Dimitri Lehner
· 05.08.2025
Trans Madeira hat sich längst als eines der anspruchsvollsten Enduro-Rennen der Welt etabliert. Die Ausgabe 2025 setzte jedoch neue Maßstäbe, indem das Event erstmals über zwei Inseln ausgetragen wurde. Statt der üblichen fünf Tage mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nun sechs Tage lang ihre Ausdauer und technischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Insgesamt 35 Wertungsprüfungen galt es zu bewältigen – eine physische und mentale Herausforderung, der sich auch die Mountainbike-Profis Brendan Fairclough und Andrew Neethling stellten. Ausgerüstet mit ihren Scott Ransom Enduro-Bikes nahmen sie die Strapazen auf sich, die das Rennen mit seinen vielfältigen Terrains mit sich brachte. Von nebelverhangenen Wäldern über schroffe vulkanische Felsformationen bis hin zu schnellen, flüssigen Küstenabfahrten – die portugiesische Inselgruppe bot den Fahrerinnen und Fahrern eine beeindruckende Kulisse und gleichzeitig eine enorme technische Herausforderung.
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Die Belastung durch das sechstägige Format stellte selbst für erfahrene Profis wie Fairclough und Neethling eine außergewöhnliche Herausforderung dar. Nicht nur die körperliche Anstrengung der täglichen Etappen, sondern auch die mentale Komponente spielte eine entscheidende Rolle. "Die schiere Menge über sechs Tage ist offensichtlich hart – plus das Schlafen im Zelt – aber was mich überrascht hat, war, wie körperlich anstrengend es ist, so viele Wertungsprüfungen an einem Tag zu fahren. Man muss wirklich seine Energie managen, nicht nur für die langen Verbindungsetappen, sondern auch für die anspruchsvollen Enduro-Stages, die sich allmählich summieren", erklärte Brendan Fairclough. Die Kombination aus technisch anspruchsvollen Wertungsprüfungen und kräftezehrenden Transferetappen erforderte ein durchdachtes Energiemanagement. Hinzu kam die logistische Herausforderung, sechs Tage lang im Zelt zu übernachten und dabei stets die Ausrüstung in optimalem Zustand zu halten. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bedeutete dies nicht nur eine sportliche, sondern auch eine organisatorische Meisterleistung.
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Bei einem Rennen wie dem Trans Madeira kommt der Wahl des richtigen Materials eine entscheidende Bedeutung zu. Mit dem Scott Ransom setzten Fairclough und Neethling auf ein Enduro-Bike, das für genau solche extremen Anforderungen konzipiert wurde. Mit 170 Millimetern Federweg, einer auf Abfahrtsperformance ausgelegten Geometrie und gleichzeitig hoher Kletterfähigkeit bot das Ransom die nötige Vielseitigkeit, um den unterschiedlichen Herausforderungen der Strecke gerecht zu werden. "Das Ransom ist unglaublich leicht für seine Fähigkeiten. Für Trans Madeira braucht man ein vielseitiges Bike, das oft Kompromisse erzwingt – aber mit dem Ransom muss man nichts opfern.
Es macht alles außergewöhnlich gut. Klettert wie ein Traum und bewältigt raues Gelände mit Leichtigkeit. Außerdem hält es sechs anstrengende Tage durch", lobte Andrew Neethling das Bike. Die Kombination aus Leichtbau und Robustheit erwies sich als ideale Voraussetzung, um sowohl die 1.500 Höhenmeter langen alpinen Anstiege zu bewältigen als auch bei den technisch anspruchsvollen, teils blinden Abfahrten die nötige Kontrolle zu behalten. Über die gesamte Renndauer von sechs Tagen musste das Material extremen Belastungen standhalten – eine Herausforderung, der das Ransom laut den beiden Profis gewachsen war.
