Filmkritik von BIKE-Redakteur Dimitri Lehner
In den letzten Jahren habe ich unzählige Filme gesehen und Rezensionen geschrieben: Skate, Surf, Snowboard, Ski, Bike – das Resultat ist eine reine Reizüberflutung. Aber das geht nicht nur mir so: Wir alle werden pausenlos mit Clips, Shorts, Reels und Edits bombardiert. Alles hat man gefühlt schon einmal gesehen, alles war schon da. Aus dieser endlosen Flut herauszustechen, ist schier unmöglich – und auch der neue Streifen von Erik Fedko bildet da keine Ausnahme. Er ist kein Gamechanger und sicher kein absolutes Must-Watch.
Und dennoch: Es ist ein schönes Filmchen geworden, das man sich einfach gerne anschaut.
Das liegt vor allem daran, dass Erik verdammt stylish auf dem Bike unterwegs ist und die Inszenierung schlicht gut aussieht. Die Filmemacher mischen das 23-minütige Werk gekonnt mit Seitenblicken, Klamauk und psychedelischen Effekten. Da stecken die Freunde entspannt die Köpfe über dem Fahrradreifen zusammen, Lucas Huppert kneift bei der Mantel-Montage versehentlich den Schlauch kaputt, es macht laut Pffffft – und alle lachen. Es ist erfrischend zu sehen, dass sich selbst die Profis manchmal genauso ungeschickt anstellen wie man selbst. Dieser Slapstick verleiht dem Ganzen ein selbstironisches Augenzwinkern, das richtig gut tut.
Gleichzeitig inszeniert sich das deutsche Slopestyle-Ass zu chilligem Sound durchaus ein bisschen selbstverliebt. Doch Fedko steht nicht allein im Fokus: Auch all seine Homies kommen gebührend zum Einsatz – allen voran Bike-Punk Tomas Lemoine. Mit ihm tanzt Fedko synchron durch den Skatepark und demonstriert seine irren Skills, die spektakuläre „World First“-Tricks überhaupt erst möglich machen.
Visuell überzeugt der Film durch seinen lässigen Stilmix: Phasenweise wirkt das Material wie alte Super-8-Aufnahmen aus den 60er-Jahren mit pastelligen Farben und Wackeloptik, im nächsten Moment kommt die High-Tech-Kamera von Red mit beeindruckenden Super-Slow-Motions zum Einsatz.
Fazit: Der Film ist definitiv keine Zeitverschwendung und macht Spaß. Kann man sich sehr gut anschauen – muss man aber nicht.
Erik Fedko (GER) fährt seit 2011 Slopestyle, Freeride und Dirt und zählt zur absoluten Weltelite des MTB-Slopestyle. Red-Bull-Athlet, fest im YT-Industries-Team. 2025 zurück auf dem Podium der Slopestyle World Tour: Dritter beim Red Bull Joyride in Whistler (CAN), sein erster Top-3-Platz seit 2022. Im selben Jahr schrieb er beim Swatch Nines MTB Geschichte als erster Mensch, der den Double Backflip Nohander to Barspin stand. Neben dem Sport baut er mit seinem eigenen Label TYPE eine nachhaltige, in Portugal produzierte Fashion-Brand auf.
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