Emil Moser gehört zu den jungen Wilden, die mit lässigem Style und krassen Stunts die Social-Media-Welt erobern. Was ihn von der Masse abhebt? Während die meisten Web-Shredder auf Dirtbikes abheben, fliegt der 22-Jährige mit seinem E-Enduro durch die Luft. Wir zeigen die sechs Highlights an seinem Setup.
| Modell | Cannondale Moterra LT |
| Größe | M |
| Gewicht | 23,3 kg (800 Wh Akku) |
| Federweg | 160 / 165 mm |
| Besonderheiten | Singlespeed, 27,5-Zoll-Laufräder, Barspin-Setup |
Wiederholung ist das A und O, wenn neue Tricks und Manöver nicht nur klappen, sondern ins Muskelgedächtnis übergehen sollen. Genau hier spielt das E-Bike seine größte Stärke aus. Damit sammle ich in derselben Zeit schlicht doppelt so viele Versuche – etwa an einem Sprung. Während ich mit dem klassischen Dirtbike nach einem Run zurück zum Start schiebe, bin ich mit dem Moterra schon zum zweiten Mal wieder oben.
Das höhere Gewicht sorgt zudem in der Luft für eine spürbar stabilere Flugbahn. Gerade bei viel Airtime bringt mir das ein sattes Plus an Sicherheit. Im Bikepark mit Lift ziehe ich dem Moterra allerdings den Stecker und nehme den Akku raus. Denn ohne Akku ist die Gewichtsverteilung noch besser. Schwer in der Mitte, vorne und hinten angenehm leicht. Das Ergebnis: Rotationen um die eigene Achse gelingen maximal leicht.
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Worst Case beim Springen? Du setzt zum Absprung an, drückst dich ab – und plötzlich walkt der Reifen zur Seite weg. Zack, die Energie verpufft und im schlimmsten Fall flacht die Flugbahn so stark ab, dass die Landung zur Lotterie wird. Deshalb fahre ich meine Reifen steinhart: 3 bis 3,5 Bar. So fühlt sich das Bike berechenbarer an. Bin ich auf normalen Trails unterwegs, lasse ich etwas Luft ab. Zwei Bar sind dann mein grober Richtwert.
Nein, danke! Ich schwöre auf Schläuche. Erstens: Ich habe keine Lust auf die Tubeless-Sauerei beim Reifenwechsel. Zweitens – und noch wichtiger – verliere ich keine Luft, wenn mir der Reifen im Anlieger oder bei Kompressionen doch mal kurz aus dem Felgenbett hüpft.
| Laufräder | Custom-Laufräder mit Alex-Rims-Felgen, aufgebaut von Laced-Lab |
| Reifen / Luftdruck | Vittoria Mazza mit Trail-Casing; steinhart, Luftdruck per Hand geprüft |
Bei meiner Gabel handelt es sich um eine Manitou Mezzer, beim Dämpfer um einen DHX Performance Coil von Fox. Beim SAG peile ich vorne wie hinten die standardmäßigen 30 Prozent an. Spannend wird das Setup erst bei der Zugstufendämpfung – die fahre ich nämlich maximal langsam. Für feines Ansprechverhalten im ruppigen Gelände ist das alles andere als ideal, beim Springen jedoch essenziell. Federt vor allem die Gabel nach dem Absprung zu schnell aus, zieht dieser Impuls das Vorderrad nach unten. Das Resultat: ein klassischer „Nose-Dive“. Die Front taucht in der Luft ab, und bei der Landung droht der Abflug über den Lenker. Die langsame Zugstufe verhindert das und ermöglicht eine kontrollierte, sichere Flugphase.
Bei meinem Fahrstil gehören Stürze zur Tagesordnung. Umso wichtiger, dass ich nach jedem Einschlag nicht direkt in die Werkstatt muss. Also habe ich das defektanfälligste Bauteil am E-Bike konsequent eliminiert: die Schaltung. Die Entscheidung fiel leicht. Da ich ohnehin ausschließlich im Turbo-Modus unterwegs bin, reicht mir ein Gang selbst im Uphill völlig aus. Also habe ich kurzerhand Kassette, Schaltwerk und Schalthebel abgebaut, stattdessen einen Singlespeed-Kettenspanner und eine massive 8-fach-Kette montiert. Seitdem ist mein Bike praktisch unzerstörbar.
Ab Werk kommt das Cannondale Moterra LT mit Mullet-Bereifung. Für noch mehr Spieltrieb habe ich das 29er-Vorderrad gegen ein 27,5er getauscht.
Emil Moser ist 22 Jahre alt, 174 cm groß und wiegt 70 Kilogramm. Er absolviert eine Ausbildung zum Steinmetz und verfolgt in seiner Freizeit eine strikte No-Party-Policy. Statt durchzechter Nächte möchte er sich voll aufs Biken konzentrieren – und nicht am nächsten Tag einen Kater auskurieren.