BIKE: Tarek, was habt ihr vor?
Tarek Rasouli: Wir fahren vom Münchner Olympiapark bis nach Riva del Garda. Meine erste Alpenüberquerung überhaupt.
BIKE: Ausgerechnet du hast noch nie die Alpen mit dem Bike überquert?
Rasouli: Ich war Freerider. Wir fuhren einzelne Spots und Bikeparks, aber nicht tagelang von A nach B. Wenn Karl Platt und die anderen zum Gardasee aufbrachen, dachte ich oft: Das würde ich auch gern machen. Jetzt hole ich es nach.
BIKE: Wie sieht eure Route aus?
Rasouli: Über Garmisch und die Area 47 nach Sölden, dann übers Timmelsjoch nach Meran. Anschließend geht es über die Paganella bis nach Riva.
BIKE: Zelt, Kocher, Schlafsack?
Rasouli: Nein, Kreditkarten-Bikepacking. Wir schlafen im Hotel. Mein Abenteuergeist ist groß, meine Sehnsucht nach Isomatten eher klein.
BIKE: Wie lang sind die Etappen?
Rasouli: Unterschiedlich. Am ersten Tag stehen gleich mehr als 100 Kilometer an. Damit wir nicht zu früh ankommen, haben wir uns schon auf den ersten 30 Kilometern ein wenig verfahren.
BIKE: Wie schnell bist du mit deinem Bowhead Handbike?
Rasouli: Knapp 30 Kilometer pro Stunde sind drin. Im Schnitt fahren wir derzeit etwa 20. Es geht aber nicht um Rekorde. Ich will die Strecke erleben – und unterwegs auf die Trails.
BIKE: Warum ist die Tour gerade jetzt möglich?
Rasouli: Mein Bowhead ist geländetauglich und hat einen neuen Bosch-Motor. Damit kann ich nicht nur Strecke machen, sondern auch im Bikepark fahren. Ohne dieses Bike bliebe die Alpenüberquerung ein Traum.
BIKE: Welche Motivation steckt hinter der Alpenüberquerung – nur Spaß oder mehr?
Rasouli: Das Erlebnis steht im Vordergrund. Natürlich ist es auch schön, das Erlebnis mit anderen zu teilen. Daher drehen wir einen Film darüber.
BIKE: Wann und wo gibt es den zu sehen?
Rasouli: Im Rahmen der EOFT Bikefilmtour 2027. Die Premiere findet am 4. März 2027 statt.
BIKE: Was ist der Plotn des Films?
Rasouli: Zwei Freunde fahren gemeinsam über die Alpen: Danny MacAskill und ich. Wir waren vorher kaum zusammen unterwegs, deshalb lebt der Film auch von unserer Dynamik. Es soll keine Heldensaga werden, sondern ein Roadmovie mit Schweiß, Pannen und hoffentlich viel Spaß und Quatsch.
BIKE: Wusstest du vorher, dass die Chemie stimmt?
Rasouli: Wir haben im vergangenen Jahr einen Testlauf gemacht. Danach war klar: Das funktioniert. Zumindest lange genug für eine Alpenüberquerung.
BIKE: Wo liegen die sportlichen Höhepunkte?
Rasouli: Im Bikepark Sölden und an der Paganella. In Sölden bleiben wir einen Tag, im Trentino drei. Dort haben wir genug Zeit, um richtig zu fahren und zu filmen.
BIKE: Ihr reist nicht allein.
Rasouli: Nein, unterwegs stoßen Freunde dazu. Karin Eller begleitet uns ab Garmisch. In Sölden treffen wir Greg Minnaar und Sam Pilgrim, später kommt Kriss Kyle dazu.
BIKE: Klingt nach ziemlich prominenter Reisegesellschaft.
Rasouli: Die Namen sind groß, aber entscheidend ist etwas anderes: Die Menschen müssen zu uns und zur Geschichte passen. Alle sind handverlesen. Es geht nicht um möglichst viele Stars im Bild, sondern um gute Begegnungen.
BIKE: Was wäre am Ende der schönste Moment?
Rasouli: In Riva anzukommen und zu denken: Warum habe ich das nicht früher gemacht? Wobei ich nach der ersten 100-Kilometer-Etappe vielleicht auch denke: Gut, dass ich so lange gewartet habe.

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