Bei seinem Rampage-Debüt 2019 stürzte Bienvenido “Bienve” A. Alba schon kurz nach dem Start als er einen Frontflip-Drop versuchte – das vorzeitige Aus für ihn. Seine zweite Rampage-Chance wollte der Spanier nutzen, komme was wolle. Und wie er sie 2023 nutze! Ergebnis: drei Awards und der fetteste Frontflip in der Geschichte der Red Bull Rampage. Wir sprachen mit Bienvenido Alba über sein Bike, das er zum Superflip durch die Luft wirbelte.
FREERIDE: Dein Bike sah ziemlich flashy aus. Wie nah ist dein Rampage Bigbike am YT Tues, das ich im Internet bestellen kann?
Alba: Der Rahmen ist so wie du ihn bestellen kannst, natürlich habe ich die Teile meiner Sponsoren Spank und Ergon dran geschraubt und die Lackierung ist, wie du dir denken kannst, auch nicht Serie. Für die Rampage nehme ich Rahmengröße S, denn da fallen mir die Tricks leichter.
Wie kam das Design zustande?
YT hat mich damit überrascht. Ich ahnte nichts davon bis zum Training für die Rampage. Mir gefiel das Design richtig gut. Schön flashy, ein wahrer Hingucker. Von all den Rampage-Bikes – die meisten hatten eine Speziallackierung – hat es mir am besten gefallen. Einige wirkten regelrecht fad gegen meines.
Die Fotografen und Filmer werden dich geliebt haben mit den kräftigen Farben im momentanen Schwarz-Trend.
Oh ja, auf Fotos stach das Bike heraus, aber auch meine dazu passenden Klamotten machten mich zum Farbklecks. Besonders, wenn ich durch den blauen Utah-Himmel flog.
Warum fährst du Singlespeed?
Das ist sicherer. Im Bikepark oder bei der Red Bull Rampage brauche ich keine Schaltung. Singlespeed bedeutet weniger Gewicht, weniger Geräusche, weniger Probleme. Eine Schaltung am Bigbike willst du nur, wenn du Rennen fährst. Mit Schaltung schlackert die Kette viel zu stark, wenn ich nach einem Motowhip oder 360er lande. Einige der Rampage-Fahrer sehen das wie ich, da bin ich nicht alleine – viele fahren Singlespeed.
Ich habe einen Mudguard an deiner Gabel gesehen.
Das ist ein Sponsorship-Deal. Ich muss ihn immer fahren, doch das macht mir nix aus. Er ist so leicht, dass ich ihn nicht spüre und wenn ich ihn brauche, dann hab’ ich ihn. Ziemlich praktisch.
Wie stimmst du dein Fahrwerk ab?
Ich packe alle Tokens rein, die reingehen. 100 Prozent Tokens. Besonders im Heck. In der Gabel kann’s auch 80 Prozent sein. Für die Rampage stell ich den Rebound so langsam wie möglich ein. Eigentlich dreh ich ihn voll zu. Nur den Highspeed-Rebound lass ich ein bisschen offen. Wie auch die Highspeed-Druckstufe. Sonst alles zu. Ich will auf keinen Fall nach der Landung wieder abheben. In den Dämpfer presse ich 280 Psi und in die Gabel 105. Super straff.
Im Heck deines Bikes steckt ein Luftdämpfer. Warum?
Mit einem Stahlfederdämpfer klebt das Heck am Boden. Für Racing und maximalen Speed ist das super. Ein Luftdämpfer dagegen will springen, abheben und höher fliegen. Für Tricks und Sprünge gefällt mir ein Luftdämpfer viel besser. Auch wenn du alles machen willst mit deinem Bike – das kriegt ein Luftdämpfer einfach besser hin.
Du kamst eigentlich vom Dirtjumpen, hattest mit Federung wenig zu tun. Wie hast du dich da eingefuchst?
Du hast Recht, anfangs hatte ich wenig Ahnung und mir mit dem Setup schwer getan. Woher sollte ich es auch wissen. Beim Dirtjumpen gilt die Devise: schön hart! Im Zweifel hab ich mir meine Fullys auch so straff wie möglich gemacht und satt Rebound reingedreht. Erst mit der Zeit lernte ich die Finessen. Vor allem dank meiner Federungssponsoren. Mit denen Mechanikern und Experten von Fox habe ich Tests gemacht und viel ausprobiert. Spätestens seit „Proving Grounds 2019“ habe ich Federungs-Setup ganz gut raus. Und daheim in Bareclona helfen mir bei Fragen die Jungs in einem Shop. Der nennt sich Doctor Racing Suspension.
Die Reifen spielen bei der Rampage eine große Rolle. Wie gehst du da vor?
Ich benutze eine Michelin-Kombi aus DH 22 und DH 34. Vorne pumpe ich 2,5 und hinten 2,7 Bar in die Tubeless-Reifen, dass die Schlappen satt sitzen. Denn das Letzte was ich will, ist ein Reifen, der bei der Landung zu sehr walkt oder mir gar von der Felge springt. Denn dann wird es schnell unkontrolliert.
Spezielle Wünsche beim Cockpit?
Oh ja. Obwohl ich ein kleiner Typ bin, mag ich einen breiten Lenker: 790 Millimeter für schön viel Kontrolle. Ganz entscheidend: die Griffe. Ich mag sie gerne dünn und straff. Daher fahre ich die Schraubgriffe Ergon GFR1.

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