Was das Trans Madeira für Fairclough und Neethling besonders machte, war die gemeinsame Erfahrung als langjährige Freunde. Obwohl Enduro grundsätzlich ein Einzelsport ist, zeigte sich bei diesem Rennen der Wert einer eingespielten Partnerschaft. Die beiden Profis kennen sich seit Jahren und haben gemeinsam bereits zahlreiche Rennen und Abenteuer bestritten. Diese Erfahrung zahlte sich nun aus, denn sie konnten sich gegenseitig unterstützen und motivieren, wenn die Kräfte nachließen. "Mit Brendan gibt es nie einen langweiligen Tag. Wir sind oft Yin und Yang. Wir haben die Welt zusammen gesehen, daher fühlte es sich natürlich an, eine wilde Herausforderung wie diese anzunehmen. Wir kennen uns so gut – wir konnten erkennen, wenn einer von uns zu kämpfen hatte, und entweder pushen oder etwas Humor einwerfen, um die Stimmung zu heben. Es gibt keinen besseren Kerl, mit dem man das machen kann", erklärte Andrew Neethling. Diese Dynamik half ihnen, die sechs anstrengenden Tage zu überstehen. Sie wechselten sich bei der Führung auf den Verbindungsetappen ab und konnten sich bei technisch anspruchsvollen Passagen gegenseitig Tipps geben. In schwierigen Momenten sorgte der richtige Spruch zur richtigen Zeit für die nötige Motivation, um weiterzumachen.
Madeira hat sich in den letzten Jahren zu einem der begehrtesten Mountainbike-Destinationen Europas entwickelt. Die portugiesische Inselgruppe bietet eine einzigartige Kombination aus atemberaubenden Landschaften und technisch anspruchsvollen Trails. Das Trans Madeira nutzt diese Vielfalt und führt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer quer über die Insel, wodurch sie die unterschiedlichsten Terrains und Klimazonen erleben. Von dichten, nebelverhangenen Wäldern im Hochland bis zu sonnendurchfluteten Küstenabschnitten bietet die Strecke ständig wechselnde Eindrücke und Herausforderungen. Die Erweiterung des Rennens auf eine zweite Insel für die Ausgabe 2025 verstärkte diesen Aspekt noch weiter und bot den Fahrerinnen und Fahrern zusätzliche landschaftliche und technische Vielfalt. Die Kombination aus natürlichen Trails und speziell für das Mountainbiken angelegten Strecken macht Madeira zu einem idealen Austragungsort für ein Rennen dieses Formats. Die technischen Passagen fordern selbst von Profis wie Fairclough und Neethling höchste Konzentration und Können.
Ein sechstägiges Enduro-Rennen wie das Trans Madeira stellt besondere Anforderungen an die Regenerationsfähigkeit der Athletinnen und Athleten. Anders als bei eintägigen Events ist hier nicht nur die reine Leistungsfähigkeit entscheidend, sondern vor allem die Fähigkeit, sich über Nacht ausreichend zu erholen, um am nächsten Tag wieder Höchstleistungen abrufen zu können. Fairclough und Neethling mussten daher besonderes Augenmerk auf ihre Ernährung, Flüssigkeitszufuhr und Schlafqualität legen – trotz der erschwerten Bedingungen im Zeltlager. Die richtige Balance zwischen Anstrengung und Erholung zu finden, war ein entscheidender Faktor für den erfolgreichen Abschluss des Rennens. Hinzu kam die mentale Komponente: Sechs Tage lang höchste Konzentration aufrechtzuerhalten, besonders auf den technisch anspruchsvollen Abfahrten, erforderte ein hohes Maß an mentaler Stärke. Die Erfahrung der beiden Profis zahlte sich hier aus, da sie wussten, wann sie an ihre Grenzen gehen konnten und wann es besser war, etwas konservativer zu fahren, um Stürze und damit verbundene Verletzungen zu vermeiden, die das gesamte Rennen hätten beenden können.

Redakteur