Das sind die Farben, nach denen wir uns in der tristen Jahreszeit sehnen. Bike-Abenteurer Alban Aubert surft durch goldene Gräser in Niseko, Japan. Das Ski-Ressort Gran Hirafu ist berühmt für seine Powderruns im Winter, doch jetzt soll hier ein TrailNetz über den Berg gespannt werden, um die Region nicht nur für Tiefschnee-Junkies attraktiv zu machen, sondern in der schneefreien Zeit auch Mountainbiker anzulocken.
„Let’s go – Bunnyhop!“, würden wir David Cachon im ersten Foto am liebsten zurufen. Doch das Gap in der Brücke ist selbst für den Trial-Weltmeister zu groß. Die España Vaciada – die Landflucht – treibt in Spanien die junge Bevölkerung in die Städte und hinterlässt im Herzen Spaniens Geisterdörfer und Lost Places. „Das ist bitter auf der einen Seite“, sagt David Cachon, „auf der anderen Seite entstehen so Abenteuerspielplätze, die mich besonders reizen.“ Hier geht David in Yesa am Fuße der Pyrenäen auf Entdeckungstour.
Ich liebe Lost Places. Sie sind einsam, magisch und stecken voller Herausforderungen. – David Cachon
Das Bike fliegt, die blonden Locken wirbeln – Freeride-Profi William Robert segelt durch seinen eigenen Bikepark. In einem Wald im Süden von Paris hat sich der junge Franzose ein privates Paradies aus Sprüngen und Stunts gebaut. Ideal, um das Bike seines neuen Sponsors (Forbidden Druid GorE) ausgiebig zu testen – vor allem natürlich auf Flugtauglichkeit. Hochschieben nach den Runs entfällt, denn das Bike ist mit einem kräftigen Motor ausgestattet.
Man kann über die Frage streiten, wo die Wiege des Freeridens liegt (es heißt tatsächlich: die Wiege liegt, nicht steht). Die einen behaupten: Ganz klar an der Northshore (niemand sagt: an der Northshore. Alle sagen: am Northshore, was orthographisch aber falsch ist) von British Columbia. Die anderen glauben: In Nelson, B.C. Wie auch immer, die Trailbauer in Nelson, im Hinterland von British Columbia, nahe der US-Grenze, sind wahre Künstler. Sie inszenieren ihre Stunts mit Liebe zum Detail, wie diesen Drop aus Zedernholz. Freerider Russ Fountain kriegt davon allerdings wenig mit auf seiner Sturmfahrt ins Tal.
BIKE: Wie kamst du auf die Idee zu dem Stunt?
Matt Jones: Durch ein Videospiel für Biker – Mavrix. Ich wollte einen Stunts wie im Videospiel machen – ein Sprung durch zwei aneinander vorbeifahrende LKW.
Du bist über Hausdächer gesprungen, hast neue Tricks erfunden, beim Darkfest den 110 Footer geschafft und bei der Red Bull Hardline das berühmt-berüchtigte Rivergap. Alles Knochenbrecher-Stunts! Wo ordnest du deinen LKW-Sprung da ein?
Der Sprung durch die zwei LKW ist bei weitem das Gefährlichste, was ich je mit einem Bike gewagt habe. Warum? Weil alles passen musste, sonst wäre es zu einem Horror-Unfall gekommen. Ich hatte genau eine Sekunde Zeit, um durch beide Ladeflächen zu springen.
Was waren deine größten Ängste?
Mit dem Kopf hängen zu bleiben. Spränge ich zu hoch, würden die LKW mich köpfen. Aber auch die anderen Szenarien bescherten mir Alpträume. Ein bisschen zu früh, und ich würde mit fast 70 km/h gegen die Ladefläche prallen. Etwas zu spät und die LKW würden sich in eine riesige Stahl-Guillotine verwandeln.
Wie übt man so was?
Anfangs wusste ich gar nicht, ob so ein Stunt überhaupt möglich ist. Ich betrieb einen großen Aufwand mit all den Berechnungen, denn das Timing, die Winkel, die Geschwindigkeiten – alles musste passen. Für die ersten Versuche baute ich eine Rampe. Ein Auto schleppte mich an, und ich sprang durch zwei Holzrahmen, die die LKW darstellten. Der Aufprall im Flachen war jedes Mal so hart, dass ich Kopfschmerzen bekam. Der Stunt passierte später in Schweden.
Warum?
Der LKW-Hersteller Skania kommt aus Schweden. Die Firma unterstützte uns mit zwei autonomen LKW. Das war perfekt, denn es schloss menschliches Versagen aus. Das Schlepp-Auto und ich als Fehlerquelle reichten völlig aus, um mir schier einen Herzinfarkt zu verpassen.
Wie viele Versuche waren nötig, bis es klappte?
Unzählige. Immer wieder signalisierte ein rotes Licht, dass das Timing nicht stimmte und ich musste abbrechen. Dann irgendwann: grün. Und ich sprang. Die Anspannung war riesig gewesen, die Erleichterung auch!