Mit dem Fahrrad zum TrainingFC Bayern - Trainer & Torwart vorbildlich auf dem Rad

Sebastian Brust

 · 30.07.2026

Die Bayern-Stars sortieren ihre Bikes für die Fahrt vom Hotel zum Trainingsplatz in Rottach-Egern am Tegernsee.
Foto: dpa/pa/Bahho Kara

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Die Bayern-Spieler sind von der WM zurück und trainieren wieder am Tegernsee. Dort nutzten sie das Fahrrad für den Weg zum Training. Torwart Sven Ulreich bewies dabei besonders stilvoll, wie gut ein Fahrradhelm zum Sportler-Image passt. Die Bikes, die sie fuhren, machten uns aber erst mal stutzig.

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Die Fußballer vom FC Bayern München starten die Vorbereitung auf die neue Saison. Am Tegernsee rollt bereits der Trainingsball. Und auch die Bayern-Stars rollen - mit dem Fahrrad zum Training. Vorbildlich, könnte man meinen. Doch unserem kritischen Blick sind mehr als nur Haltungsfehler aufgefallen. Eine Spieleranalyse mit Augenzwinkern.

Grundsätzlich ist es ja gut, dass sich Fußball-Profis immer öfter auf dem Fahrrad der Öffentlichkeit präsentieren. Wer so sportlich wie ein Bundesliga-Profi ist, fährt schließlich auch nicht mit dem dicken Auto zum Bäcker, oder? Unterstützt werden sie vom Sponsor, in dem Fall Scott Sports. Die fragwürdigen Signale, die dabei teilweise ausgesendet werden, machten uns stutzig. Das sollte ihnen vielleicht mal jemand sagen.

Auf dem E-Bike ein paar Meter durchs Dorf

Also, liebe Fußball-Stars, es geht damit los, dass ihr für die paar Meter vom Hotel zum Trainingsplatz offenbar Motorunterstützung braucht. Nur die beiden Torhüter Manuel Neuer und Jonas Urbig kamen auf motorlosen Scott-Mountainbikes. Der Rest schaukelte bequem auf langhubigen E-MTBs durch Rottach-Egern am Tegernsee.

Ihr seid doch Sportler! Wir bei BIKE wissen vielleicht mehr als andere, wie sehr das E-MTB seine Berechtigung im bunten Spektrum der Fahrradtypen hat. Aber - Manuel Neuer und Jonas Urbig sehen das offenbar als Einzige ähnlich - in diesem Fall macht doch eine Variante ohne Motor den viel dynamischeren, motivierteren Eindruck. Die trainierten Fußballerbeine können obendrein so besser glänzen.

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Auch im Sitzen kann man Haltung zeigen

Überhaupt: Liebe Fußball-Stars, dass ihr in Trainingsklamotten und Sneakers die kurze Fahrt durchs Dorf macht, geschenkt. Aber wie bitte sitzt ihr denn teilweise auf dem Rad? Den Sattel viel zu tief eingestellt, die Hände auf den Griffen und die Füße auf den Pedalen bloß lustlos abgelegt, manche schlurfen gar mit dem Handy in der Hand an den Fans vorbei. So packt man doch keine neue Saison an!

Die korrekte Sitzposition auf dem Fahrrad ist mehr als eine Sache von Sicherheit, Ergonomie und Effizienz. Sportlich, dynamisch, dabei locker und grazil, vielleicht ein Lächeln auf den Lippen - auf dem Fahrrad kann man einfach sitzen, oder Haltung zeigen. Auf machen Bildern lassen die Bayern-Stars eine gewisse Souveränität vermissen.

Neuer Standard: Auslaufmodell

Dann: Was genau sind das denn für Räder, die die Bayern-Stars da fahren? Kann ich die auch kaufen? Schnell auf der Webseite des Herstellers nachschauen, welche Modelle genau uns da vorgeführt werden, scheitert erst mal. Einzig das Trainerbike von Vincent Kompany (40) ist ein Scott Patron der aktuellen Generation >> (hier im BIKE-Test).

Die anderen Räder sehen zwar aus wie neu, kaufen kann man sie aber höchstens noch im Schlussverkauf oder gebraucht. Die Scott Scale Carbon-Hardtails von Neuer und Urbig und die Scott Patron eRide E-Bikes sind so bereits 2023 eingeführt worden.

Wenn das jetzt eine von vorne bis hinten wohl durchdachte Marketingkampagne sein soll, was bitte ist die Botschaft? Wahrscheinlich: Der FC Bayern ist nachhaltig und nutzt seine Fahrräder über viele Jahre hinweg. Oder: In München kauft man schlau im Sale oder auch wiederaufbereitete Refurbished-Bikes? Vielleicht hat der Sponsor einfach mal die Gelegenheit genutzt und alte Lagerbestände unter die Leute gebracht.

Wo Können und Erfahrung versagen - schützt der Helm

Zum Schluss, leider immer wieder: Fahren ohne Helm. Oder falsch sitzendem Helm. Wo doch jeder weiß, dass der Fahrradhelm eben kein Haarkonservator ist - den gibt es nur im Fernsehen. Bei einem Sturz zählt nur der Kopfschutz, gerade Alltagsfahrten wie der Weg zum Bäcker oder eben zum Trainingsplatz bergen Risiken durch Unachtsamkeit.

Stellt dir doch mal vor, du bleibst mit dem Lenker in so einem Gitter hängen oder eine zu gierige Fan-Hand greift und hält dein Handgelenk zu lange fest. Da haut’s dich doch unvermittelt auf die Nase! Die Botschaft bleibt klar: Der Helm schützt, wo Können und Erfahrung versagen. Auch Stars sollten ihn tragen – besonders wegen ihrer Vorbildfunktion für Millionen Fans. Korrekt angezogen, sieht das dann auch sehr gut aus!

Vorbildfunktion der Profis

Profisportler wie die Bayern-Stars genießen Heldenstatus. Ihre Vorbildfunktion erstreckt sich über den Sport hinaus. Wenn solche Promis ohne Helm fahren, senden sie ein falsches Signal. Auch Weltklasse-Athleten sind auf dem Fahrrad verwundbar. Die Reflexe eines Manuel Neuer helfen nicht, wenn das Vorderrad auf nassem Laub wegrutscht. Also zeigt Stil und Haltung, auch auf dem Fahrrad. Immer mehr. Immer öfter.

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Sebastian Brust ist Jahrgang 1979 und ursprünglich vom Klapprad der Oma sozialisiert, seit seinem fünften Geburtstag aber hauptsächlich auf Stollenreifen unterwegs. Liebt alle Arten Bikes – und das Verschmelzen mit der Natur. Findet, dass Scheibenbremsen heute viel sicherer sind als vor 15 Jahren und glaubt, mit seinen Bremsen- und Belagstests dabei geholfen zu haben. Dass sich die Fahrradindustrie an anderer Stelle ausgerechnet an für ihn falschen Idealen der Autobranche orientiert, bedauert der gelernte Ingenieur für Fahrzeugtechnologie allerdings sehr. Bei BIKE korrigiert, produziert und organisiert er digitalen Content auf der Webseite.

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