI Snowbike WM.
... gingen 46 Fahrer an den Start. Der mit Abstand prominenteste Starter war der zweifache UCI Mountainbike Downhill Weltmeister Danny Hart (GBR). Er war mit einer Zeit von 1:57,17 Minuten der erste Fahrer und damit fast neun Sekunden schneller. Am Ende reichte es aber nur für Platz 5. Fast zehn Sekunden schneller als Hart war der Franzose Pierre Thévenard. Der in Châtel lebende Thévenard nutzte seinen Heimvorteil und die idealen Trainingsbedingungen. Am Ende stand das Podium fest: Thévenard gewann Gold, der Ire Kerr Silber und Vincent Tupin Bronze.
Der Super-G war gleichzeitig die Qualifikation für den Dual Slalom am Event-Sonntag.
Am zweiten Tag der UCI Snowbike Weltmeisterschaften stand der Dual Slalom auf dem Programm. Hier starteten jeweils zwei Fahrer im K.O.-System. Das Rennen fand auf einer 510 Meter langen Strecke mit 155 Höhenmetern statt. Die 32 schnellsten Fahrer vom Samstag (Super G) traten gegeneinander an, nur der Schnellste kam in die nächste Runde. Bei den Damen waren alle sieben Fahrerinnen vom Vortag am Start.
Bei den Herren gewann Pierre Thévenard, der damit seinen Super-G-Sieg vom Vortag wiederholte, bei den Damen holte sich die Schweizerin Lisa Baumann Gold.
Im Halbfinale traf Thévenard auf den zweifachen UCI-Abfahrtsweltmeister Danny Hart, im anderen Halbfinale Henry Kerr (IRE) gegen den Super-G-Bronzemedaillengewinner Vincent Tupin (FRA). Im Finale siegte Thévenard vor Vincent Tupin (Silber), Henry Kerr wurde Dritter (Bronze).
Im Dual-Slalom der Damen richteten sich alle Augen auf die Super-G-Goldmedaillengewinnerin vom Samstag, Morgane Such (FRA). Im Halbfinale traf sie auf ihre Landsfrau Morgane Charre (FRA). Gold ging am Ende jedoch an die Schweizerin Lisa Baumann, Silber an die Morgane Such und Bronze an Jolanda Kiener aus der Schweiz.
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Morgane, herzlichen Glückwunsch zum Weltmeistertitel. Wie war die Premiere der Snowbike-WM?
Es war ein Schnellschuss und das hat man der Veranstaltung angemerkt. Das hat man auch im Fahrerfeld gespürt. Die meisten sind zwar schon auf Schnee gefahren, aber meist nur zum Spaß oder beim Megavalanche-Rennen. Ein Super-G und ein Dual-Slalom waren für uns alle neu. Im Fahrerfeld ging es überraschend familiär zu. Wir haben uns alle gegenseitig geholfen.
Wie hast du dich vorbereitet?
Kaum. Ich bin zwar schon schnell auf Schnee gefahren, aber eine gezielte Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft hatte ich nicht. Ich denke, in Zukunft wird das alles viel professioneller ablaufen.
Die Bikes hatten Spikes an den Reifen, was hast du sonst noch am Bike verändert?
Ja, die Spikes waren die größte Änderung. Dabei ging es auch um die richtige Länge der Spikes. Die Federung habe ich straffer eingestellt, denn es gab ja keine Sprünge und kein unebenes Gelände.
Was ist die größte Herausforderung beim Rennen?
Die Ungewissheit. Denn wir konnten nicht trainieren. Das war hart. Wir sind einmal den Hang hinuntergefahren, aber nicht auf der Originalstrecke. Die Organisatoren befürchteten, dass die Strecke für das Rennen zu weich sein würde.
Im Vorfeld haben sich einige Downhill-Promis abfällig über das Schneerennen geäußert. Sind deshalb so wenige Stars gekommen?
Vielleicht. Viele ärgern sich, dass in dieser unbekannten Disziplin auf Anhieb Weltmeisterschaften ausgetragen werden. Schließlich gibt es noch nicht einmal einen Snowbike-Worldcup. Viele andere Disziplinen wie Enduro warten noch auf eine Weltmeisterschaft. Ich verstehe diese Kritik sehr gut. Es gibt das Gerücht, dass die UCI nach einer Möglichkeit sucht, eine weitere Disziplin bei Olympia unterzubringen.
Wie viel Preisgeld bekommt eine Snowbike-Weltmeisterin?
(lacht) Das ist mir ein bisschen peinlich, aber ich weiß es nicht. Man hat mir nichts gesagt und ich habe auch nicht gefragt.

Redakteur