Dieser Typ hat das Action-Gen in seiner DNA: Manuel Lettenbichler. Seit seinem fünften Lebensjahr fährt der Rosenheimer Trial-Motorrad. Heute zählt der 27-Jährige zu den Stars der Disziplin Hard Enduro (wer’s nicht kennt, unbedingt auf Youtube suchen). Wenn „Letti“ nicht gerade Wettkämpfe wie das legendäre Red Bull Erzberg Rodeo gewinnt, shreddet er im Bikepark – wie hier in Leogang. Natürlich immer mit einer fetten Staubfontäne am Hinterrad. Foto: YT/Florian Ecker
Weckt den Jake Taylor in Euch und surft über die Trails wie der Madman aus Kanada.
- BIKE-Redakteur Dimitri Lehner
Karrenwege, Schmugglerpfade, Fluchtrouten über die grüne Grenze, Schützengräben ... Heute macht es Spaß, die Überbleibsel der Vergangenheit mit dem Bike zu erkunden – wie Kilian Bron (oben) die alten Gebrigsjägerstellungen in den Dolomiten oder David Cachon, der durch den Chemin de la Mâture in den Pyrenäen rollt. Paul Marie Leroy ließ diese Felsen-Trasse 1772 in den Berg meiseln, um Baumstämme aus dem Bergwald ins Tal zu transportieren – für Schiffsmasten der französischen Flotte.
Wenn Wege Geschichte erzählen. Historische Orte verleihen dem Bike-Ride eine besondere Faszination.
200 Meter geht es senkrecht hinab in die „Gorges de l’Enfer“, die Höllenschlucht. Darüber, wie mit dem Lineal in die Wand gezogen, verläuft ein 1.200 Meter langer Balkon aus Stein: der Chemin de la Mâture. Vier Meter hoch, vier Meter breit, über fast einen Kilometer direkt aus dem Fels gehauen. Gegenüber, auf der anderen Seite der Schlucht, wacht das Fort du Portalet wie eine Filmkulisse aus einer anderen Zeit.
Man geht hier nicht einfach. Man tastet sich vor – mit der Hand am rauen Stein, dem Blick zwischen Abgrund und Horizont. Der Weg klebt am Felsen, als hätte ihn jemand mit Trotz hineingeschnitten.
Seine Existenz verdankt der Pfad keinem romantischen Wanderimpuls, sondern der großen Politik. Ab 1660 wollten Louis XIV und sein Minister Jean-Baptiste Colbert Frankreich zur Seemacht machen. Doch gutes Holz war knapp – und teuer. Also wandte man sich den Wäldern der westlichen Pyrenäen zu. Hohe, gerade Tannen für Masten, Buchen für Ruder, Buchsbaum für Achsen und Rollen.
Das Problem: Die besten Stämme wuchsen dort, wo niemand freiwillig hinkam. Über der engen, schroffen Schlucht musste ein Durchgang her, breit genug für Ochsenkarren, die tonnenschwere Stämme zogen. 1772 war das Werk vollendet – ein technisches Wagnis, von Ingenieuren der Marine geplant und von Arbeitern Zentimeter für Zentimeter aus dem Fels geschlagen.
Die gefällten Bäume wurden anschließend auf dem Fluss zu Tal geflößt, Richtung Bayonne, hinein in die Werften des Königreichs. 1778 war der Wald erschöpft. Der Weg blieb.
Heute ist der Chemin de la Mâture Teil des GR 10, jenes legendären Fernwanderwegs, der die Pyrenäen vom Atlantik bis zum Mittelmeer durchquert. Wo einst Schiffsmasten für die Kriegsflotte transportiert wurden, ziehen nun Rucksacktouristen vorbei. Oder David Cachon rollt mit seinem Enduro auf dem Felsband entlang. Wir raten vor dem Husarenstück allerdings ab, überlasst das bitte dem Trail-Weltmeister.
Der Fels trägt noch immer die Spuren der Werkzeuge. Und wer hier entlanggeht, spürt: Manchmal entstehen die spektakulärsten Wege nicht aus Fernweh – sondern aus Machtpolitik, Holzbedarf und einer ordentlichen Portion Ingenieursmut.
Pilgerstätte Moab, Utah. Bergwildnis. Sehnsuchtsort aller Mountainbiker. Bei diesem Foto hört man unweigerlich den Adler schreien und sieht Mountainman Jeremiah Johnson mit der Hawken Kaliber .50 in der Armbeuge auf der Klippe stehen. Wir sagen: Ein Trip nach Moab gehört auf jede Bucketlist. Pflichtprogramm: der legendäre Slickrock-Trail – die ultimative Pilgerstätte des Mountainbiking. Foto: Forest Woodward
Jackson Goldstone galt als klarer Favorit bei der Red Bull Hardline in Tasmanien. Niemand „flog“ so souverän durch den Kurs wie der amtierende Downhill-Weltmeister. Doch kurz vor der Qualifi-kation stürzte der 22-Jährige im Training. Der Final-Run fiel aufgrund von Regen aus; gewertet wurde die Quali – Ergebnis: „nur“ Platz neun für Goldstone. In Sachen Style blieb er dennoch unbestritten die Nummer eins. Und damit meinen wir nicht sein lachs-farbenes Outfit. Foto: G. Murray/Red Bull
Säulen aus Licht in Blackrock, Oregon. Biker Austin Hemperley verrenkt sich in der Luft zum Eurotable, während Fotograf Caleb Ely die Sonnenstrahlen zwischen den Bäumen in Lichtsäulen verwandelt und bereits vom Fotopreis Red Bull Illume träumt – denn dafür wird er diesen Supershot später einreichen.

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