Man nehme: Berge, Biker, Blumen. Mehr braucht es nicht. Theoretisch. Praktisch aber gelingt dieses Rezept nur denen, die wissen, wann das Licht kippt, der Wind kurz innehält und der Rider genau im richtigen Moment abhebt. Beim Franzosen Jean-Baptiste Liautard hat genau das geklappt. Er richtet die beiden Freerider Hugo Frixtalon und Brendan Howey an wie Hauptdarsteller in einem Naturballett: vorn gelbe Primeln, dahinter die schroffen Alpengipfel, dazwischen ein Moment Schwerelosigkeit. Foto: JB Liautard/Red Bull
Ein Bild, das nach Frühling riecht und nach Staub schmeckt. Wenn alles klappt, schafft es das fertige „Foto-Gericht“ in die Auswahl des Foto-Wettbewerbs Red Bull Illume.
- BIKE-Redakteur Dimitri Lehner
E-Motoren haben unseren Sport revolutioniert – das wissen wir alle. Die meisten von uns nutzen den Motor als Steighilfe, um noch ausgiebiger die Bergwelt zu erkunden (Foto unten). Chris Akrigg jedoch entdeckt mit seinem E-Enduro Neuland und lotet die Grenzen des fahrtechnisch Machbaren aus. Für viele zählt der medienscheue Engländer zu den besten Bikern der Welt. Unbedingt gucken: sein Edit „Hard Enduro“ auf Youtube. Foto: Simon Skafa (unten), Rupert Fowler (rechts)Wenn Wege Geschichte erzählen. Historische Orte verleihen dem Bike-Ride eine besondere Faszination.
Für mich ist es wie ein Puzzle: Etwas zu schaffen, das auf den ersten Blick unmöglich erscheint – das fühlt sich klasse an! - Extrem-Biker Chris Akrigg
Was ist da denn los? Mitten durchs Haus – gibt’s doch nicht! Gibt’s doch: in Valparaíso, Chile. Seit 2003 findet in der Hafenstadt das vielleicht gefährlichste Downhill-Rennen der Welt statt, das Red Bull Cerro Abajo. Steil, schnell, technisch, eng. Über Treppen, durch Häuser, über Straßenschluchten. Favorit und Vorjahressieger Tomáš Slavík stürzte im Training schwer, schaffte auf der Jagd nach seinem fünften Sieg aber dennoch einen top Run im Finale. Unser City-DH-Ass Johannes Fischbach verpasste knapp die Quali. Am Ende sauste der Kolumbianer Sebastián Holguín als schnellster ins Ziel. Nächster Stopp: Genua. Foto: Gonzalo Robert/Red Bull
„Jeder will Valpo fahren, bis er dort ist!“
– Champion Sebastián Vásquez über das Horror-Race in Chile.
BIKE: Gratulation! Du bist der erste Deutsche, dem es gelingt, Crankworx-Gold zu holen.
ERIK FEDKO: Vielen Dank. Allerdings finde ich, dass der Red Bull Joyride und der Red Bull District Ride das höchste Prestige haben: Meine dritten Plätze dort waren meine absoluten Karriere-Highlights.
Wo ist deine Goldmedaille jetzt?
Ich bin aktuell noch in einer Ferienwohnung in Queenstown, Neuseeland, und tatsächlich hängt die Goldmedaille gerade an der Wand in meinem Zimmer.
Der Wettkampf in Christchurch war eine Zitterpartie. Als Nicholi Rogatkin in seinem zweiten Lauf einen 1080er und einen Cashy Tailwhip zeigte, schienst du besorgt, dass er dir die Führung abnimmt.
Ja, ich war nervös, als ich oben stand und auf einmal vor dem Shootout Vierter war. Allerdings wusste ich, dass ich die Führung übernehme, wenn ich meinen Trick lande – und genau das ist passiert.
Durch das neue Format hast du die Führung dann wieder verloren. Hast du in diesem Moment das geänderte Prozedere verdammt?
Ja, ich dachte kurz: „Shit, ohne das neue Format hätte ich jetzt schon gewonnen.“
Für die Zuschauer wird es spannender, für euch Athleten muss es nervenzerreißend sein. Was sagst du zum neuen Format?
Es addiert einen zusätzlichen Stressfaktor zu den bereits vorhandenen, wie Wind und Wetter – und zu dem bereits bestehenden Risiko.
Wird das jetzt bei allen Events so gehandhabt?
So wie es aussieht, ja. Wir werden es beim Crankworx in Rotorua herausfinden.
Beim Shootout zeigt jeder seinen Supertrick. Kann die Jury den überhaupt einschätzen?
Ich finde, die Jury hat es in Christchurch sehr gut und fair eingeschätzt.
Kann außer dir jemand deinen Supertrick?
360 Downsidewhip to Seat Grab Indian Air – den habe ich bis jetzt noch von keinem gesehen!

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